Hexenschuss

An einem Hexenschuss leiden vorwiegend ältere Menschen, manchmal tritt er aber auch bei jüngeren Leuten auf. Meistens hält der Hexenschuss nicht lange an und verschwindet oft spontan ohne Behandlung.

Beim Hexenschuss (Lumbago) handelt es sich um einen meist blitzartig einschießenden Schmerz in der Kreuzgegend. Dieser Teil des Rückens ist bei allen Dreh- und Hebebewegungen stärkeren Belastungen ausgesetzt als jeder andere Abschnitt der Wirbelsäule. Der Hexenschuss ruft heftige Schmerzen und Muskelkrämpfe hervor.

Ursachen

Am häufigsten wird der Hexenschuss durch Bandscheibenbeschwerden beziehungsweise krankhafte Veränderungen der Lendenwirbelsäule verursacht. Diese Beschwerden oder Veränderungen können dann zu chronischen Kreuzschmerzen oder auch zu einem akuten Hexenschuss führen.

Meistens sind ruckartige Bück- oder Hebebewegungen – besonders mit einer zusätzlichen Last in den Armen oder auf dem Rücken oder den Schultern – Auslöser des Hexenschusses. So ein „Verheben“ – oft auch nach einer Erkältung – ist die Folge einer Zerrung der Rückenmuskulatur. Diese Zerrungen im Rücken machen sich gewöhnlich ein paar Stunden nach der Verletzung in Form von Schmerzen und Steifheit bemerkbar und sind dann einige Tage, bei schwereren Zerrungen einige Wochen, zu spüren.

Bei vielen Patienten kommt es zu einer schiefen Zwangshaltung infolge überwiegend einseitiger Muskelspannungen. Jede Lageveränderung verstärkt bei ihnen den Schmerz. Bei alternden Menschen verringert sich die Knochensubstanz (Osteoporose). Diese Erscheinung betrifft das gesamte Skelett und kann schon bei geringfügigen Anlässen zu Knochenbrüchen führen. Besonders gefährdet durch diese Erkrankung ist aber die Wirbelsäule, da sie bei einem Sturz immer in Mitleidenschaft gezogen wird. Es besteht die Gefahr eines Bruchs durch Stauchung. Der Abbau der Knochensubstanz kann auch Einbrüche der Wirbelkörper verursachen. Die nachlassende Muskelkraft, gepaart mit ständiger Fehlhaltung (Rundrücken) ruft dann nicht selten hexenschussartige Schmerzen hervor. Ein Hexenschuss kann auch auf Entzündungen im Unterleib zurückgehen.

Symptome

Bei Zerrung oder Überdehnung der Bänder oder Muskelzerrung als Folge schweren Hebens tritt der Schmerz gewöhnlich zwei bis vierundzwanzig Stunden später auf. Der Betroffene verspürt besonders beim Beugen – seitwärts oder nach vorn – seines Oberkörpers starke Schmerzen. Ähnlich sind die Symptome bei einem Bandscheibenschaden im Lendenwirbelbereich, doch dieser Schmerz ist noch heftiger; die Rückenmuskeln in der Lendengegend krampfen sich zusammen, und der Schmerz wird durch Husten oder Niesen verstärkt. Typisch ist die Ausstrahlung der Schmerzen in das Bein und in die Gesäßbacke (Ischiasschmerzen).

Der von Abnutzungserscheinungen in den Wirbelsäulengelenken herrührende Hexenschuss verläuft gewöhnlich langwieriger: Auf einen schleichenden Beginn folgen oft über Jahre hinweg immer wiederkehrende Hexenschusssymptome.

Gefahren

Der Hexenschuss ist meistens eine vorübergehende Erscheinung, die der Betroffene schnell wieder vergisst. Wird der Hexenschuss aber durch einen Bandscheibenschaden verursacht, zum Beispiel, weil eine vorgefallene Bandscheibe auf das Rückenmark drückt, muss der Patient unbedingt ärztlich behandelt werden, weil andernfalls Lähmungen die Folge sein könnten.

Behandlung

Hauptziel der Behandlung ist zunächst, den Rücken zu schonen: Am besten liegt der Patient auf einer festen Unterlage flach auf dem Rücken. Zur Entspannung der Muskeln kann eine Wärmflasche oder eine Infrarotlampe beitragen. Eine behutsame, aber kräftige Massage der betroffenen Körperteile kann ebenfalls helfen, desgleichen ein Einreibemittel oder Balsam.

Sollten die Schmerzen sehr stark sein, kann vom Arzt ein schmerzstillendes Mittel verordnet werden. Oftmals kann man dem Hexenschuss durch richtiges Tragen oder Heben vorbeugen, aber auch durch Schwimmen und Körperübungen zur Stärkung der Rückenmuskeln. Grundsatz jeder krankengymnastischen Therapie ist es daher, die Rückenmuskulatur zu stärken, weil auf diese Weise die Wirbelsäule am besten geschont wird.

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Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)