Taucherkrankheit

Tauchen ist faszinierend, ob man nun im kristallklaren Wasser an der Küste eines tropischen Meeres schnorchelt oder mit einem Tauchgerät in die geheimnisvollen Tiefen des Ozeans vordringt. Aber man muss die Gefahren kennen. Wer den Wunsch verspürt, die Unterwasserwelt zu erkunden, sollte vor seinen ersten Tauchausflügen idealerweise den Tauchschein machen.

Eine ärztliche Untersuchung, bei der vor allem Herz, Lungen und Ohren geprüft werden sollten, ist unerlässlich. Wer an Klaustrophobie leidet, Schwierigkeiten mit Herz oder Lunge, Nebenhöhlen oder Ohren hat, sollte aufs Tauchen verziehen.

Die Druckfallkrankheit

Zur Taucherkrankheit – auch Druckfallkrankheit genannt – kommt es, wenn ein Taucher zu schnell aus der Tiefe aufsteigt, so dass der gasförmige Stickstoff, der in seine Gewebe gepresst wurde, nicht schnell genug in die Lunge gelangt und ausgeatmet werden kann. Taucher, die bis in Tiefen von 60 m vordringen, atmen Pressluft aus Flaschen, und Luft besteht hauptsächlich aus Stickstoff. Unterhalb von zwölf Metern ist der Druck des Wassers so stark, dass gelöster Stickstoff in den Blutstrom gelangt, der das Gas in alle Gewebe des Körpers transportiert. Je tiefer und länger getaucht wird, um so mehr Stickstoff wird absorbiert. Ein Taucher muss deshalb langsam hochkommen und in bestimmten Tiefen Pausen einlegen, bis der Stickstoff nach und nach wieder aus seinem Blut freigesetzt wird; andernfalls beginnt das Blut zu schäumen wie Limonade.

Wenn ein Taucher nicht vorschriftsmäßig dekomprimiert hat, stellen sich die ersten Symptome etwa 20 bis 60 Minuten nach dem Auftauchen ein, in Einzelfällen sogar erst nach einem Tag. In schweren Fällen treten die Symptome sofort nach dem Auftauchen auf und können dann zum Tod führen. In leichten Fällen sind die ersten Symptome ein Hautjucken („Taucherflöhe“), das durch Luftbläschen in den Hautkapillaren (Kapillare: feinste Blutgefäße, Haargefäße) verursacht wird, sowie Gelenkschmerzen, die darauf beruhen, dass Gas in die Gelenkkapseln gepresst wird.

In schweren Fällen kommt es infolge der Ansammlung von Gas im Nervensystem und in den Lungen zu Brustschmerzen und Atemnot; Taucher mit solchen Symptomen müssen so schnell wie möglich in eine Überdruckkammer gebracht und ärztlich behandelt werden.

Lungenriss und Tiefenrausch

Zu einem Lungenriss kann es kommen, wenn der Taucher zu rasch an die Oberfläche aufsteigt. Wenn die Lunge des Tauchers beim Aufsteigen mit Luft gefüllt ist und er den Atem anhält, an statt auszuatmen, dehnt sich die Luft aus, während der Außendruck sich verringert. Kann die sich ausdehnende Luft nicht durch die Nase oder den Mund entweichen, reißt die Lunge; durch die Risse im Gewebe kann Luft in die Brusthöhle gelangen, und die Lunge fällt teilweise oder total zusammen. Auch in diesem Fall ist eine Behandlung in einer Überdruckkammer erforderlich.

Bei Tauchtiefen von mehr als 36 Metern kann es zu einem Tiefenrausch (einer Stickstoffnarkose) kommen. Der Taucher gerät in einen Zustand der Euphorie und kann nicht mehr klar denken. Im ersten Stadium stellt sich eine Benommenheit ein, wie unter einer leichten Narkose, dann die Euphorie und das Gefühl, unverletzlich zu sein. Die Handlungen des Tauchers werden unkoordiniert und ziellos, und das Gefühl, es könne ihm überhaupt nichts passieren, kann sogar dazu führen, dass er das Mundstück seines Luftschlauches herausnimmt. Wenn ein Taucher erste Anzeichen eines Tiefenrausches bei sich bemerkt, muss er so rasch und so sicher wie möglich an die Oberfläche zurückkehren.

Probleme mit den Ohren

Beim Tauchen übt das Wasser auf ähnliche Weise Druck auf das Trommelfell aus wie die Luft beim Landen in einem Flugzeug. Das kann schmerzhaft sein, und bei zu starkem Druck kann das Trommelfell platzen. Um dem vorzubeugen, sollte der Taucher möglichst langsam abtauchen und nicht mehr tiefer gehen, wenn die Ohren zu schmerzen beginnen.

Vielmehr sollte er erst wieder ein Stück aufsteigen und erst daraufhin allmählich wieder tiefer gehen. Der Druck von außen auf das Trommelfell muss durch Erhöhung des Drucks von innen ausgeglichen werden. Dies geschieht am besten dadurch, dass man sich die Nase zuhält und Luft in den Nasenraum presst. Da die Luft nicht entweichen kann, wird sie in die Eustachische Röhre und von dort ins Mittelohr gedrückt, wo sie den Wasserdruck auf der anderen Seite des Trommelfells ausgleichen kann.