Ohrspülung

Schwerhörigkeit und Reizung können Hinweise sein, dass die Ohren ausgespült werden müssen. Der Arzt kann hartes Ohrenschmalz mit einer Ohrspülung beseitigen. Meist werden Ohren ausgespült, um hart gewordenes Ohrenschmalz aus dem Gehörgang zu entfernen. Hartes Ohrenschmalz gehört zu den häufigsten Ursachen von Schwerhörigkeit. Um das Ohrenschmalz aus dem Gehörgang herauszulösen, verwendet der Arzt im allgemeinen körperwarmes Wasser.

Notwendigkeit einer Spülung

Im äußeren Drittel des Gehörgangs liegen die Ohrenschmalzdrüsen, die Talg absondern. Der Talg fettet den Gehörgang ein und hält Schmutz vom Trommelfell ab. Normalerweise sondern die Ohrenschmalzdrüsen nur wenig Ohrenschmalz ab, der dann in einem Selbstreinigungsprozess den Gehörgang verlässt. Es kommt oftmals im mittleren und späteren Lebensabschnitt vor, dass die Ohrenschmalzdrüsen größere Mengen Talg produzieren. Auch durch zu häufiges Reinigen entsteht ein Reiz zu vermehrter Talgbildung. Verbindet sich der Talg dann mit Hautschuppen, Schmutz und Staub, verschließt er unter Umständen den Gehörgang. Kinder haben kaum jemals hartes Ohrenschmalz, aber sie stecken sich gerne Gegenstände wie Perlen, Kerne und Steinchen ins Ohr. Man soll nie versuchen, die Fremdkörper mit Haarnadeln oder Watte Stäbchen oder ähnlichen Geräten herauszuholen. Meistens enden solche Versuche damit, dass die Fremdkörper nur weiter in den Gehörgang hineingeschoben werden. Dabei kann das Trommelfell verletzt werden und eine Mittelohrentzündung entstehen.

Ist der Fremdkörper im Gehörgang gar festgeklemmt, muss er sogar operativ entfernt werden. Manchmal kriechen auch Insekten ins Ohr und setzen sich fest. In derartigen Fällen helfen am besten einige Tropfen warmes Olivenöl, die das Insekt töten. Der Arzt spült dann das Insekt mit Wasser heraus.

Verdichtung von Ohrenschmalz

Hartes Ohrenschmalz verursacht Schwerhörigkeit, wenn es den Gehörgang völlig verlegt. Das wirkt sich natürlich besonders bei Personen aus, deren Hörfähigkeit ohnehin schon vermindert ist, etwa durch Alter oder einen angeborenen Defekt. Das Ohrenschmalz kann eine Reizung bewirken, manchmal auch Ohrgeräusche, indem es auf das Trommelfell drückt. Selten kommt es durch hartes Ohrenschmalz zu Schwindel oder starken Schmerzen.

Ohrspülung

Bevor der Arzt eine Ohrspülung vornimmt, befragt und untersucht er den Patienten auf einen eventuell bestehenden Trommelfelldefekt. Bei verhärteten Pfropfen genügt es in der Regel, wenn sie fünfzehn bis zwanzig Minuten eingeweicht werden, entweder durch Einträufeln von Speiseöl oder Glycerin. Danach lässt sich der aufgeweichte Pfropf mühelos herausspülen. Zum Spülen wird normalerweise eine große Spritze mit einer abgerundeten Düse verwendet. Vorher wird die Kleidung des Patienten durch Handtücher geschützt. Meistens hält der Patient selbst die nierenförmige Schale an seinen Hals unterhalb des Ohrs, die das Wasser und den aufgeweichten Schmalz auffängt. Das zum Spülen verwendete Wasser ist körperwarm. Das äußere Ohr wird zum Spülen nach oben und hinten gezogen, damit der Gehörgang sich begradigt. Das Wasser wird nur in den Gehörgang gespritzt, ein unmittelbarer Kontakt der Ohrspitze zum Trommelfell wird dabei vermieden. Nach der Spülung wird der Gehörgang sorgfältig getrocknet, weil es sonst zu Infektionen kommen kann. Ist der Gehörgang nicht nur durch verhärtetes Ohrenschmalz verstopft, sondern auch infiziert, wird eine Behandlung mit Antibiotika eingeleitet. Nach Abschluss der Ohrspülung erfolgt ein Hörtest. Ist das Trommelfell gesund, schadet eine Ohrspülung nicht. Ist das Trommelfell aber vernarbt oder durchbrochen, darf eine Ohrspülung nur mit größter Vorsicht vorgenommen werden, weil sonst die Gefahr einer Mittelohrentzündung besteht. Die Behandlung wird in diesen Fällen von einem Facharzt durchgeführt, der eventuell das Ohrenschmalz mit feinen Instrumenten entfernt oder mit einem Spezialgerät absaugt.