Gulban und Masran

Schwule Kurzgeschichten

Die Vorstellung, Sklavinnen zu begatten, hatte Gulbas immer abgestoßen. Sklaven und Sklavinnen waren dank der göttlichen Magie, die der Oberpriester Tarim wirkte, zwar diensteifrig, folgsam und ergeben, so dass man sie niemals zwingen musste, den Befehlen zu gehorchen, aber sie waren deswegen auch hirnlos. Sie stanken und hatten lange Haare, und die Männer, die als Erwachsene gefangen worden waren, hatten sogar Bärte, während diejenigen, die als Kinder bei der Gefangennahme entmannt worden waren, wenigstens bartlos waren. Ein Schwarzer Drache hingegen war haarlos durch die Paste, die den Jungen bei der Aufnahme in den Stamm rituell aufgetragen wurde. Dazu trug man schwarze Fellschurze und schwarze Fellstiefel, und im Winter kam noch der schwarze Fellponcho dazu. Und wenn die Schwarzen Drachen ihre Kriegstracht trugen, die Schwarze Paste auf der ganzen Haut, die wochenlang hielt, und die Maske und die rot leuchtende Kriegsbemalung, die die Priester aus dem Blut der geopferten Sklaven hergestellt hatten, sah man beeindruckend und Furcht erregend aus.

Der Stamm war immer schon gefürchtet gewesen. Früher war er ein kriegerischer, aber sonst gewöhnlicher Stamm gewesen, der lieber die Frucht der Arbeit anderer Stämme raubte, als sie selbst zu gewinnen. Seit die Schwarzen Drachen aber Guul den Mächtigsten, den Großen Gott, gefunden hatten, war die Furcht vor ihnen ins unermessliche gestiegen. Gulbas war stolz, ihm anzugehören.

Die Vorstellung, es einem Sklaven zu besorgen, war schon nicht angenehm, aber Sklavinnen waren geradezu ekelhaft. Und doch musste er es heute tun, denn Gulbas wurde erwachsen. Morgen, am siebenten Jahrestag seiner Jünglingszeit, sollte er zum Mann werden, und das bedeutete, dass er eine Sklavin begatten musste

Er dachte zurück. Im Stamm wusste niemand, wer sein Vater war, und es interessierte niemanden, wer seine Mutter war, denn das war ohnehin nur eine Sklavin. Der Stamm bestand ausschließlich aus Männern, die von den Sklavinnen geboren worden waren. Die Sklavinnen waren von Stammesmitgliedern begattet worden. Wenn es ein Mädchen geworden war, wurde es versklavt. Ein Junge wurde in den Stamm aufgenommen. Er war vom ganzen Stamm aufgezogen worden, und als er seinen ersten Samen ergossen hatte, war sein Glied im Käfig der Keuschheit eingesperrt worden, nachdem er seine erste Prüfung durchzustehen gehabt hatte, nämlich die Beschneidung ohne Betäubung. Jegliche Annäherung an andere, vor allem andere Jünglinge, war ihm untersagt. Das fand er besonders hart, weil er gerne mit Masran zusammen gewesen wäre. Er hatte ihn nur während der Kampfübungen berühren dürfen, alles andere wäre mit Versklavung bestraft worden. Sie wären beide entmannt und dem Zauber unterworfen worden, der aus einem freien, denkenden Menschen einen Sklaven gemacht hätte, der keine Erinnerung an früher mehr hatte, sondern nur noch danach strebte, seinen Herren zu dienen. Das wollte er nicht, zumal arbeitsunfähige Sklaven geopfert wurden und damit in das Reich Guuls eingingen, das ewige Qualen verhieß. Guul ist ein schrecklicher und gnadenloser Gott, und die Schwarzen Drachen opferten ihm Gemächte und dann die Sklaven selbst, um nicht in sein Reich zu müssen. Aber er schenkte den Sieg, und deswegen verehrten die Schwarzen Drachen ihn, auch wenn er jeden Fehltritt härtest bestrafen ließ.

Heute waren Übungen mit dem Netz dran. Er und Masran übten miteinander. Das war boshaft von den Älteren, denn sie wussten wohl, was die beiden für einander empfanden, und warteten nur darauf, dass sich die beiden einer Sünde schuldig machten. Das war zwar nur eine Prüfung der Festigkeit ihres Glaubens, aber sie führten die Strafe so gnadenlos durch wie es der Mächtigste selbst war, sollte etwas passieren.
Gulbas und Masran saßen nach einer anstrengenden Übung nebeneinander und sahen einander an. Ihre Blicke sprachen von der Hoffnung auf baldige Erfüllung ihrer Liebe. Gulbas war zwar der erste, dem die Mannbarkeitsprüfung zu gelingen hatte (natürlich wurde Versagen mit Versklavung bestraft), aber Masran folgte nur wenige Tage später. Das ließ sich noch aushalten.
»Morgen wird’s ernst, Gulbas, nicht wahr?«
»Ja, Masran, und dann nur noch zehn Tage, und wir können heiraten und zusammen ziehen.«
»Ich freue mich schon.«

Gulbas verlangte es, Masrans blanke Brustwarzen zu berühren, und zwar mit seinen Lippen. Er wollte sie steif sehen, dann mit der Zunge seine schöne, glatte Haut hinunter fahren, im Nabel umrühren, ihm derweil den Fellschurz ausziehen und dann sein Glied küssen, bis es in Lust explodierte. Das hatte er sich vorgenommen für den ersten Abend zu zweit, und er wollte es auch seinem Masran gönnen, ihn, Gulbas, zum dritten Samenerguss im Leben zu bringen. Aber er hielt sich mühsam zurück, vor allem um Masrans willen. Die Vorstellung, er wäre ein seelenloser Sklave, fand er erschreckend.
Sie setzten ihre Übungen bis zum Abend fort. Gulbas mochte Masrans breite Schultern und mächtige Arme, die so dick wie seine eigenen Oberschenkel waren. Die Bauchmuskeln traten hervor, und an den Beinen konnte man wunderbar die Muskeln sehen. Er selbst würde nie diese mächtigen Muskeln entwickeln, aber dafür war er schnell und äußerst beweglich. Masran hatte ihm einmal gestanden, dass er Gulbas diese Geschmeidigkeit neide, und Gulbas antwortete, dass er gerne so bärenstark wäre wie Masran. Sie hatten darüber nachgedacht, die Priester zu fragen, ob man die Leiber denn nicht austauschen könne, aber dann waren sie darüber einig geworden, dass es besser so sei, denn auf diese Art könne man betrachten und begehren, was einem selbst gefalle.
Am Abend betrat er, legte er sich frisch gebadet im Haus der Jungen, wo alle nicht mannbaren Stammesmitglieder untergebracht waren, und schlief er vor Müdigkeit ein, und es war gut so.

Über marvin 1336 Artikel
Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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