Fast wie gepfählt

Schwule Kurzgeschichten

Etwa zwölf Jahre nach der ersten Bekanntschaft mit dem männlichen Geschlecht, hat mich das Anusfieber wieder einmal überfallen. Meine damalige Frau, ich hatte einige Jahre vor dieser Geschichte geheiratet, hat sich mit den Kindern und den Schwiegereltern in die Ferien verzogen. Im Prinzip ist das Geschlechtsleben mit meiner Frau sehr aktiv, so dass mein analer, masochistischer Trieb nicht stark zum Vorschein gekommen ist. Doch ab und zu musste ich meine analerotisch Schmerzgeilheit ausleben. Auch die Position des gejagten Sexobjekts hat mich wieder einmal gepackt. Die Zeit meiner Strohwittwerschaft musste ich wieder ausnützen, waren damals meine Gedanken.

Es ging gegen zweiundzwanzig Uhr, als ich mich einem Park am Rheinufer zu wendete. Ich habe früher schon beobachtet, dass sich in diesem Park Homosexuelle herum treiben und auf eine Bekanntschaft lauern. Ich spazierte langsam auf den verschlungenen Wegen durch diese Parkanlage. Mich begann es wieder zu frösteln, wie immer, wenn ich mich auf die Suche begab und der Schliessmuskelnerv hielt den Anus auf Trab. Es hatte wirklich männliche Gestalten, die das gleiche zu tun pflegten, wie ich. In einer dunklen Ecke setzte ich mich auf eine Bank. Will doch mal schauen was hier so abgeht und ob sich einer für mich interessiert. Von dieser Bank aus konnte ich das langsame herumschleichen von lustgesteuerten Männern beobachten. Bald einmal entdeckte ich ein Typ in Lederhosen und einer rassigen Lederjacke. Der Schnitt dieser Lederkleider entsprang nicht einem Motorradkleiderladen und sie waren damals auch noch sehr teuer. Auch waren Lederkleider noch selten bei Homosexuellen anzutreffen.

Da ich noch wenig von Sadomaso kannte, wusste ich auch nicht, dass Lederkleidung von dominanten Menschen bevorzugt wurde. Das kalte Etwas, das diese Klamotten in sich haben, war zu dieser Zeit noch wenig bekannt. Auch war damals Oswald Kolle erst so richtig in die Wohnstuben vorgedrungen. Literaturen über Randgebiete der sexuellen Erotik sind noch wenig erhältlich. Auch Sexshops gab es noch keine in Basel. Ab und zu erwischte ich damals ein Taschenbuch von Heine, der die erotischen Klassiker wie M. de Sade auflegte.

Der Lederboy war noch weit von mir entfernt und so konnte ich ihn studieren. Er ging anders, als die anderen, die durch diesen Park spazierten. Er läuft nicht wie die meisten, als hätten sie Schaumgummi an den Schuhsohlen, sondern hat einen etwas energischen, kräftig auftretenden Schritt. Bald kommt der Lederhosenmensch in meine Nähe. So wie sein Schritt, war auch sein sonstiges äussere. Seine Haare hat er nach hinten frisiert und mit einer Pomade glatt gestriegelt. Sein Kopf hat er mit einem willensstarken Gesichtsausdruck sehr hoch getragen. Alles in allem, eine stolze Erscheinung, soweit man das in der Dunkelheit beurteilen konnte.
Er hat mich jetzt entdeckt und aus einiger Distanz, begann auch er mich zu beobachten. Mein äusseres war damals nicht unbedingt nach homosexuellen Vorstellungen, denn ich trage seit langem einen Vollbart. Meine Haare waren damals auch etwas länger als sie der Durchschnittsmann trägt. Trotzdem ist er nach einigen Momenten schnurrgerade auf mich zugekommen, hat sich neben mich auf die Bank gesetzt und mich direkt angesprochen.

„Dich habe ich hier noch nie gesehen. Bist du neu in Basel?“
Ich schluckte erst einmal über diese schnelle Anmache und gab dann zur Antwort :
„Ich habe sehr selten Gelegenheit, hier her zu kommen, obwohl ich hier seit Kindheit wohne.“
Dass ich diesen Park das erstemal aufsuchte, sagte ich ihm nicht. Auch schauderte es mich am ganzen Körper, nach seiner direkten Frage. Ich sah etwas weg von ihm und spürte, dass er mich von Kopf bis Fuss unter seine Augen nahm. Irgend wie fühlte ich eine gewisse Unterlegenheit gegen über diesem Inspizieren. Es kam eine Art von Druck seiner Ausstrahlung auf mich herüber, als er so neben mir sass und mich studierte. Er musste mich gut eingeschätzt haben und mein Masochismus Männern gegenüber gleich erkannt haben.
Nach der Besichtigung meiner Gestalt fragt er mich ganz unverfrohren :
„Lässt du es dir in den Arsch besorgen?“
Hoppla, der weis was er will und die Frage passt haargenau zu seinem Auftreten.
Eigentlich ist es schon das, was ich suchte, aber so direkt gefragt, bekam ich etwas Unbehagen in die Bauchregion. Da mich aber sein forsches Auftreten interessierte und was er durch seine Art an mir auszuführen gedachte, sagte:
„Ja, warum nicht, ich habe zwar noch nicht viel praktische Erfahrung, aber es sollte gehen.“
Ich hoffte das Training, das ich gelegentlich mit meinem Anus durchführe, sollte für seinen Wunsch genügen. Richtige Penise, die mein Ring bis zu dieser Zeit penetrierte, sind an einer Hand abzuzählen. In all den letzten Jahren habe ich mein Anus nicht unbefriedigt gelassen, immer wieder habe ich ihm gedehnt und gespreizt, so dass der Muskel elastisch blieb und immer grössere dildosähnliche Dinger aufnehmen konnte.

Da die Bank, auf der wir sassen, in einer dunklen Parkecke stand, nahm er kurz nach meiner Antwort die Gelegenheit wahr und zeigte mir das, was er hinten in mich hinein zu schieben gedenke, sein Werkzeug. Er hatte an Stelle eines Hosenladens in Schlitzform, einen Latz an der Hose, der schnell geöffnet war. Mit ein paar Griffen holte er seinen Penis hervor. Seine Jacke deckte das hervorgeholte Geschlecht nach den Seiten etwas ab. Ich konnte so einen kurzen Blick darauf werfen, als er sich mir zuwendete und sagte:
„Schau, das ist mein Schwanz, den ich dir in dein Loch treiben werde.“

Über marvin 1338 Artikel
Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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