Orgasmus von Zauberhand – 1

Schwule Kurzgeschichten

Es war schon dunkel, als Jonas den Kombi von der Landstraße unvermittelt auf einen Waldweg lenkte. Er schien den Platz ein paar Kilometer außerhalb unserer Heimatstadt zu kennen, denn der Weg endete nach einigen Metern und einer leichten Kurve vor einem undurchdringlichen Dickicht. Als Jonas das Fahrlicht ausschaltete, standen wir – von der Straße nicht sichtbar – mitten im dunklen Wald. Ein verschwiegener Ort.

Was Jonas vorhatte, ahnte ich damals noch nicht. Wir hatten uns ein paar Monate zuvor auf einer Ferienfreizeit in einer Jugendherberge kennengelernt. Er war Betreuer gewesen und mit neunzehn Jahren ein Jahr älter als ich. Wahrscheinlich hatte er mich schon damals nackt gesehen, unter der Dusche oder beim Umziehen im Schwimmbad. Wenn ja, wusste ich nichts davon – und ich hätte mir auch nichts dabei gedacht.

In den Wochen danach war Jonas öfter aufgetaucht. Mal, um ein Buch vorbeizubringen, mal, um Fotos von der Freizeit anzuschauen. Dass er dabei bisweilen den Arm um mich legte und mir auch mal einen Klaps auf den Po gab, empfand ich als freundschaftlich und nicht unangenehm. Nur einmal, wir waren allein im Haus und saßen in meinem Zimmer, rückte er seinen Stuhl ganz nahe an meinen. Während wir die Route für einen Fahrradausflug mit Freunden planten, spürte ich irgendwann seine Hand auf meinem Schenkel. Im Laufe der Zeit glitt sie wie zufällig und millimeterweise immer weiter ein Stück nach innen, bis sie in Höhe des Reißverschlusses meiner Jeans lag. Um nicht allzu auffällig zu werden, machte Jonas eine Faust und begann fast unmerklich auf das zu drücken, was sich unter dem Reißverschluss verbarg. Dabei unterhielten wir uns scheinbar belanglos weiter, was mir allerdings umso schwerer fiel je häufiger die Berührungen wurden. Meine Erregung wurde immer spürbarer, auch Jonas musste sie bemerkt haben. Das intensive Kribbeln beschäftigte mich noch lange, nachdem Jonas längst wieder gegangen war, ohne sein Werk zu vollenden.

In den Wochen danach sahen wir uns nicht, aber ich muss zugeben, dass mir Jonas nicht aus dem Sinn ging. Bis er an einem Frühlingsnachmittag überraschend anrief und fragte, ob ich Lust auf einen Ausflug an einen nahe gelegenen See hätte – Vögel beobachten. Meine Hausaufgaben waren erledigt, für den Abend stand nichts Besonderes an. Ich freute mich sehr über den Anruf, zumal abendliche Unternehmungen damals noch nicht zu meinem Standardprogramm gehörten. Und an Jonas zu denken, hatte ohnehin etwas Prickelndes.

Er kam pünktlich, umarmte mich zur Begrüßung, und als wir aufbrachen, war es draußen schon dämmrig. Es wurde eine fröhliche Fahrt, Jonas hatte eigens ein Vogelkundebuch ausgeliehen, und wir freuten uns gemeinsam auf den See. Wir schafften es gerade noch, um im letzten Licht der untergehenden Sonne ein paar Reiher, Kormorane und einen verspäteten Haubentaucher zu entdecken. Dann war es dunkel und Zeit zu gehen. Als wir, umgeben von dichtem Schilf, den Rückweg zum Auto antraten, spürte ich wieder Jonas‘ Arm um meine Schultern. Er war fast einen Kopf größer als ich, von sportlich-kräftiger Statur und drückte mich jetzt etwas fester als sonst. Also wagte ich es, meinen Arm um seine Taille zu legen. So gingen wir eng umschlungen, Arm in Arm, Hüfte an Hüfte. Am Auto angekommen, „entließ“ mich Jonas, indem er seine Hand von meiner Schulter über den Rücken zu meinem Po führte, dort kurz innehielt und einmal spürbar drückte. Mein Blut schien zu kochen.

Derart „vorgewärmt“ stiegen wir ins Auto. Das Kribbeln jenseits meines Bauchnabels setzte wieder ein und ich wollte mir nicht vorstellen, in diesem Zustand nach Hause zu fahren. Allerdings wusste ich als sexuell unerfahrener Junge auch nicht, was ich mir wünschen sollte. Da bog Jonas in den Waldweg ab. Ich war zwar erstaunt, aber voller Vertrauen zu Jonas, der schon wissen würde, was er tat. Als das Licht aus war, lauschten wir eine Weile in die Nacht. Stille. Dann begann Jonas von seiner jüngsten Reise nach Frankreich zu erzählen, von Sonne, Dünen und Meer. Und dass es an vielen Stränden selbstverständlich sei, völlig nackt zu baden. Für mich ein neuer, gleichwohl sehr reizvoller Gedanke. „Wir könnten doch auch mal nach Frankreich fahren“, sagte Jonas, als ob er in mir lesen könnte.

Während er erzählte, rutschte Jonas so nahe an mich heran, wie es die beiden Autositze zuließen, legte seinen rechten Arm wieder um meine Schulter, die linke Hand begann meinen Schenkel zu streicheln. Unwillkürlich drückte ich mein Bein näher an seines, womit ich automatisch eine leicht geöffnete Haltung einahm. Jonas‘ Erzählungen handelten immer noch von Frankreich, als seine weiter zart streichelnde Hand den Reißverschluss meiner Hose erreichte. Wieder drückte er zunächst „unauffällig“ mit der Faust auf das, was darunter lag, diesmal aber etwas stärker als damals zu Hause. Das Kribbeln südlich der Gürtellinie steigerte sich zu einem Pulsieren, mein Atem wurde heftiger. Jonas erwischte geschickt mit seinen Bewegungen jeweils die Spitze meines Glieds, was die Erregung schier unerträglich machte. Ich konnte längst nichts mehr sagen und wünschte im Stillen, er möge bloß nicht aufhören. Es war längst nicht mehr zu verheimlichen, was sich in meiner Hose abspielte, und Jonas musste auch nicht mehr verheimlichen, dass er genau da hin wollte.

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Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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