Wirbelentzündung

Die Spondylitis oder Wirbelentzündung tritt in mehreren Formen auf. Im Zentrum des Krankheitsgeschehens stehen immer die entzündlichen Veränderungen der Wirbelgelenke. Betroffen sind von einer Spondylitis meist die Wirbelgelenke am unteren Ende der Wirbelsäule, also die Gelenke zwischen den Kreuzbeinwirbeln sowie die zwischen Kreuzbein und Darmbein, dem Beckenknochen. Es kann aber auch die ganze Wirbelsäule erfasst sein.

Häufig wird die Spondylitis mit der Spondylose verwechselt, oder die Begriffe werden benutzt, als hätten sie die gleiche Bedeutung. Das ist jedoch nicht der Fall. Es handelt sich um zwei verschiedene Erkrankungen. Die Spondylose beruht nicht auf entzündlichen, sondern auf degenerativen (abnutzungsbedingten) Veränderungen des Rückgrats beziehungsweise seiner Gelenke. Diese Veränderungen lassen unter Umständen knöcherne Wucherungen entstehen, die dann wiederum auf die Nerven drücken, diese reizen und dadurch Schmerzen verursachen.

Zu einer Wirbelentzündung kann es in Verbindung mit einer Reihe von Krankheiten kommen, von denen die Spondylarthritis ankylopoetica oder ankylosans (auch als die Bechterew-Strümpell-Marie-Krankheit bezeichnet), die bekannteste ist. Andere Krankheiten, bei denen eine Wirbelentzündung auftreten kann, sind die Psoriasis (Schuppenflechte) und bestimmte Darmleiden, wie der Morbus Crohn (Crohn-Krankheit) oder die Colitis ulcerosa (ulzerierende, daher geschwürbildende Darmentzündung).

Ursachen

Manchmal tritt eine Wirbelentzündung infolge von Darminfektionen oder einer Erkrankung der Harn- und Geschlechtsorgane auf, die gelegentlich als Reitersche-Krankheit bezeichnet wird. All diesen Erkrankungen ist gemeinsam, dass sie nicht nur zur Spondylitis, sondern auch zu einer Arthritis (Entzündung) der Arm- und Beingelenke führen können. Aus diesem Grund werden sie heutzutage zu den Krankheiten des rheumatischen Formenkreises gezählt. Man weiß außerdem, dass viele davon auf einer abnormen Reaktion des Abwehr- oder Immunsystems des Körpers beruhen. Es kommt zu Autoimmunprozessen, in deren Verlauf sich die Abwehrstoffe gegen den eigenen Körper richten und auf ihn zerstörerisch einwirken.

Im Rahmen eines solchen Geschehens können sich auch weiße Blutkörperchen in den Wirbelgelenken ansammeln. Das gilt vor allem für die Spondylarthritis, bei der eine Gelenkentzündung der Verknöcherung und Versteifung der Wirbelgelenke vorausgeht. In der Folge wird die Beweglichkeit des Patienten stark eingeschränkt. In schweren Fällen kann das Rückgrat in seiner ganzen Länge steif werden, so dass der Betroffene den Rücken weder beugen noch strecken kann. Der Prozess dieser knöchernen Gelenkversteifung wird von Medizinern als Ankylose bezeichnet, die Spondylarthritis daher auch Spondylitis ankylosans oder ankylopoetica genannt.

Man vermutet, dass für diese Erkrankungen eine erbliche Disposition (Veranlagung) besteht. Sind von der Einsteifung nur die Wirbelgelenke betroffen, sprechen einige vom Morbus Bechterew. Bei einer Mitbeteiligung der großen Gliedmaßengelenke heißt die Erkrankung dann Bechterew-Strümpell-Marie-Krankheit. Als Begleiterscheinung anderer Krankheiten entwickelt die Spondylarthritis jedoch fast nie so schwere Symptome. Die häufigste Komplikation bei der Bechterew-Strümpell-Marie-Krankheit ist eine so starke Versteifung beziehungsweise Verkrümmung der Wirbelsäule, dass die Atmung beeinträchtigt wird. Wiederholte Ausbrüche von Regenbogenhautentzündung können zu Sehstörungen führen. In seltenen Fällen kommt es zu Erkrankungen der Herzklappen.

Behandlung

Entzündungshemmende Mittel haben sich zur Linderung der Symptome bewährt. Der Einsatz solcher Medikamente und Krankengymnastik bilden die Grundlage einer jeden Behandlung von Spondylitis. Die gezielt eingesetzten Übungen verhindern Verformungen und Versteifungen der betroffenen Gelenke.