Unter dem Moskitonetz

Schwule Kurzgeschichten

Zugegeben, die Geschichte ist etwas ungewöhnlich. Sie handelt von meiner Reise nach Ostafrika. Da wollte ich schon lange mal hin, kannte es bis dahin nur aus Büchern und Berichten. Schon als kleiner Junge nahm ich gern heimlich die Bücher von Afrika aus dem Schrank. ‚Im Banne Afrikas, und so, um mir, ich gebe es zu, nackte Negerbengels anzusehen, die regten mich immer auf, wenn sie da so ganz splitternackt im Busch mit ihren Speeren standen, schlank, langschenklig und selbst das konnte man bei denen sehen, was mir ja verboten war zu sehen, ihre lang herunterhängenden Schwänze ohne Lendentuch. Die aber zogen meine Blicke magisch an und ich bekam merkwürdig triebhafte, ja sehnsuchtsvolle Gefühle davon; auch mein lebhaftes Rüsselchen begann sich dabei leise und empfindsam zu biegen und zu wachsen. Ja, es war so, ich bekam davon einen Steifen, wie bei kleineren Jungs eben und überhaupt.

Bald aber konnte ich nicht genug bekommen davon, wenn ich diese verbotenen, sehnsüchtigen Gefühle brauchte und genießen wollte. Irgendwann besaß ich auch so ein Heft, wo ein Neger mit wunderschönen nackten braunen Armmuskeln abgebildet war. Nur biss ihm da leider gerade ein gestreifter Tiger rein. Aber diese nackten Arme, geil gerundeten Gelenke, braune muskulöse Schultern fand ich immer sehr aufregend. Ich muss dazu sagen, dass das Thema Sexualität ein Tabuthema bei uns war. Alle machten einen weiten Bogen darum. Eltern, Schule, nur meine Schulkameraden nicht. Hier klärte man sich gegenseitig auf, immer wieder. Auch Schwule und Homos kamen dabei vor, aber das sagte mir nichts, vor allem nicht was die denn überhaupt machten, dass die sich fickten wie mit einem Mädchen war jenseits jeder Vorstellung. Wie sollte das gehen? Ich jedenfalls gehörte nicht zu denen, hätte auch nie dazu gehören wollen. Wie man sieht, ein verschüchtertes, kleines, aber stets geiles Bengelchen war ich.

Meinen jungen Geschlechtstrieb arbeitete ich gelegentlich im Badezimmer, dem einzigen verschließbaren Raum in der Wohnung, auf dem Läufer vor der Badewanne ab. Ich verschloss die Tür, zog mir dazu meine Hose runter, manchmal zog ich mich auch dazu ganz nackend aus und legte mich drauf und verschaffte mir am sich versteifenden Puller schöne Gefühle, der mir dabei immer bald ganz steif geworden war dabei, weil der Läufer weich war und ich mich darauf bewegen und reiben konnte bis es mir endlich kam, das heißt da kam ja noch gar nichts, ich wusste auch nicht, dass da mal was raus kommen würde aus mir und vor allem was das und wozu das wohl sein könnte. Man kann sich also meine Erwartung denken, die sich mit meiner Reise verband. Aber etwas aufgeklärter war ich inzwischen schon mit meinen fünfundzwanzig Jahren. Habe daran ja dauerhaft gearbeitet. Will mir gar nicht vorstellen, was aus mir hätte werden können, wenn ich diese Zeit auf meine schulische Entwicklung aufgewandt hätte. Einstein oder so?

Zurück zu meiner Reise in den „Schwarzen Kontinent“. Des nachts in Mombasa zu landen ist ein Ereignis. Eine tropenwarm schwüldufende Luft empfängt mich, so wie ich sie bisher nie erlebt habe. Es ist stockfinster. Eingeborene sitzen an funkelnden Feuerstellen unter den Silhouetten von Schirmakazien, der Bus rumpelt endlos über eine unsichtbare Lehmpiste. Angekommen in der Lodge, meinem gebuchten Domizil, schließlich wird mir ein winziger Bungalow zugewiesen. Er liegt ganz am Rand der Anlage, nahe am Stand, wo ich den unendlichen, nächtlichen Pazifik aus dem Dunkel rauschen höre. Er besteht aus vier Lehmwänden, einem gestrichenen Betonboden, einem Bett mit Moskitonetz, einer abgeteilten Dusche mit Fussbodenabfluss, das wars. Das alles mit einer Konstruktion aus Ästen und mit Makutiblättern abgedeckt. Ich krieche ermüdet rasch unter das Netz, zieh es zu. Abenteuer pur! Am nächsten Morgen an den Pool in den Liegestuhl. Unglaublich erregend schöne Boys kommen, wollen mir einen exotischen Drink bringen. Mir gehen die Augen über von den wunderschönen, elastischen Körpern; ich werde umsorgt wie noch nie, so muss das Paradies sein, denke ich und genieße die schattige Sonne die durch die umstehenden Palmen blitzt. Sie lachen, sind freundlich und natürlich, eine andere Welt! Dann erkunde ich den Ozean, warm wie in der heimischen Badewanne, denke ich und schwimme, mich in den Wellen wiegend, hinaus zum Korallenriff. Es befindet sich wenig unterhalb der Wasserfläche aber man kann drauf klettern. Ich mache das und will gerade jenseits in den glitzernden Ozean steigen, um hinaus zu schwimmen in Richtung auf Australien als mich ein heller Warnruf erreicht.

Wild gestikulierend steht da ein dunkelhäutiger, magerer Boy in einer blutroten Badehose und schreit: Attantion, attantion, Sharks. Ich kehre also um und gehe aus dem Wasser zu dem Boy. Djamboou, begrüßt er mich auf Suhaeli. Hallo, and thanks, sage ich. Jetzt höre ich, dass das Wasser hinter dem Riff haiverseucht ist. Wir kommen ins Gespräch. Ich sage ihm, dass ich Burkhard heiße, das muss für ihn absolut exotisch geklungen haben, er guckt verständnislos aus seinen schwarzen Augen. So einen Namen hatte er noch nie gehört. I’m Manou, sagte er darauf. Natürlich betrachtete ich seinen wundervollen, erotisch geformten Körper, muskulös aber doch irgendwie zerbrechlich, sein knapp sitzendes blutrotes Badehöschen, das ganz eng seine wundervollen dunklen Schenkel und nicht nur die umschloss, ein herrlich geiler flacher Bauch,
ganz so wie ich es mag. Die Erhebung, die er da sonst noch hatte da zwischen seinen so aufregend schönen Schenkeln ließ einiges lüsternes vermuten. Kurz, ich war hingerissen von dem Bengel!

Nachdem er mich verlassen hatte, den Negro-Boys war das Betreten der Anlage streng verboten, setzte ich mich vor meine Hütte und gab mich meinen erotischen Fantasien hin. In dem Moment, als die Sonne unterging war Nacht, keine Dämmerung, alles schwarz, alles Licht ausgeknipst sozusagen. Ich saß vor meiner bescheidenen Hütte auf einem Schemel, griff unter meinen hölzernen Hocker. Da stand die Flasche mit dem Whiskey. Ich nahm einen Schluck, aber nur einen, das war Tropenmedizin. Das einzige was hier hilft oder vorbeugt gegen Montezumas Rache!

Manou erschien am nächsten Morgen an der Mauer des Ferienreservoirs, rief nach mir, Boka, und reichte mir eine frisch gepflückte Mango über den Zaun. Ist das nicht süß von ihm, dachte ich und ging hinaus, ihn zu treffen. Und so wurden wir näher bekannt miteinander und wurden schließlich bald Freunde. Natürlich erhielt er jeden Tag seine Schillinge, wovon sollte er leben. Aber das alles störte ihn überhaupt nicht, stets war er fröhlich, lachte, war total unbeschwert, obwohl seine Zukunft auf den Erfolg des Tages ausgerichtet war. Beneidenswert!

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Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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