Parasiten

Parasiten sind in vielen Teilen der Welt eine ernste Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung. Auch bei uns sind Parasiten-Erkrankungen auf dem Vormarsch – eine Folge des Ferntourismus.

Parasiten oder Schmarotzer leben in oder auf ihren „Wirten“ und ernähren sich auf deren Kosten. In vielen Fällen, aber nicht immer, kommt es dabei zu einer Erkrankung des Wirts, manchmal sogar zum Tod. Sowohl Tiere als auch Menschen können von den unterschiedlichsten Parasiten heimgesucht werden. Sie können so winzig sein wie eine Zelle, so der Malaria-Erreger, oder – wie im Fall des Fischbandwurms – bis zu 20 m lang werden. Ihr Überleben sichern die Parasiten auf unterschiedliche Weise. Manche Schmarotzer ernähren sich direkt vom Gewebe ihres Wirts, beispielsweise der Leberegel, oder von dessen Blut, wie der Hakenwurm.

Parasiten bei uns

Bei uns in Österreich sind Parasiten nicht so weit verbreitet wie in vielen anderen Regionen der Welt. Ein hoher Standard der Hygiene, gute medizinische Versorgung und ein kühles Klima erschweren die Übertragung von Parasiten-Erkrankungen.

Madenwürmer, eine Fadenwurmart, dürften am häufigsten vorkommen. Sie leben im Dickdarm. Nachts wandert der weibliche Wurm durch den Darm zum After. In der Region um den After herum legt er seine Eier ab; dies löst einen heftigen Juckreiz aus. Zwanzig bis dreißig Prozent aller Kinder sind vom Madenwurm- Befall betroffen.

Flöhe sowie Kopf-und Filzläuse kommen in den gemäßigten Zonen ebenfalls recht häufig vor. Zu den weltweit verbreiteten Parasiten zählt der Spulwurm; etwa eine Milliarde Menschen in aller Welt sind befallen. Er lebt im Dünndarm. Zum Befall kommt es, wenn der Wirt mit Wurmeiern verunreinigte Nahrung zu sich nimmt. Die Eier, Zysten oder Larven zahlreicher Parasiten finden sich im Stuhl ihrer tierischen oder menschlichen Wirte. In manchen Ländern werden menschliche Fäkalien nach wie vor als Dünger über dem Boden verteilt.

Fliegen und Kakerlagen tragen Parasiten-Eier von den Exkrementen eines Wirts auf das Essen eines anderen Menschen. Ein Mensch mit schmutzigen Händen kann auf die gleiche Weise Parasiten verbreiten. Außerdem wird das Wasser aus Brunnen und Flüssen sehr leicht durch das Fehlen von Kläranlagen verseucht. Mit Fäkalien verunreinigtes Erdreich beherbergt oftmals Larven, die imstande sind, sich durch die Haut – zum Beispiel von nackten Füßen – zu bohren, um so in die Blutbahn des nächsten Wirts zu gelangen. Auf diese Weise wird die Hakenwurm- Krankheit übertragen. Fäkalien können auch Eier oder Zysten enthalten, die einen Zwischenwirt befallen, in dem sie ein Stadium ihrer Entwicklung durchlaufen. Im Falle des Bandwurms sind beispielsweise Rinder und Schweine Zwischenwirte, bei Bilharziose Süßwasserschnecken.

Vektoren

Der zweite wichtige Verbreitungsweg für Parasiten führt über Vektoren (Überträger). In Geweben oder in der Blutbahn lebende Parasiten sind in der Regel auf Vektoren angewiesen, um in einen anderen Wirt zu gelangen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um stechende und blutsaugende Insekten. Da der Parasit Larven oder fortpflanzungsfähige Zellen in gewaltiger Zahl produziert, wird das den Wirt stechende Insekt mit großer Sicherheit bei jedem Stich infiziert und überträgt seinerseits mit jedem Stich den Parasiten. Auf diese Weise wird zum Beispiel das Trypanosom, ein Parasit, der die Schlafkrankheit verursacht, durch die Tsetsefliege verbreitet, und das Plasmodium, der Malaria-Erreger, durch die Anopheles-Mücke

Auswirkungen

Nicht immer ruft ein Parasit eine schwere Krankheit wie beispielsweise Malaria hervor. Der Befall durch Spul- und Bandwürmer, die im Darm leben und sich von halb verdautem Essen ernähren, wird von einem gut ernährten Wirt häufig gar nicht wahrgenommen. In armen Ländern hingegen, wo Nahrung knapp ist, verschlimmern solche Parasiten die Unterernährung bei den betroffenen Menschen. Mitunter sind die von Parasiten verursachten Krankheiten so schwer, dass ganze Volksstämme es vorziehen, ihre Dörfer zu verlassen, anstatt sich weiterhin diesen zu Siechtum führenden Krankheiten auszusetzen.

Fast alle Parasiten-Erkrankungen können mit Medikamenten behandelt werden, und oft ist die Behandlung recht unkompliziert. Hat der Parasit jedoch seinen Wirt bereits über viele Jahre hin weg geschädigt, kommt eine Parasiten vernichtende Behandlung unter Umständen zu spät. Medikamente können einen durch Bilharziose hervorgerufenen Leberschaden oder die Schwellungen von Gliedmaßen aufgrund einer Elephantiasis nicht rückgängig machen. Für die Behandlung der ganzen Bevölkerung bestimmter gefährdeter Regionen ist eine medikamentöse Therapie häufig keine gangbare Lösung. Manche Pharmaka sind so toxisch (giftig), dass ihre Verabreichung sorgfältiger Überwachung bedarf. Bisweilen erweist sich eine Parasiten vernichtende Behandlung allerdings auch als schlichtweg sinnlos, wenn eine sofortige Neu-Infizierung so gut wie unvermeidbar ist.

Vorbeugung

Leider befinden sich zahlreiche Paraiten-Erkrankungen heute auf dem Vormarsch. Ausrottungsprojekte wie zum Beispiel das Trockenlegen von Sumpfgebieten und der Einsatz von Insektiziden sind sehr kostspielig, und oftmals verfügen gerade die parasitenreichsten Länder über die geringsten Mittel. Auch eine sehr wichtige Voraussetzung für die Eindämmung von Parasiten, eine den Erfordernissen der Hygiene entsprechende Beseitigung der Fäkalien, ist in vielen armen Regionen nicht gegeben.

Dennoch – ein Mindestmaß an Hygiene und einige einfache Vorbeugemaßnahmen können zum Schutz vor vielen durch Parasiten hervorgerufenen Krankheiten beitragen.

Lebensmittel-Hygiene

Zahlreiche weitverbreitete Parasiten insbesondere Würmer sind hierbei zu erwähnen – gelangen durch den Mund in den menschlichen Organismus. Einleuchtendste Vorsichtsmaßnahme ist deshalb, sämtliche für den rohen Verzehr bestimmte Nahrungsmittel sorgfältig zu waschen und dafür zu sorgen, dass gekochte Speisen gründlich und ausreichend lange erhitzt werden.

Parasiten-Erkrankungen

Vorbeugen Falls Sie in die Tropen reisen, hilft Ihnen die Beachtung folgender Regeln:

  • Trinke nur abgekochtes Wasser oder verwende Tabletten zur Desinfektion, auch zum Zähneputzen (gibt es in der Apotheke).
  • Verzehre grundsätzlich nur frisch zubereitete und durchgegarte Speisen. Meide ungeschältes und ungekochtes Obst und Gemüse; zumindest musst du es mit desinfiziertem Wasser gründlich waschen.
  • Suche, wenn du in tropische Länder reisen willst, eine Impfanstalt oder einen Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Tropenmedizin“ auf. Lasse dir die erforderlichen Schutzimpfungen verabreichen und bezüglich Malaria-Prophylaxe (Vorbeugung) beraten.
  • Trage Kleidung, die Arme und Beine bedeckt. Reibe dich mit Mückenvertreibungsmittel ein. Schlafe, wenn kein Fliegengitter am Fenster oder keine Klimaanlage vorhanden ist, unter einem Moskitonetz. Zusätzlich kannst du auch „Mückenspiralen “ („mosquito coils“) aus Pyrethrum abbrennen.
  • Bade niemals in Kanälen, Flüssen und flachen Gewässern und wasche dich darin auch nicht die Hände. Laufen nicht barfuß.


Nach dem Tropenaufenthalt:

Falls du nach der Rückkehr aus einer von Parasiten-Erkrankungen heimgesuchten Region irgendwelche Beschwerden oder sogar Krankheitssymptome hast, müssen verschiedene Proben untersucht werden.

  • Blut-Test: Zunächst wird das Blut unter dem Mikroskop auf nichtspezifische Veränderungen untersucht, die sich bei Parasiten-Befall zeigen, beispielsweise veränderte Leukozytenzahl und Anämie. Anschließend wird das Blut auf Parasiten überprüft; Plasmodien (Erreger der Malaria). Trypanosomen (Erreger der Schlafkrankheit) und•die Larven einiger Würmer (Filarien) können unter dem Mikroskop identifiziert werden.
  • Stuhl-Test: Bei Verdacht auf eine Parasiten- Erkrankung wird eine Probe frischen Stuhls unter dem Mikroskop auf Parasiteneier, -zysten und -larven untersucht. Nahezu sämtliche Parasiten produzieren Eier charakteristischer Form und Größe. Bei wenig ausgedehntem Befall sind „möglicherweise mehrere Stuhlproben erforderlich.
  • Harn-Test: Hin und wieder finden sich Eier im Harn, beispielsweise bei Bilharziose. Sie können durch Zentrifugieren oder Filtrieren isoliert identifiziert werden. Experten werden dann das Sediment mikroskopisch untersuchen und den Parasiten identifizieren.
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Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)