Siegfried und der Drache

Schwule Kurzgeschichten

Siegfried und der Drache, oder: Zwei harte Jungs ganz zart

An einem angenehm warmen Frühlingstag verließ Z?-Lóng, körperlich etwas müde, aber seelisch erholt, das Dojo. Bald würde er den ersten Dan erwerben und Profi werden können. Profi in der Klasse bis 72 kg, denn Z?-Lóng war klein, aber dafür drahtig. Er trug das schwarze, lederne Suspensorium und die hautengen, ebenfalls schwarzen und ledernen Chaps am Gürtel ganz offen. Dazu trug er hohe Stiefel, die zwar aus einem Damenschuhgeschäft stammten, aber auf Grund ihrer Fasson und seiner schlanken Beine gar nicht weibisch aussahen. Auch den schwarzen Ledermantel trug er offen; und er trug kein Hemd, kein T-Shirt oder sonst etwas, das seine Brust bedeckte. Die Brustmuskeln und der Waschbrettbauch waren gut ausgebildet. Sein Gesicht war typisch asiatisch, mit schräg stehenden Augen unter Epikanthusfalten, die ihn fast verträumt aussehen ließen und hohen Backenknochen, zwischen denen sich eine nicht sehr große, keineswegs platte Nase befand. Das Haar, das er sich nach der elektrischen Epilation stehen gelassen hatte, mochte er sehr: Sein glattes, schwarzes Kopfhaar trug er stachelig, als wäre er eine Manga-Figur. Seine Augenbrauen und sein Kinnbart unterstützten den Eindruck. Aber auf den sorgfältig entworfenen Umriß seiner Schamhaare war er allerdings besonders stolz, auch wenn man die jetzt nicht sehen konnte.
Z?-Lóng wußte um die provokative Wirkung seines Aufzugs.

Er überquerte die Straße und stellte sich zur Straßenbahnhaltestelle, wo er die mißbilligenden Blicke der so genannten Anständigen genoß. Die Straßenbahn kam, er stieg ein und fuhr zum Stadtpark. Er spazierte die Wege entlang und besah sich die japanischen Touristen, die die Denkmäler fotografierten. Manche der jungen Männer gefielen ihm, auch wenn er ihnen, wenn sie ihn auf japanisch ansprachen, auf englisch antworten mußte, daß er, weil chinesischer Abstammung, leider kein japanisch spreche.
Er wandte sich ab und ging zur großen Liegewiese, die indessen nicht sein Ziel war. Das befand sich etwas abseits davon und wurde von ihm „Märchenwald“ genannt. Die Stelle erschien als undurchdringlicher Hain, aber Z?-Lóng kannte ein Schlupfloch. Tatsächlich war es nicht leicht, durch zu kommen, aber es lohnte sich: Darin lag eine kleine Lichtung, und auf der lag jemand.

Der Mann sah aus, als wäre er in einer Motorradgang: lange, blonde, gut gepflegte Haare; nietenbesetzte, schwarze Lederjacke im klassischen Schnitt; und schwarze, enge Lederhosen mit seitlicher Schnürung. Der Mann lag auf dem Bauch und las. Z?-Lóng ging langsam hin und sorgte dafür, daß sein Schatten auf das Buch fallen mußte. Auch wenn der Lesende ihn gehört haben mußte, tat er so, als hätte er den Herankommenden nicht gehört. Erst als der Schatten auf das Buch fiel, drehte sich der Lesende auf den Rücken. Seine grauen Augen im glatt rasierten Gesicht erstrahlten im Wiedererkennen.
»Hallo, Kleiner Drache!«, sagte der Rocker.
»Grüß dich, Siegfried«, grinste Z?-Lóng.
Das war nun nur ein halber Witz, denn der Rocker hieß tatsächlich Siegfried, und der Name des Asiaten, der Kampfsportprofi werden wollte, bedeutete tatsächlich „Kleiner Drache“. Sie fanden es trotzdem lustig.
»Na, was liest du da?«
»E. T. A. Hoffmann, die „Nachtstücke“. Nicht schlecht, der Alte. Schon fertig für heute?«
»Ja. Du solltest aber noch auf der Musikhochschule sein, oder?«
»Nein. Der Klemmermeyer ist krank, da ist die Klasse ausgefallen.« Siegfried studierte Gesang, aber er hatte sich noch nicht entschieden, ob er die Rockbühnen oder die Opernhäuser unsicher machen wollte. Eigentlich wollte er beides.
Z?-Lóng setzte sich neben den Freund. Er stellte sich den mächtigen Körper des Bodybuilders unter dem Fan-T-shirt vor, den er schon so oft gestreichelt und liebkost hatte.
»Weißt du eigentlich, daß heute ein besonderer Tag ist, Sigi?«
»Nein …«
»Ich habe dir doch erzählt, daß der Meister eine besondere Übung in Willenskraft für mich hatte.«
»Oh! Du meinst den Zölibat für drei Monate! Ist der vorbei?«
»Gestern war der letzte Tag.«
Siegfried setzte sich auf. Er legte seine Hand auf Z?-Lóngs Brust und drückte seinen Oberkörper nach hinten, sodaß der junge Kampfkünstler nach hinten fiel, und Siegfried legte sich auf Z?-Lóng. Ein Bein zwischen die seines Freundes gedrängt, küßte er ihn, dabei begann er unwillkürlich, sein Becken zu bewegen.

Siegfried hörte damit auf, als er bemerkte, was er tat. Sein Mund wanderte langsam hinab. Die Zungenspitze berührte ganz sanft den Hals, begab sich dann zu den Brustwarzen, die durch das Spiel der Zungenspitze schön steif wurden.
Immer weiter kroch Siegfried nach unten. Der Bauchnabel war die nächste Station.
Als er endlich bei Z?-Lóngs Schritt angekommen war, hatten seine Hände den ledernen Tiefschutz schon geöffnet.

Weiter brauchte Siegfried mit den Händen nichts zu tun: Z?-Lóngs Glied stand schon prall und steif. Siegfried leckte zuerst mit der Zungenspitze den Lusttropfen von der Eichel – der schmeckte ihm immer besonders gut – und dann schob er seine Lippen über den Penis seines Freundes.
Z?-Lóng hatte den warmen, feuchten Mund mit der höchst beweglichen Zunge lange vermißt. Er stieß, ohne es eigentlich zu wollen, mit dem Becken nach oben und stöhnte dabei.
»Sigi, bitte! Halt’ mich fest!«, keuchte er.

Siegfried tat ihm den gefallen und hielt das Becken seines Freundes mit den kräftigen Händen am Boden. Gleichzeitig machte er langsamer, was durchaus in seiner Absicht lag. Er kannte Z?-Lóng gut und wußte, wie sich der Schwanz des Kleinen Drachen anfühlte, wenn er zu explodieren drohte. Immer, wenn es beinahe soweit war, pausierte Siegfried und liebkoste derweil die festen Bauchmuskeln, die Beine oder den Hodensack mit Zungen und Zähnen.
Z?-Lóng mußte sich beherrschen, um nicht so laut zu stöhnen, daß es auffiel. Immerhin waren sie noch in einem öffentlichen Park … Er krallte sich im Boden fest, während die Zehen sich in seinen Stiefeln krampfhaft krümmten.
»Ha-nng!«, machte Z?-Lóng, weil er ja nicht laut sein durfte. Das gehörte irgendwie dazu, das machte es spannend: fast in aller Öffentlichkeit …
Auf dem Plateau gehalten zu werden, war fast schon qualvoll, aber eben nur fast. Z?-Lóng genoß es, aber sein Körper drängte. Immer öfter mußte Siegfried die Mundarbeit unterbrechen, und irgendwann fühlte er sich nicht mehr in der Lage, Z?-Lóng länger unter Kontrolle zu halten. Er nahm das Glied in den Mund und bearbeitete es mit der Zunge.
Der junge Kämpfer entlud sich in Krämpfen. Heiß schoß der Saft in gewaltigen Stößen durch das Glied, durch die Zuckungen der Beckenmuskeln hinaus gepumpt. Siegfried kostete den Samen, der seinem Freund entkam, mit Genuß – er degustierte ihn geradezu, bevor er ihn schluckte. Z?-Lóng konnte sich nicht mehr halten und schrie vor lauter Lust kurz auf, bis er merkte, daß er sich und Siegfried vielleicht verraten hatte. Dann ebbte die Erregung ab: Finger und Zehen lösten sich, und Z?-Lóngs Kopf fiel zu Seite.

»Ah!«, sagte er, »Das habe ich jetzt gebraucht!«
Siegfried leckte Z?-Lóngs Penis sauber und verschloß das Suspensorium wieder. Aber er ließ ihn auch nicht rasten. Er öffnete den Hosenstall, unter dem Siegfrieds neueste Leidenschaft in Sachen Unterwäsche zum Vorschein kam: Ein knapper Lendenschurz aus bester Seide. Das war nicht billig gewesen, aber es trug sich höchst angenehm. Z?-Lóng bemerkte, was Siegfried trug.
»Was hast du denn da?«, fragte er, und ohne eine Antwort abzuwarten, zog er das Ende unter dem über Siegfrieds Gemächt vorbei laufenden Teil durch. Das Glied sprang erwartungsvoll vor.
Siegfried legte Z?-Lóngs weiter auseinander, aber der hob die Schenkel, um Siegfried Glied zu empfangen. Der After schien es kaum erwarten zu können, von Siegfrieds Glied bedrängt zu werden, doch der ölte es und sein Glied erst einmal ein. Dann drang er, langsam und vorsichtig, in Z?-Lóng.
»Hang!«, machte Z?-Lóng, und bevor er noch mehr machen konnte, wurde er durch die Zungenküsse Siegfrieds gestoppt, denn der war groß genug, um mit seinem Mund den des Freundes zu erreichen. Sein Becken bewegte sich, langsam und kontrolliert.

Z?-Lóng fühlte, wie seine Prostata massiert wurde. Obwohl er gerade einen Orgasmus gehabt hatte, baute sich wieder alles auf. Seine Hände streichelten nicht mehr Siegfrieds Rücken, sondern krallten sich in ihm fest. Er konnte nicht stöhnen, weil Siegfried ihn mit seiner Zunge geradezu knebelte, aber ein »Mmm!« brachte er heraus. Sein eigenes Becken bewegen konnte er aber nicht, denn die angezogenen Beine verhinderten das. Wieder war er Siegfried ausgeliefert, der seinen Freund gut kannte und daher wußte, was er tun mußte.

Langsam stieß er weiter zu, ganz langsam. Er hatte Mühe, sich zu kontrollieren, denn obwohl er sich in aller Einsamkeit abreagiert hatte, war es ihm höchste Lust, im Kleinen Drachen „ein wenig zu wühlen“, wie er es nannte. Er achtete vor allem darauf, daß er die Prostata möglichst stark stimulierte: Es war Z?-Lóngs erstes Mal seit Monaten, und das sollte besonders gut werden.
Tatsächlich baute sich der nächste Orgasmus recht schnell auf. Z?-Lóng hatte einiges nachzuholen, und so dauerte es auch nicht lange, bis er erneut den Samen durch das Glied schießen das erlösende Gefühl des Höhepunktes spüren durfte. Diesmal hatte er sich in das Suspensorium gemacht. Aber das machte nichts.

Siegfried hatte die Pulse gespürt, und nun machte er schneller, denn er hielt es selbst kaum mehr aus, und auch bei ihm dauerte es nicht lange, bis er sich entlud.
Z?-Lóng spürte den heißen Samen, und er fühlte sich wohl wie schon lange nicht mehr. Siegfried und ich, dachte er, ein Paar für immer.
»Ich liebe dich, mein Drachentöter!«, sagte er leise und müde, als Siegfried sich von Z?-Lóng gelöst hatte.
»Ich dich auch, mein Drache. Du bist mein Schatz. Für immer.«

von manicipium

 

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Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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