Kataloge

Schwule Kurzgeschichten

Sein Name ist Gregor und er ist 18 Jahre alt. Er wohnt mit seinen Eltern in einer kleinen 3 Zimmerwohnung in einer Kleinstadt in der Nähe von Frankfurt. Wie nervig die ständige Fragerei der Verwandten und insbesondere seines Vaters wann er sich denn endlich mal eine Freundin zulegen wolle. Als ob sie etwas ahnen würden. Etwas, dass Gregor insgeheim schon länger weiß, aber worüber er nicht nachdenken möchte, obwohl es ihn wie nichts anders beschäftigt. Um ehrlich zu sein begleitet es ihn schon seit einer ganzen Weile.

Das Gefühl anders zu sein und nicht dazu zu gehören kennt Gregor schon seit dem Kindergarten. Doch seit einem Jahr hat sich diese Gefühl noch weiter verstärkt. Wenn die anderen Jungs in seiner Klasse über Mädchen reden und darüber diskutieren welchen Part der Frau sie besonders geil finden, schweigt Gregor nur. Er kann dazu einfach nichts sagen. Denn Gregor findet insgeheim Männer toll. So wie sich die anderen über Frauen unterhalten und an Ihren Körper ergötzen, so denkt Gregor über Männer. Kevin von den Backstreet Boys und Ricky von GZSZ findet er besonders süß. Seit ca. einem Jahr kauft er sich jede Bravo, die ein Poster von seinem Schwarm Kevin abgebildet hat. Seine Sammlung ist inzwischen auf über 10 Exemplare angestiegen. Wie gerne würde er sein Zimmer mit den Postern schmücken, doch er weiß natürlich, dass das den Verdacht seines Vaters nur noch weiter schüren würde und so versteckt er die Poster heimlich unter seinem Bett.

Heimlichkeiten und sich verstecken sind etwas woran sich Gregor inzwischen gewöhnt hat. Wie jeder Jugendliche hat auch Gregor vor einiger Zeit entdeckt, für was sein kleiner Freund zwischen den Beinen außer zum urinieren noch alles zu gebrauchen ist und wie man ihm ein schönes Gefühl vermittelt. Wie genau es dazu gekommen ist, dass sich Gregor die Kataloge dabei zur Hilfe genommen hat, dass schöne Gefühl zu verstärken, weiß er auch nicht mehr genau. Es war wohl nachdem er sich das eine Poster ansah, dass die 5 Jungs von den Backstreet Boys mit heruntergezogenen Hosen dargestellt hat, dass Gregor so gut gefallen und von dem er sich nicht mehr abwenden konnte. Das verlangen mehr solcher Bilder zu sehen führte ihn zu Mutters Versandhauskatalogen und schließlich zu einem all abendendlichen Ritual. Jeden Tag vor dem zu Bett gehen, nachdem seine Eltern sich auch zum schlafen gehen verabschiedet haben, schleicht Gregor heimlich zurück ins Wohnzimmer. Sein Objekt der Begierde ist der Otto Katalog in der Vitrine. Zurück in seinem Zimmer wird dieser dicke Katalog dann aufs Bett trappiert. Jetzt ist es nur noch eine kleine Geste bis der Katalog geöffnet ist und der Tag einen würdigen Abschluss nehmen kann. Da sind sie: Auf den Seiten 685 ff.-Männer in Unterwäsche!

Es beginnt unschuldig mit Fotos von bunter Feinrippunterwäsche im Doppelpack, abgebildet auf zylinderförmigen Pappschachteln zum Angebotspreis. Hier und da sieht man das ein oder andere Bein aus dem Slip oder der Boxershorts herausblitzen. Doch dann ist es soweit: Eine ganze Doppelseite gewidmet der Calvin Klein Unterwäsche. Im Gegensatz zu den vorherigen Seiten werden die Männer hier in ihrer gesamten Pracht dargestellt. Sie tragen nichts außer Unterwäsche und davon die erotischste die man sich vorstellen kann. Ganz fasziniert schweift Gregors Blick langsam von Mann zu Mann. Von oben bis unten wird jede Stelle Ihrer Körper inspiziert. Er vergleicht Ihre Oberkörper, und gibt Ihnen gedanklich Schulnoten je nach Form und Gefallen. Vor einiger Zeit hat Gregor eine Art Tabelle erstellt, in der er alle Männer die ihm gefallen aufgelistet und in den Kategorien „Gesicht“, „Oberkörper“, „Po“ „Beine“ und „Übergang vom Po zu den Beinen“ bewertet hat. Der dunkelhaarige Typ auf Seite 690 führt diese Liste meilenweit an.

Er füllt die gesamte Seite und trägt nichts weiter als eine hellblaue, tiefsitzende, enganliegende Hipshorts mit weißem Calvin Klein Bund. Der Körper dieses Mannes ist wie gemeißelt und seine linke Pobacke ragt in Richtung Gregor als wolle Sie förmlich von ihm aufgefressen werden. Durch den dünnen hellen Stoff der Unterhose kann man die knackige Apfelform des Pos und die Linie zwischen den beiden Pobacken wunderbar erahnen. Langsam streicht Gregor über das Bild. Erst über den Oberkörper, dann tiefer, über die Beule zwischen den Beinen und schließlich über den Po runter zu den Beinen. „Warum sind Männer nur so verdammt sexy“, flüstert er . Während er mit der linken Hand über jede einzelne Partie des Models streift, massiert seine rechte Hand die Partie zwischen seinen eigenen Beinen. Erst sanft dann immer heftiger. Gleich ist es soweit.

Noch bevor Gregor zur nächsten Seite blättern kann wo weitere Männer in Latexbodies auf ihn warten, ist es auch schon passiert. Flutsch! Eine riesen Ladung weißer Flüssigkeit sucht ihren Weg nach draußen auf das Bettlaken, das Gregor zuvor mit Kleenex ausgelegt hat. „Ich muss nächstes mal früher die Seite umschlagen“, ärgert sich Gregor, „die geilen Männer auf Seite 691 entgehen mir jedesmal“. Ungefähr gleichzeitig wie der Ärger über das entgangene vergeht, kommt nun die Erkenntnis und Scham über das soeben vergangene zum Vorschein.„Fuck“, ruft Gregor, „was zum Teufel mach ich da eigentlich? Ich bin ein Junge und schau mir halbnackte Männer beim wichsen an! Fuck!!!“ Nächstes Mal, das schwor er sich, nächstes mal würde er endlich anfangen sich die Frauen anzusehen. Das war das letzte Mal, dass er sich vom Anblick der heißen Adonisse verführen hat lassen. Es darf noch nicht zu spät sein.

Über marvin 1337 Artikel
Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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