Blutarmut

Symptome

Die verbreitetsten Symptome einer Anämie sind Schwäche, Blässe, Kurzatmigkeit und schnelles Ermüden. Je nach Schweregrad und Typ der Anämie sind sie manchmal auch von Zittern begleitet. Schwere Fälle von Anämie etwa nach großem Blutverlust rufen Ohnmachtsanfälle, Schwindelgefühl und Schweißausbrüche hervor.

Zu den Symptomen der perniziösen Anämie können auch Kribbeln in Händen und Füßen gehören. Eine aplastische Anämie kann sich langsam entwickeln und sich erst Wochen oder Monate, nachdem das Knochenmark geschädigt ist, bemerkbar machen. Neben allen typischen Symptomen der Anämie tritt wegen des Mangels an weißen Blutkörperchen eine gesteigerte Anfälligkeit für Infektionen auf.

Vorbeugung

Gegen die meisten Formen der Anämie kann man sich nicht vorbeugend schützen, da sie die Folge einer Fehlfunktion im Zusammenhang mit der Blutbildung sind. Gegen eine Eisenmangelanämie kann man jedoch vorbeugen. Ein ausgewogener, abwechslungsreicher Speise plan, der Milch, Fleisch sowie frisches Obst und Gemüse umfasst, verhindert Eisenmangel und die Folgeanämie.
Gefahren

Wichtig für eine rasche Heilung ist die möglichst frühzeitige und korrekte Diagnose. Bei den meisten Formen der Anämie besteht keine akute Gefahr, aber der Befund kann sich zunehmend verschlechtern, wenn sich die Behandlung verzögert oder gar unterbleibt.

Bei einem akuten Blutverlust führt eine unbehandelte Anämie zu einem Abfall des Blutdrucks, und in Extremfällen kann die dadurch verminderte Sauerstoffversorgung lebensbedrohend sein. Auch eine schwere Eisenmangelanämie erfordert genaue Untersuchungen durch den Arzt. Abgesehen vom Eisenmangel in der Nahrung können andere Ursachen vorliegen. Bei Verdacht auf innere Blutungen werden Kontrast-Röntgenaufnahmen zur Überprüfung von Magen- und Darmschleimhaut erforderlich.

Eventuell ist die Anämie das Frühsymptom eines behandlungsbedürftigen Geschwürs. Chronische Anämie führt oft zur Verschlimmerung einer bereits bestehenden Krankheit, vor allem bei älteren Patienten.

Behandlung

Die Behandlung muss sich nach der Art der Anämie richten. Während die Untersuchungen zur Aufdeckung der eigentlichen Ursachen laufen, werden allerdings erst einmal die schwersten Symptome behandelt. Neben einer Blutuntersuchung und anderen Tests kann auch eine Knochenmark- Biopsie (Gewebe-Entnahme) erforderlich werden. Dabei führt der Arzt unter örtlicher Betäubung eine Injektionsnadel in das Knochenmark des Brustbeins oder des Hüftknochens ein und entnimmt eine Probe des Knochenmarks. Die Untersuchung der Probe unter dem Mikroskop gibt meist Aufschluss über die Ursache der Anämie.

Eine „einfache“ Eisenmangelanämie wird normalerweise durch Einnahme eines Eisenpräparats behandelt. Bei perniziöser Anämie muss das fehlende Vitamin B12 regelmäßig zugeführt werden, im allgemeinen einmal im Monat. Und da der Vitaminmangel darauf beruht, dass die Magenschleimhaut den Intrinsic-factor nicht mehr bildet – eine Störung, die nicht zu beheben ist -, muss die Behandlung lebenslang fortgeführt werden.

Anämien aufgrund chronischer Erkrankungen können nur durch die Heilung des Grundleidens behoben werden. Bei aplastischer Anämie ist im allgemeinen eine langfristige Behandlung erforderlich, wobei der Patient zur Verhütung von Infektionen auf eine Isolierstation gelegt wird. Die Behandlung besteht in der intravenösen Verabreichung von Antibiotika zur Bekämpfung von Infektionen und in regelmäßigen Bluttransfusionen zur Erneuerung des im Kreislauf befindlichen Blutes.