Ausgrenzung macht krank

Ausgrenzung macht krank - © Piotr Marcinski - Fotolia

Der Kampf gegen die Krankheit beinhaltet mehrere Ziele. Zum einen sollen Neuinfektionen und zum anderen die Sterberate der Aids-Kranken gesenkt werden.

Zusätzlich sollen jedoch auch die Diskriminierung, Stigmatisierung und Kriminalisierung von Menschen mit HIV und Aids bekämpft werden. „Die Lebensqualität der Infizierten hängt zu einem großen Teil von der sozialen Situation ab“, erklärt Beck. Viele der Erkrankten erleben demnach immer noch eine soziale Ausgrenzung. „Der Kampf gegen die Krankheit ist daher gleichzeitig ein Kampf gegen Diskriminierung“, sagt er.

Chronisierung bei Früherkennung

Derzeit leben rund 34 Mio. Menschen weltweit mit dem HI-Virus, wobei zwei Drittel davon die Subsahara-Region betreffen. Im Vergleich zu der Zahl an Neuinfizierten von vor zehn Jahren, waren es 2011 rund 20 Prozent weniger. „Der Zugang zu einer Therapie ist auch in armen Ländern breiter geworden, auch wenn diesbezüglich in vielen Regionen dennoch großer Nachholbedarf besteht“, so Beck. Der Hauptteil der Erkrankten sind zwischen 25 und 50 Jahren. In Österreich wird die Zahl der Neuinfizierten bis Ende dieses Jahres jedoch um rund 3,5 Prozent gestiegen sein.

Aids ist laut Beck von einer tödlichen zu einer chronischen, behandelbaren Krankheit geworden, womit Betroffene mehrere Jahrzehnte leben können. „Die Voraussetzung für eine hohe Lebenserwartung ist allerdings das rechtzeitige Erkennen der Infektion, damit die Therapie erfolgreich angewandt werden kann“, führt Dirnberger aus. Aus diesem Grund empfiehlt er eine Testung auf HIV, die im Aids-Hilfe-Haus kostenfrei angeboten wird.

„PAAARC-Projekt“ und „Job Impuls“

Mit zwei Projekten konnte die Aids Hilfe Wien für 2012 Erfolge feststellen. Einerseits konnten mit dem „PAAARC-Projekt“ Migranten aus der Subsahara-Region, wo die meisten und erst spät diagnostizierten Erkrankten gezählt werden, adäquat über Risiken und Angebote informiert werden. Für das in Österreich einzigartige Projekt wurden Peer-Edukatorinnen ausgebildet, um ihre Landsleute auf die Krankheit aufmerksam zu machen und sie umfassend darüber aufzuklären. Das Projekt förderte eine erhöhte Nutzung von Gesundheitsangeboten, unter anderem auch gegen Hepatitis B.

Das zweite Projekt stellt „Job Impuls“ dar, mit dem 16 von 76 Betroffenen wieder in das Berufsleben eingegliedert werden konnten. Menschen mit HIV müssen nach wie vor gegen das Vorurteil kämpfen, nicht gänzlich körperlich einsetzbar zu sein. Ein Drittel der Betroffenen ist daher arbeitslos und wünscht sich einen Wiedereinstieg in das Arbeitsleben. „Die Aids-Hilfe fördert die Fähigkeiten, die vom Arbeitsmarkt verlangt werden“, so Dirnberger. Auch künftig soll die soziale und medizinische Situation der Betroffenen verbessert werden.

Über marvin 1337 Artikel
Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen