Freundschaft ohne Tabu

Schwule Kurzgeschichten

Mit dem Wechsel von der Primarschule ins Gymnasium, der bei uns im 13. Altersjahr stattfindet, änderten sich nicht nur die Lehrer- und die Schülerschaft, sondern auch die übrige Erlebniswelt. Insbesondere setzte die Pubertät ein und das Selbstbewusstsein verstärkte sich. So ergaben sich Freundschaften, die zu intensiveren Begegnungen als in der Kindheit führten. Wer Glück hat, findet auch einen „besten Freund“, mit dem er viel seiner Freizeit verbringt und gegenüber dem er (fast) keine Geheimnisse hat. Eine solche Freundschaft entsteht nicht von heute auf morgen, sondern wächst langsam heran und muss sich immer wieder bewähren.

Meinen späteren „besten Freund“ Rolf kannte ich, Hansi, zwar schon in der Primarschule, die entscheidende Vertiefung unserer Beziehung begann allerdings erst, als wir mit 14 Jahren gemeinsam drei Wochen Sommerferien verbringen durften. Unsere Eltern hatten uns erlaubt, diese Zeit zusammen mit einem Zelt auf einem offiziellen Zeltplatz zu verbringen. Wir bestiegen am zweiten Ferientag unsere hoch bepackten Fahrräder und fuhren an einen idyllischen See, der bei Touristen, da es nur einen kleinen Badestrand gibt, noch wenig bekannt ist. Dementsprechend wenig Leute bevölkerten den Zeltplatz.

Nach der Anmeldung stellten wir unser bescheidenes Zelt im Handumdrehen auf, pumpten unsere Luftmatrazen auf und verstauten unsere sieben Sachen im Zelt. Danach schlüpften wir in die Badehosen und begaben uns auf eine erste Erkundung des Seeufers, das teilweise von Schilf und Riedgras bewachsen ist.

Wir waren kaum aus der Sichtweite des Zeltplatzes, als wir im Schilf die Konturen zweier Menschen entdeckten. Rolf hielt mich zurück, kauerte sich nieder und flüsterte: „Bst, mich nimmt Wunder, was die Zwei da draussen miteinander treiben.“ Wir spähten also durch die bewegten Schilfhalme und erkannten zwei nackte Männer, die sich offensichtlich intensiv küssten. Hierauf kniete sich der eine vor den anderen hin und umfing mit seinen Armen den Po des anderen. „Was tun die Zwei?“ fragte Rolf allen Ernstes ganz leise. „Ich denke, der Eine lutscht den Schwanz des Anderen“, antwortete ich im Flüsterton.

Tatsächlich nickte der Kniende seinen Kopf auf und ab, während der Stehende zärtlich die Haare seines Partners streichelte. Als wir nach etwa einer Viertelstunde sahen, wie der Stehende sein Becken ruckartig vor und zurück stiess, und als wir ein deutliches Röcheln hörten, war mir klar, dass die Beiden einem Sexvergnügen gefrönt hatten. Kurz darauf erhob sich der Kniende wieder und küsste erneut seinen Partner.

Auch wir standen auf und setzten unseren Weg fort, als ob nichts geschehen wäre. Als wir von dem Paar auser Hörweite waren, fragte Rolf: „Sag‘ Hansi, waren das jetzt zwei Schwule?“ „Nicht unbedingt“, antwortete ich, „denn auch andere treiben Oralsex. Ich habe das schon oft im Internet gesehen.“ Daraufhin beklagte sich Rolf, dass er zu solchen Adressen keinen Zugang hätte. „Weil Deine Eltern dafür eine Sperre eingerichtet haben“, begründete ich. „Ja, sie wollen alles von mir fernhalten, was mit Sexualität zu tun hat, und erklärten, alles was mit Sex zu tun hat, ist für Minderjährige eine Sünde.“ „Das heisst, dass Du bisher Deinen Schwanz noch nie gewichst hast?“ fragte ich ungläubig. „Was meinst Du damit?“ „Du hast also Deinen Penis noch nie gerieben, bis er explodiert ist.“ „Nein, denn onanieren hat unser Priester als Todsünde erklärt“, gestand Rolf unumwunden.

Dieses erste Gespräch führten wir nach der Rückkehr in unser Zelt fort: „Meine Eltern schenkten mir zum 14. Geburtstag ein Aufklärungsbuch, und darin wird die Selbstbefriedigung als eine natürliche und eigenständige Art sexueller Aktivität geschildert“, begann ich meine Erklärung, „und die Sexualität auszuleben ist die Befriedigung eines natürlichen Triebes wie das Stillen von Hunger und Durst.“ Rolf schaute mich ungläubig an, und als ich zitierte: „Die Sexualität ist eine unabdingbare Veranlagung aller höheren Lebewesen, um deren Fortbestand zu sichern“, schüttelte Rolf den Kopf: „Dem widerspricht mein Prister; denn er behauptet, die Überwindung des Sexualtriebs ist eine hohe Tugend.“

So diskutierten wir bis gegen Abend und kamen zu keinem Schluss. Immerhin erklärte sich Rolf mit einer praktischen Demonstration einverstanden, nachdem ich ihm zugestanden hatte, er könne diese jederzeit mit einem Stopp Ruf abbrechen. Ich zog meine Badehose runter und liess meinen steifen Schwanz in die Höhe schnellen. „Da siehst Du, wie sehr unser Gespräch mich sexuell erregt hat“, erklärte ich, „und Dein Penis scheint ja auch schon zu stehen.“

Über marvin 1338 Artikel
Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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