Tag der Erkenntnis, Teil 2

Schwule Kurzgeschichten

Dann, ein paar Augenblicke später, höre ich seine Schritte näher kommen, er öffnet die Tür und sieht mich freundlich an, betrachtet mich. Mein Herz schlägt bis zum Hals. Dreh Dich mal um, sagt er. Ich drehe mich mit weichen Knien. Er lächelt, und sagt: „Komm her, da ins Wohnzimmer. Es ist Besuch gekommen und der soll Dich so sehen.“ Ich bin immer verwirrter und folge ihm. Ich merke sofort beim Näherkommen, dass das Wohnzimmer nun nicht mehr leer ist, da sind mehrere Leute, Männer seines Alters, es sind fünf. Sie alle sehen zu uns und bilden wie auf Kommando einen Kreis, und der Gastgeber weist mir den Weg, und ich trete benommen in die Mitte. „Das ist er!“ sagt er, und seine Stimme klingt plötzlich scharf und kalt, oder kommt es mir nur so vor? Er tritt ein wenig vor, direkt vor mich, sieht mir in die Augen und sagt, dass er mich schon oft auf der Straße gesehen habe und gleich gewusst habe, was ich für einer bin, wozu ich da bin und was ich brauche, auch wenn ich das selbst noch gar nicht wüsste. Er habe seinen Freunden von mir erzählt, und die hätten ihm nicht geglaubt, aber nun sei ich ja da. Und er grinst und ich denke, das nimmt kein gutes Ende, ich habe Angst, kann das leichte Zittern meines Körpers kaum verbergen. „Los“, sagt er dann, „bewege Dich, kreise ein wenig mit den Hüften, dreh Dich!“ Ich kann nicht mehr denken, fühle nur noch eine wilde Mischung aus Aufregung und Angst und fange an, drehe mich und bewege mich tänzelnd, und dann umfasse ich mit meinen Armen meinen Leib, umarme mich selbst, drehe mich weiter, dann bleibe ich stehen. Alle sehen mich an, ich sehe meinen Gastgeber an, kann nicht anders als ihn anzustarren. Er lächelt kalt. Dann sagt er: „ Es ist besser für Dich, Du gehst jetzt. Los – verschwinde!“ Ich erstarre noch mehr, in meinem Kopf flüstert es: Ja, das ist Deine Chance, geh, schnell. Aber meine Beine versagen den Dienst und ich spüre, dass es nicht ihre schuld ist, dass ich nicht fortkomme. Mein Gastgeber lächelt jetzt wieder, sanft und doch kalt, und er sagt leise: „Aber Du willst bleiben, nicht wahr?“ Ich schlucke, weiß nicht wie mir geschieht, nicke schließlich. „Sag es!“ fordert er, „sag dass Du bleiben willst“ Und ich flüstere mit brüchiger Stimme: „Ja, ich will bleiben“ – „Lauter, es sollen alle hören!“ – „ Ja“, sage ich lauter. Er grinst mich an, sagt zu einem seiner Gäste: „Mach mal das Fenster auf.“ und dann zu mir: „Du weißt, wir sind im fünften Stock. Und jetzt sagst Du es so laut, dass man es unten auf der Straße hört!“

Und ich schlucke, bleibe erst stumm, sein Blick durchbohrt mich und da rufe, nein schreie ich. „Ja, jaaaa. Ich will bleiben. Bitte!!“ Er sagt nur: „Sehr ihr. Und das ist erst der Anfang!“

 

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