Wie ich als Hetero entjungfert wurde

Schwule Kurzgeschichten

Ich möchte Euch von jenem Abend erzählen, der mein Leben veränderte. Nie hätte ich gedacht, dass ich als „standfester“ Hetero im Stande sein würde, Sex mit einem anderen Mann zu haben! Doch an jenem Abend verlor ich die Kontrolle – über mich und über alles was mir bislang heilig war. Ich habe seither mit niemandem über das Erlebte gesprochen und obschon es unbeschreiblich intensiv war, bleibt tief verborgen ein dumpfes Schamgefühl zurück. Vermutlich nicht zuletzt deswegen, weil ich mir eingestehen muss, dass mich die Erinnerung an jenen Abend noch immer ausserordentlich erregt.

Ich kannte Kai von der Uni. Kai schien einer jener Lieblinge der Götter zu sein, denen einfach Alles in die Wiege gelegt wurde. Ein Traum von einem Mann! 1.85m gross, 90 kg, dunkles, festes Haar, dunkler Taint, braune Augen, Spitzensportler (er hatte seinerzeit einen Profivertrag als Handballer ausgeschlagen!) und – als wäre das nicht genug – war er überdies ein cleveres Köpfchen. Selbstredend, dass mit dieser Erscheinung ein gesundes selbstvertrauen einhergeht, womit Kai nicht überall nur gut ankam. Ich jedoch hatte damit keine Probleme. Denn erstens hatte ich keine Komplexe und zweitens war ich zurückhaltend genug, um mit dominanten Persönlichkeiten zurecht zu kommen. Kennengelernt habe ich Kai anlässlich einer Semesterarbeit an der Uni, wobei die Zusammenarbeit dermassen problemlos verlief, dass wir locker eine Eins abholten. Kai wollte dies unbedingt mit mir feiern und so verabredeten wir uns eines Abends um „einen drauf zu machen“. So besuchten wir den angesagtesten Club der Stadt und es dauerte auch nicht lange und wir hatten beide ein Mädchen angebaggert. Kai gefiel es, dass ich ebenfalls ein Draufgänger war und offensichtlich keine Probleme damit hatte, neue Bekanntschaften zu schliessen. Seither verabredeten sich Kai und ich so alles sechs Monate für einen Streifzug durch die Stadt. Kai und ich behielten diese Tradition auch nach unserer Studienzeit bei und es war eigentlich immer ein gelungener, feuchtfröhlicher und flirtreicher Abend. Bis zu diesem einen Mal.

Am besagten Abend hatte ich mich einmal mehr mit Kai verabredet. Doch eigentlich war ich gar nicht in Stimmung, denn ich hatte soeben eine Beziehung beendet und ich trauerte der verlorenen Liebe nach. Aber einen Typen wie Kai versetzt man nicht und folglich fuhr ich zu ihm. Kai war in der Zwischenzeit in nach Düsseldorf gezogen. Er zeigte mir seine neue Luxuswohung und das für mich hergerichtete Gästezimmer. Kai wies mich explizit darauf hin, dass es sich um ein Doppelbett handeln würde und ich gerne ein Mädchen mit aufs Zimmer nehmen dürfe. Doch der Abend sollte ganz anders ablaufen.

Wie gewohnt tranken wir erst ein paar Cocktails, plauderten über die guten alten Studientage und gingen dann clubben. Doch diesmal vermasselte ich den Abend. Wir hatten eine Flasche Champagner bestellt, Kai war gerade dabei eine hübsche Blondie anzulachen, während ich es irgendwie schaffte, mit einem Typen Streit anzufangen. Kai kam irgendwie dazwischen und wenig später flogen wir aus dem Club. Diesmal war das Geld futsch und wir machten uns ohne ein Mädchen am Arm, ja sogar ohne heissen Flirt und ohne vielversprechende Telefonnummer auf den Heimweg. Das war für mich, aber noch mehr für Kai, eine neue Erfahrung. Ich spürte seinen Frust deutlich und ich merkte auch, dass er mich für den verpatzten Abend verantwortlich machte. Wir gingen zurück in seine Wohnung, zogen uns bis auf das T-Shirt und die Shorts aus, sassen zusammen aufs Sofa und gönnten uns überflüssigerweise ein paar weitere Drinks. Nebenbei zappten wir ein bisschen durchs TV-Programm.

Irgendwann erwischte Kai einen Pornokanal und aus wir sahen uns das einfallslose getue für ein paar Minuten gelangweilt an. Doch dann wechselte die Szenerie und es folgte eine überaus gelungene MMF-Sequenz, in welcher sich zwei zwei attraktive Männer mit einer Blondine vergnügten, die derjenigen aus dem Club, die Kai knapp entgangen war, auffallend ähnlich sah. Bald darauf vergnügten sich auch die beiden Männer untereinander, doch Kai zappte zu meinem Erstaunen nicht weiter. Zugegeben, mich erregte die Szene, doch achtete ich sehr darauf, dass mich meine Shorts nicht verraten würden, denn ich wollte nicht, dass Kai mich für schwul hielt. Mein Trick bestand darin, haarscharf neben dem Bildschirm vorbeizuschauen und an meine Arbeit zu denken. Auf diese Weise bemerkte ich allerdings auch nicht, was in Kai vorging. Dann kam einer jener Momente, die dich aus heiterem Himmel treffen, die eigentlich gar nicht wahr sein dürfen und bei denen man einen kurzen Augenblick daran zweifelt, dass sie tatsächlich real sind. Ein solcher Moment war es, als ich Kais Hand auf meinen Shorts spürte! „Hey was soll das?“ fuhr ich ihn an und nahm seine Hand reflexartig vom meinen Shorts. Ich sah Kai entsetzt und völlig überfordert an. Nie im Leben hätt ich diesem Machotypen sowas zugetraut! Doch Kai erwiderte ganz cool: „Ach komm, sei ehrlich, die Szene macht dich auch geil.“ Dabei blickte er mir ohne jede Schüchternheit direkt in die Augen und legte seine hand erneut zwischen meine Beine. Ich war ob seiner Penetranz dermassen geschockt, dass mein natürlicher Reflex, seine Hand erneut wegzuziehen, diesmal versagte. Auf diese Weise vergingen zwei, drei wertvolle Sekunden, die mich noch hätten retten können.

Ich frage mich bis heute, warum ich in diesem Augenblick zögerte. Der Schock alleine vermag das nicht zu erklären. Sicher waren Kais natürliche Autorität und seine natürliche Begabung seine Umwelt zu dominieren, weitere Gründe. Aber ich hätte auch dann bestimmt anders reagiert, wenn ich nicht irgendwo, tief in meinem Innern, seine Berührung gewollt hätte. Kai jedenfalls missdeutete mein Zögern als grundsätzliche Bereitschaft und so nahm mein Schicksal seinen Lauf. Kai ergriff meine Hand und legte sie auf seine Shorts. Ich sass wie versteinert da, blickte auf den TV-Screen, doch nahm ich schon längst nicht mehr wahr, was sich dort abspielte. Vielmehr war meine ganze Aufmerksamkeit auf meinen Tastsinn gerichtet, der der deutlich registrierte, wie mächtig und männlich sich Kais Schwanz unter meiner Hand anfühlte. Trotz seiner Shorts spürte ich dessen Härte und Wärme und auch, dass er deutlich grösser als meiner war.

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Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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