krank

Schwule Kurzgeschichten

Mirko stellte die Tasche neben dem frisch bezogenen Bett ab und wandte sich zur Tür.

„Hey, danke dass ich für die paar Tage bei dir wohnen darf. Ich weiss du magst eigentlich keine Gäste.“

Daniel nickte und sah gegen den Türrahmen gelehnt zu, wie Mirko seinen Kram auspackte. „Schon okay, ich schuldete Pa eh noch einen Gefallen. Und Brüder sind schliesslich nicht einfach irgendwelche Gäste.“

Mirko grinste schief. „Wir sind nicht mal verwandt. Nur weil dein Vater meine Mutter..“ Er winkte ab und liess den Satz unbeendet. „Ich bin dir jedenfalls dankbar. Es ist schon saupraktisch, dass die Firma genau in deiner Stadt ist.“

„Und dass ich ein Gästezimmer habe,“ ergänzte Daniel schmunzelnd. Er nickte Richtung Bett. „Brauchst du sonst noch irgendwas?“

Mirko überlegte kurz und schüttelte dann den Kopf. „Ich glaube nicht. Gegessen hab ich schon, wo das Bad ist weiss ich – ich werde wohl eh früh ins Bett gehen um morgen fit zu sein.“

„Alles klar.“ Daniel richtete sich vom Türrahmen auf. „Ich mache morgen Hausbesuche und bin dann erst abends wieder daheim. Neben der Haustür hängt ein Zweitschlüssel, den kannst du mitnehmen, dann bist du freier. Ansonsten gib einfach Bescheid, meine Nummer hast du ja.“

„Mach ich, Danke!“

„Und viel Erfolg beim Bewerbungsgespräch morgen!“

Mirko lächelte. „Danke dir, ich hoffe, das klappt.“

. . .

Beim fünften Klingeln ging Daniel ran. „Ja?“

„Hi, Mirko hier. Ich wollte nur kurz Bescheid geben, dass ich erst spät heim komme. Das Bewerbungsgespräch ist zwar zu Ende, aber offenbar trifft sich das ganze Team in einer halben Stunde noch in einer Kneipe, und ich soll da mit um alle kennenzulernen.“

„Hui, nicht schlecht, dann kann man wohl gratulieren?“

„Naja, ich will’s noch nicht verschreien bis ich den Vertrag unterschrieben habe.“

„Versteh ich. Aber sag mal, bist du okay? Du klingst als würdest du gleich einschlafen. War das Gespräch so anstrengend?“

„Ach, es ging eigentlich.. also, schon anstrengend, aber im Rahmen.“ Mirko seufzte. „Ich glaub eher ich werde krank. Mein Kopf fühlt sich an wie mit Watte gefüllt.“ Er lachte humorlos. „Was für ein Timing.“

Daniel schmunzelte. „Besser heute als gestern. Morgen wäre allerdings noch besser gewesen.“

„Wohl wahr,“ stimmte Mirko zu. „Aber hilft ja nichts. So, ich mach mich dann mal auf den Weg. Dir noch einen ruhigen Abend, wo auch immer du grade bist. Übrigens witzig: Bei dir im Hintergrund läuft gerade das gleiche Lied wie hier. Ich hör’s durch’s Telefon.“

Daniel stutzte und lauschte. „Tatsächlich. Sogar an der gleichen Stelle.“ Er lachte ungläubig. „Du bist aber nicht gerade im „Lohmann’s“, oder?“

Mirko stöhnte. „Doch. Das ist genau gegenüber von der Firma, und ich dachte ich setz‘ mich zum Telefonieren eben ins Warme.“

Er hatte kaum fertig geredet, als Daniel aus dem Nebenraum des Restaurants trat, ihn nach kurzem Suchen entdeckte, und zu ihm kam. Daniel steckte sein Handy ein und setzte sich zu Mirko an den Tisch. „Tja, da hättest du dir den Anruf sparen können.“

„Ich hab‘ eh ’ne Flatrate,“ murmelte Mirko zerstreut und rieb sich die Augen. „Wieso bist du denn hier?“

Daniel musterte ihn scharf. „Feierabend,“ antwortete er kurz angebunden. Dann beugte er sich rüber, fasste Mirkos Kopf und legte ihm prüfend die Hand auf die Stirn, dann an die Wangen.

„Du hast Fieber, und nicht zu knapp.“ Er lehnte sich wieder zurück. Sein Gesichtsausdruck war ernst geworden. „Du gehörst ins Bett, nicht an eine Betriebsfeier.“

Mirko blinzelte überrascht. Seine Finger fassten unbewusst an die Stelle wo Daniels Hand gerade noch gewesen war. „Betriebsfeier? So weit ist es noch lange nicht.“ Er schüttelte den Kopf. „Es wird schon gehen, die paar Stunden halte ich noch aus.“

Daniel sah ihn nachdenklich an. „Ich glaube ehrlich gesagt, du schätzt das falsch ein. Dass es dir schlecht geht hast du erst in den letzten ein bis zwei Stunden gemerkt, oder?“

Mirko nickte widerwillig.

Daniel machte eine „da hast du’s“-Geste. „Im Moment magst du dich durch die Watte im Kopf noch durchkämpfen können. Aber das wird die nächsten Stunden noch weiter in diesem Tempo schlimmer werden. Du bist noch lange nicht am tiefsten Punkt.“

Mirko fluchte, aber Daniel liess sich dadurch nicht beirren: „Mein fachlicher Ratschlag ist: Lass diese nicht-Betriebsfeier sausen. Ich fahr dich heim, und dann kümmerst du dich erstmal um das was du da ausbrütest.“

Mirko verzog das Gesicht. „Ich hab zugesagt. Ich muss da hin.“

Daniel verdrehte die Augen. „Dann sag ab. Deine Gesundheit geht vor.“

Mirko riss frustriert die Hände hoch. „Du verstehst das nicht! Dieser Abend ist wichtig. Socializing ist ein essentieller Bestandteil des Jobs. Wenn ich da nicht auftauche kann ich eine Zusage vergessen!“

„Ihr BWLer habt einfach die falschen Prioritäten,“ seufzte Daniel. Er sah Mirko ernst an. „Ausserdem rechnest du wie gesagt falsch. Wenn ich deinen Zustand richtig einschätze, dann wirst du dich in etwa zwei Stunden nicht mehr auf den Beinen halten können. Schneller, wenn in der Kneipe wo ihr hingeht geraucht wird.“ Mirkos Blick sagte ihm, dass das der Fall sein würde. „Was für einen Eindruck machst du wohl auf deinen potenziellen Arbeitgeber, wenn du mitten in der Feier zusammenklappst, hm?“

Mirko schluckte. Er suchte verzweifelt nach Strohhalmen. „Es kann aber auch sein, dass du dich irrst, oder? Ich meine, du hast mich nur kurz angefasst. Nur weil ich erhöhte Temperatur habe, heisst das noch lange nicht, dass ich wirklich so super krank bin!“

Daniel hob eine Augenbraue. „Du hast nicht erhöhte Temperatur, sondern Fieber.“

„Vielleicht hast du einfach nur kalte Hände?“ Mirko rieb sich die Schläfen und schüttelte den Kopf. “Daniel, ehrlich, ich schätze es, dass du dir Sorgen machst. Aber es ist übertrieben. Ausserdem steht absagen nicht zur Debatte, ich muss da hin.“

Daniels Augen verengten sich zu Schlitzen. Er musterte Mirko einen Moment, dann stand er abrupt auf. „Warte hier,“ sagte er knapp, und ging zur Tür. Mirko sah ihm verblüfft nach.

Einen Moment später kam Daniel mit einer Tasche in der Hand zurück. Er stellte sie auf den Stuhl, wühlte kurz darin, und hielt Mirko dann ein Fieberthermometer unter die Nase. „Wenn du’s meinen Händen nicht glaubst, glaubst du’s dann wenigstens der Technik?“

Mirko stöhnte genervt. „Ernsthaft?! Okay, dann gib halt her!“

Er wollte nach dem Thermometer greifen, aber Daniel zog es ausser Reichweite. „Komm mit,“ sagte er stattdessen, und drehte sich um.

Mirko sah ihm erneut verwirrt nach, beeilte sich dann aber, ihm zu folgen.

„Was willst du denn bei den Toiletten?“ fragte er verdutzt, als er aufgeholt hatte und Daniels Ziel klar wurde.

Daniel drehte sich nur kurz zu ihm um und bedachte ihn mit einem „wie blöd kannst du eigentlich fragen?“-Blick. Er ging an den Pissoirs vorbei und betrat die hinterste Kabine, obwohl die anderen auch alle frei waren.

Ein paar Schritte weiter erkannte Mirko, dass es eine Behindertentoilette war, mit extra viel Platz und einem eigenen Waschbecken.

Daniel bedeutete ihm, reinzukommen, und schloss die Kabinentür hinter ihm ab. Dann sah er Mirko auffordernd an. „Hose runter.“

Endlich verstand Mirko. Er spürte wie sein Gesicht rot anlief. „D-das ist jetzt nicht dein Ernst?!“

Daniel sah ihn verwundert an. „Fiebermessen ist rektal am genausten. Ist das wirklich noch immer nicht Allgemeinwissen?“

Mirko wandte den Blick ab. „Schon. Aber..“ Er rieb sich unsicher die Arme. „Komm schon. Ich bin doch kein Baby mehr!“

Daniel seufzte. „Das hat ja auch nichts mit dem Alter zu tun. Was meinst du wie oft ich das heute schon gemacht habe, hm? Bei Erwachsenen, meistens älter als du. Was ist los, zierst du dich? Du hast nichts was ich nicht schon mal gesehn habe.“

Mirko lachte nervös. „Das ist mir schon klar. Ich meine, du bist schwul UND Arzt, logisch weisst du wie Typen nackt aussehn. Aber..“

Daniel sah ihn abwartend an. „..aber?“, fragte er, als Mirko nichts sagte.

Mirko rang nach Worten. Dann schnaubte er frustriert. „Nichts aber.“ Er drehte sich um, immer noch mit hochrotem Kopf, und riss seinen Gürtel auf.

Daniel sparte sich einen Kommentar und schüttelte nur den Kopf. Er deutete auf die Toilette. „Hier, stütz dich an den Haltegriffen ab.“

Mirko schob seine Hose und Unterwäsche in die Knie, beugte sich vor und stützte sich wie geheissen auf die Griffe neben dem Klo.

Er hörte Knistern hinter sich, und dann ein Piepsen. „Was machst du?“, fragte er nervös.

„Ich habe den Fiebermesser in eine Schutzhülle gesteckt, damit ich ihn danach nochmal für andere Leute wiederverwenden kann,“ erklärte Daniel ruhig. Er trat neben Mirko und legte ihm die Hand auf den Rücken. „Entspann dich. Konzentrier dich aufs ausatmen.“

„Okay.“ Mirko versuchte sichtlich, dem Ratschlag zu folgen. Er atmete tief ein, und dann langsam wieder aus.

Sanft spreizte Daniel Mirkos Pobacken und führte das Thermometer ein. Er hielt es fest, und legte die andere Hand wieder beruhigend auf Mirkos Rücken.

Nach einem Moment trat Mirko nervös von einem Bein aufs andere. „Wie lange noch?“

„Bis es piepst.“ Er tätschelte seinen Rücken. „Sollte gleich soweit sein.“

Es dauerte tatsächlich nicht lange. Daniel zog das Thermometer raus und warf die Schutzhülle weg, während Mirko hastig seine Hose wieder hochzog und zumachte.

Als er sich wieder umdrehte, hielt Daniel ihm das Thermometer hin, damit er die Anzeige lesen konnte. „Glaubst du’s mir jetzt?“

„Scheisse!“ Mirko liess sich auf den Klodeckel fallen und vergrub das Gesicht in den Händen.

Daniel sah ihm mitleidig zu, verkniff es sich aber, den Ratschlag von vorhin nochmal zu wiederholen. Stattdessen ging er zum Spülbecken und wusch sich die Hände.

Nach einem Moment sah Mirko verzweifelt wieder zu ihm hoch. „Daniel, du kennst dich doch aus. Kannst du mir nicht einfach etwas geben, was die Krankheit ein paar Stunden aufhält?“

Daniel hob abwehrend die Hände. „So funktioniert das nicht. Medikamente können höchstens die Symptome eine Weile unterdrücken, aber dadurch würd’s dir dann hinterher nur noch dreckiger gehen.“

„Das wär okay!“ Mirkos Augen glänzten jetzt nicht nur fiebrig, sondern hoffnungsvoll. „Ich brauche nur ein paar Stunden um mich mit dem Team zu unterhalten. Danach leg ich mich ins Bett und kurier mich aus.“

Daniel schüttelte den Kopf. „Das ist doch Quatsch. Mirko, glaub mir, du tust deinem Körper nichts Gutes damit.“

„Aber es IST möglich?“ Mirko stand auf und ging einen Schritt auf ihn zu. „Daniel, bitte,“ sagte er eindringlich, „hilf mir. Dieser Job ist verdammt wichtig. Ich kann jetzt nicht schlapp machen.“

Daniel sah ihn mit zusammengekniffenen Lippen missbilligend an. Aber Mirko hielt dem Blick stand.

Schliesslich gab Daniel auf. „Behaupte nachher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt,“ sagte er. Er öffnete die Kabinentür, sagte „bleib hier!“, und schloss sie dem verdutzten Mirko vor der Nase wieder.

Als er mit seiner Tasche zurückkam hatte Mirko die Kabinentür zugesperrt, damit niemand anderes reinkommen konnte. Die restlichen Toiletten waren aber ohnehin immer noch alle unbesetzt. Daniel dankte im Stillen dem Architekten dafür, dass er Kabinentüren eingebaut hatte die bis zum Boden gingen. Es konnte also niemand unter der Tür hindurch sehen, dass sie zu zweit in der Kabine waren. Nur Geräusche konnten hindurchdringen.

Mirko öffnete ihm, als er sich meldete. Daniel betrat die Kabine, stellte die Tasche auf den Boden und suchte zusammen was er brauchte.

„Hose runter!“, sagte er, als Mikro die Tür wieder verschlossen hatte.

„Was, wieso? Du hast doch scho.. – “ In diesem Moment hörten sie, wie die Tür zum Restaurant aufging, und jemand die Toilettenräume betrat. Mikro hielt mitten im Wort inne und sprach nicht weiter.

Wortlos hielt Daniel einen Blister mit Zäpfchen hoch.

Mirkos Augen weiteten sich. Er schüttelte entschieden den Kopf und wich einen Schritt zurück.

Daniel seufzte. Aber seine Haltung war klar: Take it or leave it. Keine Diskussion.

Mirko biss sich auf die Unterlippe. Er haderte so lange mit sich, wie die Person draussen am Pissoir brauchte, um ihr Geschäft zu erledigen.

Schliesslich resignierte er, ging steifbeinig zum Klo mit den Haltegriffen hinüber, und öffnete seine Hose, ohne Daniel anzusehen.

Er atmete auf, als die Geräusche draussen anzeigten, dass die Person die Toilettenräume verliess und sie wieder alleine waren.

„Daniel?“, fragte er unsicher, ohne sich umzusehen. „Du.. benutzt dafür aber jetzt schon irgendeine Creme oder so, ja?“

Daniel schmunzelte. „Ich bin Arzt UND schwul, wie du dich erinnerst. Meinst du nicht, ich kenne mich mit Ärschen aus?“ Er trat hinter ihn und sagte etwas sanfter: „Ich tu dir nicht weh, Mirko. Keine Sorge.“

Trotzdem gab er sich extra viel Mühe, den Fingerling mit Gleitmittel anzufeuchten. „Achtung, kalt,“ warnte er, bevor er Mirkos Pobacken spreizte und auch dort ein bisschen Gleitmittel hinschmierte.

Mirko murrte, hielt aber still.

„Entspann dich,“ wiederholte Daniel die Anweisung vom letzten Mal. „Konzentrier dich auf’s Ausatmen. Und wenn es unangenehm wird, dann versuch eher mich rauszudrücken als zusammenzuklemmen.“

Das erste Zäpfchen flutschte widerstandslos durch Mirkos glitschiges Poloch. Das zweite Zäpfchen schob Daniel mit dem Finger nach.

Mirko atmete hörbar aus und machte dann ein fragendes Geräusch, als Daniel den Finger nicht gleich wieder raus zog.

„Ich will verhindern dass es gleich wieder rausrutscht,“ beantwortete Daniel die wortlose Frage, und tätschelte Mirkos Rücken. „Dauert nicht lange. Ist es sehr unangenehm?“

Mirko schluckte und schüttelte dann den Kopf.

„Das ist gut. Was hast du sonst für Symptome? Halsschmerzen? Übelkeit? Durchfall? Schmerzen beim Atmen?“

Mirko blinzelte überfordert und versuchte dann der Reihe nach zu antworten. „Hm.. Halsschmerzen fangen wohl grade an, ja. Übelkeit auch ein bisschen? Durchfall, uh..“ Mirko spürte wie er wieder rot wurde und übersprang das Thema einfach. „Atmen tut nicht weh. Aber irgendwie sonst alles..“

Daniel war nicht überrascht. „Das sind dann vermutlich Gliederschmerzen. Okay.“ Er tätschelte wieder Mirkos Rücken. „Ich zieh meinen Finger jetzt raus, drück ein bisschen mit, dann tuts nicht weh.“

Mirko nickte und tat wie geheissen. Er seufzte erleichtert, als sein Hintern endlich befreit war, und richtete sich langsam auf. Daniel warf den benutzten Fingerling in den Müll. Er riss ein paar Blätter Toilettenpapier ab und hielt sie Mirko hin. Mirko nahm das Papier, wich Daniels Blick aber aus.

Daniel drehte sich weg und kümmerte sich um seine Tasche, um Mirko einen Moment Privatsphäre zu lassen, bis er seine Hose wieder an hatte.

„Ich gebe dir gleich noch Tabletten,“ sagte er ohne sich umzudrehen. „Die solltest du mit Wasser einnehmen, ich hab vorhin an der Bar welches bestellt.“

„Was, wieso hast du mir nicht gleich Tabletten gegeben?“, beschwerte sich Mirko. „Dann hättest du nicht.. uh.“ Er brach ab.

Daniel seufzte. „Weil Zäpfchen schneller wirken und deinen Körper weniger belasten.“ Er sah auf seine Uhr. „Und dass es schnell wirkt ist definitiv ein Vorteil, den du haben möchtest.“

Mirko sah ebenfalls auf die Uhr. „Oh, scheisse.“

Daniel nickte. „Eben.“ Er drehte sich um und sah, dass Mirko wieder voll bekleidet war. Er öffnete die Kabinentür und trat hinaus. „Ich fahr dich gleich eben mit dem Auto hin, dann kommst du noch einigermassen rechtzeitig.“

Mirko schluckte und folgte ihm. „Daniel.. Danke.“

„Mh-hm.. Dank mir nicht vor heute Nacht,“ schmunzelte Daniel. „Du wirst mich hassen.“

Mirko holte an der Bar die bestellte Flasche Wasser ab, bezahlte alles, und ging dann mit Daniel zu dessen Auto.

Die kurze Fahrt reichte, um die zusätzlichen Tabletten einzunehmen und noch welche einzustecken.

„Wenn du merkst dass dein Kopf wieder wattig wird, dann nimm nochmal zwei von den Blau-weissen. Und bitte trink keinen Alkohol dazu.“

Mirko hatte sich die Instruktionen aufmerksam angehört, aber jetzt stöhnte er auf. „Das ist ein Kneipenabend. Die werden ALLE saufen!“

Daniel zuckte mitleidlos mit den Schultern. „Dann bleibst du eben als einziger abstinent. Dass sich deine Medikamente nicht mit Alk vertragen kannst du ja ehrlich als Grund angeben.“

Mirko seufzte und sagte nichts. Aber sie waren auch schon da.

Daniel hielt ihn nochmal zurück, als er aussteigen wollte. „Mirko, tu mir einen Gefallen und achte auf deine Grenzen. Länger als vier oder fünf Stunden hältst du nicht durch. Und ruf mich an wenn ihr fertig seid, dann hole ich dich ab.“

„Oh,“ Mirko sah ihn verwundert und berührt an. „Sicher? Ich denke du hast Feierabend und willst eher schlafen?“

Daniel nickte. „Ich kann aber nicht ruhig schlafen, wenn ich weiss dass du in deinem Zustand versuchst einen Nachtbus zu bedienen.“

„Bedienen.“ Mirko schmunzelte. „Okay. Danke Daniel. Ich bin dir was schuldig.“

Daniel schüttelte nur den Kopf und hob grüssend die Hand, als Mirko ausstieg und zur Kneipe ging.

. . .

Diesmal ging Daniel schon nach dem zweiten Klingeln ran.

„Mirko?“

„D-daniel? Wir sind fertig, g-glaub ich..“

„Und, lass mich raten, du hast Schüttelfrost und kotzt dir die Seele aus dem Leib?“

Mirko seufzte. „Das zweite z-zum Glück n-noch nicht.“

„Ich komm. Such dir einen warmen Ort zum Warten.“

. . .

Der zweite Teil erledigte sich noch während der Rückfahrt im Auto. Daniel hatte vorsorglich Tüten mitgebracht.

„Du zielst gut,“ meinte er – irgendwo zwischen anerkennend und galgen-humorvoll – und hielt kurz an, um die volle Tüte zu entsorgen.

„Und du hattest Alk, nicht wahr?“

Mirko nickte kläglich.

„Idiot.“

Diesmal war das Nicken schuldbewusst.

. . .

Der Rest der Nacht bestand für Mirko aus frieren, schwitzen, sich übergeben, husten und von Daniel mit Untersuchungen, Fiebermessen, Wadenwickeln, Säften und Zäpfchen gequält werden.

Für Daniel hingegen war die Nacht dem vorangegangenen Tag ziemlich ähnlich – bloss mit weniger Schlaf, weniger Anfahrtsweg und weniger Mitleid seinem Patienten gegenüber.

. . .

Die darauffolgenden Tage verschlief Mirko fast völlig. Zwischendurch wurde er von Daniel geweckt um seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Trinken, essen, Toilette, waschen, Bett neu beziehen, untersuchen, Medikamente. Und hin und wieder war er kurz wach und klar genug, um die lindernden Berührungen seines Pflegers zu vermissen.

. . .

Daniel sass auf der Kante seines Gästebetts und sah irritiert auf Mirko hinunter, in dessen Hintern gerade sein Finger steckte. Mittlerweile war er wieder oft und lang genug wach, um mitzubekommen was in seiner Umgebung geschah – und um sich darüber zu beschweren. Über die Zäpfchen hatte er sich aber interessanterweise seit dem Tag in der Restauranttoilette nicht nochmal beschwert. Umso mehr irritierten Daniel die fruchtlosen Vertuschungsversuche.

„Mirko, halt still. Du brauchst deine Erektion nicht verstecken, das ist eine völlig normale, rein körperliche Reaktion auf anale Stimulation, und sagt nichts über dich aus.“

Mirkos Bewegungen hörten sofort auf. Dann versteckte er stattdessen sein Gesicht im Kopfkissen. „Nein,“ ertönte seine Stimme gedämpft aus dem Stoff.

„Nein?“, wiederholte Daniel belustigt. „Welcher Teil?“

Mirko seufzte tief. „Ich..“ Er schluckte und befreite sein Gesicht aus dem Kissen. Seine Wangen waren gerötet, aber nicht vom Fieber. „Ich.. ich hab mich schon lange gefragt..“ Er stockte und befeuchtete seine Lippen. „Wie es wohl ist mit einem.. naja..“ Er holte tief Luft. „Mit einem Mann.“

Bei den letzten Worten drehte er sich auf den Rücken und gab gezielt den Blick auf seine Erektion frei, die er gerade eben noch versucht hatte zu verstecken. Unsicher begegnete er Daniels Blick.

„So so,“ sagte Daniel bedächtig, „mit einem Mann. Du meinst, mit jemandem, der aus Erfahrung weiss was sich gut anfühlt?“

Er griff nach Mirkos Erektion und bewegte massierend die Vorhaut über die Eichel.

Mirko stöhnte erregt auf, und hob sich Daniels Hand entgegen. „Ja!“, seufzte er unnötigerweise.

„Mh-hm..“ Daniel fuhr schmunzelnd fort, und schnell war an der wachsenden Erektion keine bewegliche Vorhaut mehr zu finden.

Er hielt inne. „Mirko?“

Mirko hatte den Kopf seufzend ins Kissen gedrückt und sah jetzt verunsichert auf.

„Drück meinen Finger raus,“ sagte Daniel, „und bleib so, ich bin gleich wieder da.“

Mirkos Besorgnis wuchs dadurch eher, aber er gehorchte und sah Daniel verwirrt nach, als dieser das Zimmer verliess.

Kurz darauf kam Daniel zurück und hielt eine Flasche mit Silikongleitgel hoch.

„Oh,“ sagte Mirko erleichtert. Er zog erwartungsvoll die Beine an, als Daniel sich wieder zu ihm setzte, und sah zu wie Daniel sich einen zweiten Fingerling überzog und die beiden und seine andere Hand mit Gleitgel benetzte.

Die vom Gleitgel glitschige Hand an seiner Erektion fühlte sich wunderbar sanft und gleichzeitig fordernd an. Mirko liess sich stöhnend nach hinten ins Kissen sinken, spreizte die Beine und gab sich Daniels Händen hin.

„Hm,“ sagte Daniel interessiert, „was magst du wohl lieber, Fickbewegungen?“ Er führte langsam seinen Mittelfinger in Mirkos Hintern ein, immer ein bisschen vor und wieder zurück, mit schneller werdendem Rhythmus. „Oder Dehnung?“ Er zog den Finger fast ganz aus Mirko raus, und führte ihn dann zusammen mit dem Zeigefinger wieder ein. Mirko stöhnte und zog sich um die Finger zusammen. Daniel schmunzelte. „Oooder..“ Er drückte die Finger tief in Mirko hinein und krümmte sie dann. Mirko krallte sich ächzend ins Laken.

„Ja, genau da,“ sagte Daniel zufrieden, und brachte Mirko mit einer geübten Mischung aus Handjob, Fingern und Prostatamassage zum Orgasmus.

Es fiel Daniel zu, Mirko nach diesem Erlebnis von Sperma- und Gleitgelspuren zu säubern und wieder anzuziehen. Mirko selbst war zu geschafft dafür und hatte schon Mühe damit, so lange wach zu bleiben.

Trotzdem bemühte er sich redlich.

„Daniel,“ murmelte er schliesslich, und versuchte seine Augen vom zufallen abzuhalten, „soll ich nicht auch.. dich.. also, ich meine.. “ er wurde rot. „Jetzt bin nur ich gekommen.“

Daniel schüttelte schmunzelnd den Kopf. „Das ist ein nobler Gedanke, Mirko. Aber vielleicht warten wir damit besser, bis du wieder länger als zwei Minuten alleine stehen kannst.“

Er stand auf und deckte Mirko zu. „Schlaf erstmal.“

. . .

„Es ist so unfair,“ Mirko stöhnte auf, „dass du nur toppst,“ Daniels Finger drangen tief in ihn ein und er drückte sich ihnen entgegen, „so hab ich gar keine Chance,“ er spreizte die Beine mehr und rieb stöhnend seine Erektion am Kissen unter sich, „das auch zu lernen,“ er krallte sich am Laken fest, als Daniels Finger seine Prostata fanden.

Daniel verdrehte die Augen und sparte sich einen Kommentar.

Ein paar Bewegungen noch, dann zog er seine Finger aus Mirko zurück, der sich seufzend entspannte, und entledigte sich des Handschuhs. Stattdessen zog er ein Kondom über seine Erektion, und schmunzelte darüber, wie gierig Mirko ihm dabei zusah.

Er tätschelte auffordernd sein Bein. „Komm hoch auf die Knie.“

Mirko gehorchte bereitwillig und sah über die Schulter nach hinten, wo Daniel seine Erektion mit Gleitgel benetzte, und sich dann unter Mirko positionierte.

„Und jetzt langsam nach hinten und aufrichten,“ wies Daniel an. „Mach die Augen zu und konzentrier dich auf deinen Arsch, ich übernehme das mit dem Zielen.“

Mirko grinste, tat aber wie geheissen, und sein Gesichtsausdruck verwandelte sich bald wieder in Lust.

Er bewegte sich langsam nach hinten, bis er Daniels Erektion an seinem Hintern spürte. Sein Schliessmuskel war weichmassiert und glitschig, und gab dem Druck ganz leicht nach. Mirko stöhnte auf, als die Erektion in ihn eindrang, und drückte sich ihr entgegen.

„Langsam,“ mahnte Daniel, seufzte aber geniesserisch.

Mirko hatte keine Lust, langsam zu machen. Er fand schnell heraus, welche Bewegungen und Winkel sich am besten anfühlte, um sich mit Daniels Erektion zu ficken, und nutzte sie stöhnend, schneller und härter werdend.

„Stopp,“ sagte Daniel schliesslich, hielt Mirko fest und atmete tief durch, während Mirko winselnd protestierte. Daniel schmunzelte und tätschelte Mirkos Pobacke. „Dreh dich auf den Rücken. Jetzt bin ich dran.“

Mirko gab einen erfreuten Laut von sich, löste sich vorsichtig von Daniels Erektion, und legte sich auf den Rücken.

Daniel hielt Mirkos Beine nach oben, setzte seine Erektion an, und drang langsam in ihn ein. Mirko seufzte auf: „Härter, bitte.“

Daniel gehorchte gerne, und als Mirko seine Beine selbst festhielt, konnte er sich ganz darauf konzentrieren, seine Stösse so hart zu auszuführen wie es ihnen gefiel.

Nach einer Weile wies er Mirko an, die Beine wieder zu spreizen. Er hielt sie links und rechts von sich fest, und Mirko reagierte auf den veränderten Winkel mit einem Stöhnen.

„Fass dich an,“ sagte Daniel rau, „bring dich zum Orgasmus.“

Mirko gehorchte, errötend und mit geschlossenen Augen, aber umso lauter stöhnend.

Daniel spürte wie Mirko um ihn herum kam, er genoss die Wellen des Höhepunktes und führte sie zu seinem eigenen.

Keuchend und zufrieden lagen sie danach nebeneinander.

„Wow,“ seufzte Mirko, „das war gut. Davon träum ich seit diesem scheiss Fiebermesser.“

Daniel sah ihn perplex an. „DER hat dich erregt?“

Mirko nickte verschämt. „Jedes Mal. Schlimm?“

Daniel schüttelte schmunzelnd den Kopf. „Verfälscht aber wahrscheinlich das Ergebnis.“

. . .

„Ja, also dann..“ Mirko nahm seine Tasche aus dem Kofferraum und hängte sie sich um. „Danke fürs zum Bahnhof bringen.“ Er sah Daniels Blick und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Und natürlich Danke für alles andere. Ich, äh.. habe viel gelernt, diese Woche.“ Er spürte wie er rot wurde, und sah zu Boden.

Daniel schnaubte belustigt. „So kann man’s natürlich auch formulieren.“ Er klopfte Mirko auf die Schulter. „Trotz allem, meine Hochachtung dafür, dass du’s in dem Zustand geschafft hast, den Job zu kriegen.“

Mirko sah ihn grinsend an. „Danke. Zu grossem Teil dein Verdienst, schätz ich.“ Er wurde wieder ernst. „Dadurch werd ich dann jetzt wohl demnächst hier in deine Gegend ziehen. Meinst du wir können uns dann hin und wieder.. naja, sehen?“

Daniel lächelte und nickte. „Das würde mich freuen.“

Er umarmte Mirko zum Abschied. „Komm gut heim, grüss mir Pa, und erzähl ihm bloss nur die jugendfreien Teile des Besuchs!“

 

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