Dinner for two

Schwule Kurzgeschichten

Genoß der Jüngling ein Vergnügen,
So war er dankbar und verschwiegen.

Friedrich von Hagedorn

Es dunkelte schon, als ich an der Rezeption das Gästeformular ausfüllte. Ich bekam den Zimmerschlüssel, brachte meinen Koffer hinauf, machte mich etwas frisch und legte eine frischgebügelte Hose und einen lockeren Sakko an. Pünktlich um neunzehn Uhr war ich dann im Foyer, wo meine Freunde bereits auf mich warteten. Wir gingen in den aufgeputzten Speisesaal, wo ein Kellner in weißem Jackett uns mit der würdevollen Miene eines Zeremonienmeisters zu unserem Tisch geleitete. Das Silvestermenü bestand aus nicht weniger als sieben Gängen, was uns für die verbliebenen Stunden bis zum Jahreswechsel eine Flut von Gaumenfreuden versprach.
Wir bestellten den Wein, und gerade als der Zeremonienmeister uns die Gläser füllte, war am Nebentisch eine Gesellschaft von etwa einem halben Dutzend Leute eingetroffen. Es waren offenbar Mitglieder eine Familie aus der gehobenen Mittelschicht – Junge und Alte aus drei Generationen – die meine Aufmerksamkeit wohl kaum weiter in Anspruch genommen hätten, wenn da nicht unverhofft ein Juwel inmitten dieser Gutbürgerlichkeit aufgeblitzt wäre.

Ein hochmütig dreinblickender Jüngling von höchstens zwanzig Jahren, schmal und feingliedrig von Wuchs, saß mir genau gegenüber, sodass ich ihn nach Belieben betrachten konnte, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Das war ein Zierbengel erster Güte, in samtblauen Sakko, engen schwarzen Jeans und einem schneeweißen Hemd mit gestärktem Kragen dazu – das er aber lässig an den zwei oberen Knöpfen offen trug, wodurch man einen flüchtigen Eindruck von der knabenhaften Brust erhaschen konnte. Etwas wie ein schimmerndes weißes Band zierte seinen Hals, in reizvollem Kontrast zu dem etwas dunkleren Teint der Haut.

Neben ihm saß eine junge Frau, nicht unhübsch, aber etwas plump und gewöhnlich wirkend an der Seite dieses Prachtburschen. Sie ließ ihn nicht aus den Augen und drückte ihm alle paar Mal einen Kuss auf die Lippen, den er dann lachend, aber doch nur halbherzig erwiderte. Es schien fast, als ob er damit nur eine lästige Pflicht erfüllte, schnell und gedankenlos, einfach nur um dem Anspruch zu genügen und sich dabei das Wohlwollen der anderen zu sichern. Sein Blick aber wanderte unruhig hin und her und verweilte nie länger als einen Wimpernschlag bei seiner Begleiterin, die ihn im Gegenzug unablässig anhimmelte. Auch ließ er sich im Verlauf des Abends immer nur für kurze Zeit in irgendwelche Tischgespräche einbinden, und wenn der eine oder andere das Wort an ihn richtete, so antwortete er freundlich und charmant, aber in knappen Sätzen und brach die Konversation bald wieder ab. So saß er denn inmitten seiner Leute in einer Aura von Langeweile und höflicher Unnahbarkeit, wie ein Wesen aus einer anderen Welt.

Ich nippte an meinem Rotweinglas und vertiefte mich für ein paar Minuten in ein Gespräch mit meinen Tischgenossen, aber ich verlor den schmucken Epheben von nebenan dennoch nie aus dem Blickfeld. Mehrmals versuchte ich, seine Aufmerksamkeit zu erhaschen, und gelegentlich streifte mich auch sein Blick, verweilte aber niemals bei mir. Vielmehr machte er den Eindruck, mich einfach nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, seine Augen glitten kalt und teilnahmslos an mir vorbei, als wäre ich bloß ein Teil der Tischdekoration.

Die erste Vorspeise – eine Thunfischmousse auf Vogerlsalat – wurde serviert, gefolgt von der zweiten Vorspeise, einem Rinder-Carpaccio mit Trüffel Öl, grob gemahlenem schwarzen Pfeffer und gehobeltem Parmesan, nebst Rucola. Ich hatte das Carpaccio schon zur Hälfte durch, da spürte ich plötzlich, dass mich jemand scharf beobachtete, und hob den Blick von meinem Teller.

Die Begleiterin des Jünglings schien ihm mit lebhaften Gesten gerade irgendetwas zu erzählen, und er hielt seinen Kopf leicht geneigt, scheinbar in zärtlicher Zuneigung ihr aufmerksam zuhörend. Aber sein Blick war jetzt auf mich gerichtet und wie verwandelt: die Augen mit den beinahe unerlaubt langen Wimpern stachen in meine Augen – eine halbe Minute, eine ganze Minute lang starrte er mich an, neugierig, fragend, herausfordernd: Er hatte mich endlich wahrgenommen und hatte anscheinend auch die Spannung gespürt, die in meinem Blick war.
Nun, vielleicht täuschte ich mich und er war sich schon von Anfang an wohl bewusst, dass ich ihn vom Scheitel bis zu den Schuhspitzen durchmusterte, und hatte nur aus Lust am Spiel anfangs den Gleichgültigen gespielt. Seine Freundin hörte plötzlich auf zu sprechen, aber sein Blick ließ immer noch nicht von mir ab, und auf seinen Lippen formte sich so etwas wie die Spur eines Lächelns – verlockend, spöttisch, abweisend? – Mona Lisas Lächeln wäre leichter zu entschlüsseln gewesen. Dann senkte er auf einmal den Blick, beugte sich zu der jungen Frau hinüber und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Dieser heuchlerische Bengel – ich konnte mir meinerseits ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Die Suppe wurde aufgetragen, ein Gemüse Consommé in einem Schüsselchen, mit einem einzigen Nockerl darin. Ich tauchte den Löffel ein, aber dann sah ich, wie der Schnösel sich erhob und der Freundin etwas zuflüsterte. Doch bevor er den Tisch verließ, warf er mir noch einen schrägen Blick zu – und plötzlich war mir alles klar und es lief mir heiß-kalt über den Rücken und gleichzeitig spürte ich ein Kribbeln im Magen, das wohl kaum von den genossenen Speisen herrührte. Ich blieb sitzen, löffelte die Suppe, machte Konversation und zwang mich, noch ein, zwei Minuten zu warten … Dann aber legte ich die Serviette beiseite, entschuldigte mich bei meinen Tischgenossen und eilte hinaus.

Ich fand den Weg zu den Waschräumen, öffnete die Tür, auf dem ein hölzernes Männchen mit Zylinderhut angebracht war – und sehe den Schönling am Waschbecken, wie er seine Hände abtrocknet, sehe seine schwarzen Augen im Spiegel, auf mich gerichtet, erwartungsvoll. Ich vergewissere mich, dass außer uns beiden keiner da ist, und nähere mich ihm … Doch man wird’s nicht glauben: der Stutzer dreht sich einfach um und geht, ohne mich eines Blickes zu würdigen, aufrecht und beinahe hochtrabend an mir vorbei und durch die Tür hinaus. Ich bleib zurück beim Waschbecken, verwirrt, enttäuscht, auch schon ein wenig wütend. Ich schau in den Spiegel und erkenne plötzlich den Wahnwitz der ganzen Sache, und es scheint mir ganz und gar unmöglich, dass dieses putzsaubere Bürschchen in seinem samtenen Sakko, dessen junge Freundin ihn jederzeit mit heißen Küssen übersäen würde (sofern er es nur wollte), sich mit einem wie mir …

Da fiel mir plötzlich das Stück Seife im Seifenhalter auf. Es war wie neu, doch seine Oberfläche war nicht glatt, da war was drauf, irgendein unregelmäßiges Muster oder so was Ähnliches. Ich nahm die Seife in die Hand und stellte fest, dass sie nur ganz leicht befeuchtet war. Und dann weiteten sich meine Augen vor Staunen: denn bei näherer Betrachtung entpuppte sich das Muster auf der Seife als eine Zahlenreihe, offensichtlich in Eile und etwas ungelenk eingeritzt, wahrscheinlich mit einem Fingernagel: eine Zahlenreihe, die mit 06 begann, dem noch weitere acht oder neun Zahlen folgten – eine Mobiltelefonnummer!

Ich starrte ein paar Sekunden lang auf das Ding. Er stand vorhin am Waschbecken, als ich eingetreten war … Er hat die Seife als letzter in den Händen gehabt … Er hat mir seine Nummer hinterlassen … Ich zögerte nur noch für einen Wimpernschlag, dann holte ich mein Handy heraus, öffnete einen neuen Kontakt und tippte mit zitternden Fingern die Nummer ein. Ich dachte einen Augenblick nach, dann legte ich den Namen fest: Dinner for two. Ich drückte auf „Speichern“ und sogleich öffnete sich der neu angelegte Kontakt, ich tippte auf „Nachricht an“ und schrieb hastig, ohne nachzudenken: nach dem sorbet. bei mir. zimmer ***. Dann drückte ich auf „Senden“ und steckte das Telefon zurück in die Hosentasche. Ich drehte den Wasserhahn auf, nahm die Seife und kratzte an ihrer Oberfläche, bis der Eintrag unkenntlich wurde. Dann trocknete ich mich eilig, fuhr mit den Händen durchs Haar und ging zurück in den Speisesaal.

Die Suppe wurde schon überall abgetragen und nach einiger Zeit kam der Zeremonienmeister mit dem grünlichen Sorbet. Ich wusste, dass es danach eine längere Pause geben würde bis zum Hauptgericht. Ich schlürfte das eisige Sorbet hinunter, aber in meiner Kehle brannte bereits ein anderer Durst. Ich antwortete noch auf eine Frage meines Tischnachbarn, entschuldigte mich und sagte, ich müsse kurz auf mein Zimmer. Am anderen Tisch ging es gerade lebhaft zu. Mehrere Leute sprachen gleichzeitig, scherzten, lachten. Ich warf meinem Prinzen im Vorbeigehen einen schnellen Blick zu, aber er schien mich nicht zu bemerken.
Ich ging hinauf, legte mein Jackett ab, holte das Mobiltelefon heraus und wartete. Ein paar Minuten vergingen. In meinem Kopf kreisten die Gedanken wie ein Karussell. Ob das wohl nicht alles nur ein Missverständnis war; oder gar der dumme Scherz eines launischen Knaben, dem die Stunden bis Mitternacht zu lang wurden? Er hatte ja noch nicht einmal geantwortet auf die Nachricht … Und was, wenn – wenn das gar nicht seine Nummer war, wenn dieses verdammte Stück Seife schon seit längerem dort lag? Wer weiß, wer da noch bei mir aufkreuzt …

Dann endlich hörte ich ein leises Klopfen. Ich sprang auf und war in zwei Schritten bei der Tür. Und da stand der Bengel vor mir – und er war aus Fleisch und Blut, kein Hirngespinst! Er war etwas blass im Gesicht und auf seinen Lippen zuckte immer noch dieses rätselhafte Lächeln, aber in den Augen schwelte ein unterirdisches Feuer. Er trat schweigend ein und ich dachte krampfhaft nach, was ich denn nun sagen, wie ich das Gespräch beginnen sollte. Ich wusste ja immer noch nicht genau, was der Kerl eigentlich von mir wollte. Aber ich kam gar nicht dazu, etwas zu sagen.
„Mach schnell, kann nicht lang bleiben“, flüsterte er. Dass dieser Puppenjunge – aus einer puren Laune des Augenblicks heraus, oder vielleicht auch aus Notgeilheit – mir jetzt seinen Schwanz in den Mund stecken würde, war eigentlich alles, was ich von ihm erwartete, oder besser gesagt: erhoffte. Und auch diesen Blowjob würde er mir wohl nur mit vornehmer Herablassung und hochgehaltener Nase gewähren, wie bei einer Dienstleistung, für die der Dienstleister am Ende noch danke sagen muss. Und ja, ich war auch durchaus bereit, ihm dafür zu danken, denn was für eine unverhoffte Gelegenheit war es doch, so einem Zierburschen den Saft aus den Eiern zu blasen … und dann auch noch in der Silvesternacht!

Also setzte ich mich auf die Bettkante, knöpfte ihm mit flinken Fingern die Jeans auf und zog sie ihm mit einem Ruck bis unter die Knie herunter. Der Geck hatte keine Unterhose an und sein baumelnder Schwanz, noch völlig von der Vorhaut umschlossen und auch nicht den geringsten Ansatz einer Erhärtung zeigend, ragte aus einem kleinen Dreieck sorgfältig getrimmter Schamhaare heraus. Ich hingegen hatte schon dort im Waschraum einen Ständer gekriegt, als ich seine Telefonnummer auf der Seife eingeritzt sah, und der Schwanz drückte mir seitdem unablässig gegen den Bauch in der Enge meiner Hose.

Doch kaum, dass ich seinen Pimmel zwischen den Lippen hatte, da wich er auch schon zurück. „Nein, so nicht“, sagte er. Ich hob meinen Blick und sah ein merkwürdiges Flackern in seinen Augen.
„Fick mich“, raunte er mir zu, und es war keine Spur von Hochmut in seinen Worten. Im Gegenteil, diese zwei Worte, die ich wie im Traum zu hören glaubte, klangen fast wie eine Bitte.

„Wa-as?“
„Ich krieg sonst keinen hoch. Nur wenn ich was Hartes drinnen hab.“
Es dauerte zwei, drei Sekunden, bis mir der Sinn dieser Worte aufging. Aber dann lief alles ziemlich schnell. Ich fragte ihn, ob er vorher noch ins Bad wolle, aber er schüttelte nur den Kopf. Dann ließ er den Sakko auf den Boden fallen, streifte die Schuhe ab und blieb am Rande des Bettes stehen. In seinem Blick loderte jetzt ein dunkles Feuer.

Ich riss mir die Kleider vom Leib und machte mich von hinten an ihn heran. Ich umschlang ihn mit meinen Armen, griff ihm unters Hemd und spürte die samtige Wärme seiner Haut. Ich rieb mich an seinen Arsch, der klein und fest war, und presste meinen Knüppel in die Falte zwischen den Backen. Er stöhnte leise, und ich biss ihm in den Nacken, wo sich sein schwarzes Haar kringelte. Ein Hauch von Parfüm, wie nach grünen Pfirsichen, stieg mir in die Nase. Er beugte sich vor und stützte sich mit den Ellenbogen aufs Bett. Er war um ein paar Zentimeter kleiner als ich, was der Sache gut bekam. Ich ging sogleich in die Hocke und drückte meine Zunge in sein glattrasiertes Arschloch. Ich leckte und züngelte daran, dann spuckte ich mir in die rechte Hand und steckte ihm zuerst einen, dann zwei Finger in die Öffnung. Ich wollte ihn so ein wenig eindübeln, aber er wandte den Kopf zu mir: „Nein, mach’s gleich richtig – bitte!“ In seinem Gesicht war jetzt eine leichte Röte gestiegen, was ihn fast noch hübscher aussehen ließ.

Ich ließ es mir nicht zweimal sagen. Prompt befeuchtete ich meinen Schwanz mit Spucke und schickte mich an, ihn zu durchbohren. Sein Loch war enger als erwartet und ich glitt am Anfang immer wieder heraus. Nach einigen Versuchen hatte ich aber den richtigen Dreh gefunden und steckte ihm den Schwanz bis zum Ansatz hinein. Sobald er den Knüppel in sich spürte, kriegte er binnen kürzester Zeit einen Ständer. Ich fickte ihn, hielt ihn mit der Linken an der Schulter fest und wichste ihm mit der Rechten den Schwanz. Am Anfang ging ich noch etwas behutsam zur Sache, gab ihm ein paar leichte Stöße und hielt auch dazwischen mal inne, doch er feuerte mich immer wieder an: „Mach schon, schneller – ja, so ist’s gut, ohhh ja … weiter so … ohhh …“

Er hatte immer noch das Hemd an und seine Jeans hingen ihm noch an den Knöcheln. Ich packte ihn an beiden Schultern und rammte ihm den Hammer in den Hintern. „Ohhh ja … Ohhh geil …“

Eine Zeit lang machte ich so weiter, doch dann zog ich meinen Schwanz mit einem Ruck heraus. Wenn er dachte, er konnte mich wie eine Fickmaschine behandeln, die man auf Knopfdruck einschalten und beliebig steuern konnte, dann irrte er sich.

„Was los?“ stammelte er.
Ich drehte ihn rücklings aufs Bett. Sein Haar hing ihm wirr übers Gesicht, und darunter waren die Augen wie glühende Kohlen. Erst jetzt bemerkte ich die rötliche Stelle an seinem Kinn, ein niedlicher Pickel, mit etwas Makeup fast unkenntlich gemacht, der den Reiz des jungen Gesichts aber nur noch steigerte. Manchen schmeckt der Most eben besser als der Wein – und mich reizte der Gedanke, dass unter der Oberfläche dieser aufblühenden Knospe die Lebenssäfte noch gärten und brodelten …
Ich zog ihm die Jeans ab und knöpfte ihm das Hemd auf. Die Brustwarzen zierten die blanke Brust, wie zwei Sterne am Nachthimmel. An seinem Hals schmiegte sich dieses weiße Ding, das ich schon unten im Speisesaal an ihm bemerkt hatte. Ich erkannte jetzt, dass es eine Halskette aus winzig kleinen Muscheln war. Ich küsste ihn auf den Mund, doch er presste die Lippen zusammen und wandte sich von mir ab. Ich versuchte es noch einmal, vergeblich. Dann hob ich ihm den einen Arm etwas an und drückte meinen Mund in die buschige Achselhöhle und atmete tief den Duft seines Parfüms ein – und das Pfirsichfruchtige vermischte sich diesmal mit einem Hauch von Ambra und frischem Jungenschweiß.
„Fick mich!“ rief er mit rauer Stimme.

Ich griff nach einem Kissen und legte es ihm unter den Hintern. Ich drückte ihm meine Keule in den Arsch und diesmal war es wie weiche Butter, in die ich eindrang. Ich machte ein paar kreisende Bewegungen und sein Schwanz, der schon zu erschlaffen drohte, wurde augenblicklich wieder hart. Ich beugte mich über ihn und versuchte ihn wieder zu küssen: und siehe da, plötzlich öffneten sich seine Lippen und meine Zunge durchbrach den Wall der Zähne und drang tief in seine Mundhöhle hinein. Oh ja, seine im Fick eroberten Küsse schmeckten köstlich, nach Minze und warmen Zitronen – vielleicht ein Nachklang des Sorbets von vorhin … Wir leckten, züngelten und bissen uns in die Lippen, während ich nicht aufhörte, ihn zu bearbeiten. Seine Rute klebte mir am Bauch, und schon bald spürte ich die ersten Lusttropfen an seiner Eichel.

Ich hob sein Becken an und legte mir seine Beine auf die Schultern. Sein Oberkörper war glatt wie Elfenbein, aber unterhalb der Knie waren die Beine übersät mit feinen, dunklen Härchen. Ich zog den einen Fuß heran, zerrte mit den Zähnen an der Socke, bis sie abfiel, und glitt dann mit der Zunge über seinen Knöchel, und weiter über die Sohle bis zu den Zehen. Er begann zu kichern und verdrehte die Augen. Ich nahm alle Zehen der Reihe nach in den Mund und lutschte jeden einzelnen, und die Fußnägel kratzten mir bisweilen an der Zunge – und er ächzte und kicherte und krümmte sich dabei vor Lust.

Dann spießte ich ihn wieder auf, er wichste sich fieberhaft den Schwanz, und ich besorgte es ihm auf die tolldreisteste Art. Mal nagelte ich ihn zu mit schnellen, kurzen Hüftbewegungen, dann wieder steckte ich ihm den Knüppel bis zum Ansatz hinein und blieb regungslos in ihm drin – bis er zu zappeln begann und mir mit einem Klaps auf den Hintern zu verstehen gab, dass ich weitermachen solle. Bisweilen zog ich den Schwanz auch ganz heraus, wartete für einen Wimpernschlag und rammte ihm die Rute dann wieder ins Loch – und wiederholte dieses Spiel dann noch ein paar Mal …
Ihm glühten die Wangen und sein Stöhnen wurde immer lauter und hörte sich schon mehr wie das Gejaule eines geprügelten Hundes an. Ich beugte mich nach vorn, leckte ihm die Schweißperlen von der Stirn und biss ihm in die Unterlippe, und er umfasste meinen Kopf in den Händen und presste mir seine Lippen ans Ohr.

„Ich will, dass du jetzt kommst. Komm jetzt, pump mich voll!“
Ich hob sein Becken noch mehr an, dass es fast schon im rechten Winkel zu Kopf und Schultern stand, stützte mich mit den Fußspitzen an der Bettkante ab und bearbeitete ihn wie mit einem Presslufthammer. Währenddessen rieb er sich den Schwanz wie ein tollwütiger Affe und die Eichel in seiner Faust färbte sich allmählich dunkelrot. Ich hämmerte immer weiter auf ihn ein, bis ich irgendwann spürte, wie die Muskeln an seinen Oberschenkeln sich unter meinem festen Griff verkrampften; seine Zehen bogen sich nach innen, das Gesicht, teils bedeckt vom feucht-strähnigen Haar, verzog sich wie unter Schmerzen. Und plötzlich lockerte er den Griff um seine Rute: ein milchiger Strahl schoss ihm bis hinauf zwischen den Augenbrauen; ein weiterer traf sein Kinn und ein dritter landete ihm seitlich auf der Brust, sickerte die Rippen hinab und in sein blütenweißes Hemd. Und im nächsten Augenblick entlud auch ich meinen Saft, irgendwo tief in seinem Inneren …
Ich keuchte wie eine Dampflok und wartete, bis das Pochen in meinem Schwanz und das Zucken in meinen Gliedern abgeklungen waren, dann wollte ich mich sachte von ihm lösen. Doch er hatte seine Beine um meine Hüften gelegt und hielt mich weiterhin fest umschlungen. Ich tauchte meine Zungenspitze in den sämigen Batzen an seinem Kinn. Es roch wie nach Kastanienblättern, die man zwischen den Fingern zerreibt, herb und würzig, und ich leckte alles auf und auch noch den Rest von seinem Nasenrücken. Wir blieben noch eine Zeitlang ineinander verhakt und als ich merkte, dass mein Schwanz noch steif genug war, begann ich mich sanft auf und ab zu bewegen. Wir küssten uns mit klebrigen Lippen und als unsere Zungen sich im lustvollen Spiel vereinten spürte ich, wie die Geilheit mir erneut in die Lenden kroch. Meine Bewegungen wurden fester, rhythmischer, und es ließ sich wunderbar gleiten in dem frisch besamten Arsch … doch er hielt mich plötzlich an.

„Nicht jetzt – später. Ich muss jetzt weg“, flüsterte er und machte sich von mir los. Er griff nach einem der Papiertücher, die am Nachttisch lagen, und wischte sich den Arsch aus.

Ich blieb im Bett zurück, der Schwanz stolz aufgerichtet, und schaute ihm beim Ankleiden zu. Er zog sich die Jeans über die schmalen Hüften, fand seinen verlorenen Socken und knöpfte sich rasch das Hemd zu, das jetzt ein paar gelblich-feuchte Flecken hatte. Doch mit dem Sakko drüber war davon nichts mehr zu sehen. Dann strich er sich das Haar aus den Augen, ordnete es ein wenig und warf noch einen schnellen Blick in den Spiegel. Anschließend schlüpfte er in seine lackierten Schuhe und war fast wieder der aufgeputzte Zierknabe von vorhin.

Immer noch nackt und ein wenig fröstelnd, begleitete ich ihn bis zur Tür. Er gab mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange. „Ich komm wieder, nach Mitternacht – und dann fickst du mir die ganze Scheiße aus dem Leib. Okay?“

Ich blieb noch ein paar Minuten im Zimmer, ging ins Bad, wusch mich und legte ein frisches Hemd an. Dann ging ich zurück in den Speisesaal und setzte mich an meinen Tisch, gerade als das Hauptgericht serviert wurde. Der Rinderbraten nebst Karottenpüree schmeckte traumhaft und ich kratzte auch noch die letzten Reste weg vom Teller. Dann leerte ich in zwei Zügen mein Weinglas und schenkte mir gleich nach, ohne auf den Kellner zu warten, der immerfort um die Tische schwänzelte.

Mein Freundchen am Nebentisch tuschelte derweil eifrig mit seiner Braut. Sie saßen dicht beieinander und sein schwarzgelocktes Haar berührte dabei ihre Schulter. Er flüsterte ihr etwas ins Ohr und sie errötete bis hinunter ins Dekolleté. Und dann lachten die beiden und er gab ihr einen Kuss auf die Wange. Jetzt musste er das Fräulein wohl bei Laune halten, doch wie es schien, hatte er seine längere Abwesenheit vom Tisch gut überspielen können. Der Schuft, wie konnte er nur so verschlagen sein in seinen jungen Jahren! In dem Augenblick hasste ich ihn beinahe – ungeachtet dessen, dass er mir versprochen hatte, nach dem Fest zurückzukommen. Ich versuchte immer wieder, seinen Blick einzufangen, doch vergeblich. Es war, als existierte ich nicht mehr für ihn.
Und dann kam das Dessert und plötzlich war es schon kurz vor zwölf. Jemand hatte das Radio aufgedreht, gerade rechtzeitig zum Countdown: Zehn, neun, … drei, zwei, eins … Draußen krachten die Feuerwerkskörper und drinnen knallten die Korken. Im Radio erklangen zögerlich die ersten Takte des Donauwalzers.

Die Champagnergläser klirrten, überall beglückwünschte man sich. Auch am Nachbartisch wurde angestoßen und ein alter Herr im Smoking schickte sich an zu einer Tischrede. Ich verstand rein gar nichts davon, weil es ziemlich laut war im Speisesaal und ich außerdem mit meinen eigenen Tischgenossen beschäftigt war – doch irgendwann glaubte ich, das Wort „Verlobung“ gehört zu haben. Vielleicht war es auch pure Einbildung, wer weiß. Am Ende jedenfalls hob der Alte das Glas in Richtung des jungen Paares, und die anderen am Tisch eiferten ihm nach. „Auf Euer Wohl!“ erklang es im Chor, über den ganzen Lärm hinweg.

Und mein Prinz? Man wird’s nicht glauben: der Flegel sitzt die ganze Zeit brav auf seinem Stuhl mit seinem madonnenhaften Lächeln und hat offensichtlich Spaß dabei, die ganze Gesellschaft zum Narren zu halten. Ich hoffe auf ein kleines Zeichen, ein Signal, irgendetwas – zum Beweis, dass nicht alles nur ein Traum von mir war. Doch der Kerl ignoriert mich komplett. Andererseits, wozu sich noch verständigen? Die Sache war doch ohnehin klar. Ich komm wieder, hat er gesagt, nach Mitternacht. Und dann … ja und dann würde ich diesem ausgekochten Hund den Arsch vermöbeln, ganz wie er sich’s gewünscht hat!

Ich spülte noch zwei Gläser Champagner hinunter und wartete bis exakt eine halbe Stunde nach Mitternacht. Dann täuschte ich ein Gähnen vor und gab meinen Tischgesellen zu verstehen, dass ich mich ins Zimmer zurückziehen wolle. Wir verabschiedeten uns, ich beglich meinen Teil der Rechnung und gab dem Kellner ein ordentliches Trinkgeld. Er verneigte sich tief und sah mehr denn je aus wie ein Zeremonienmeister aus den guten alten Zeiten.

Am Nachbartisch schien man noch nicht in Aufbruchstimmung zu sein. Es wurde lebhaft diskutiert, und Braut und Bräutigam tranken Champagner. Ich schaute absichtlich in die andere Richtung, als ich an ihnen vorbeiging. Ich stieg hinauf ins Zimmer, legte den Sakko ab, putzte mir die Zähne und warf mich aufs Bett, das Mobiltelefon griffbereit am Nachttisch. Dann wartete ich. Wenn nötig, würde ich bis zum Morgengrauen warten. Eine halbe Stunde verging, eine ganze Stunde, anderthalb Stunden … Doch er kam nicht.

Die Silvesterfeier war jetzt sicher schon vorbei, die Gäste weg und das Restaurant geschlossen. Wo bleibt er denn, zum Teufel nochmal?! Was für ein Spiel spielt er mit mir? Und wieder kam mir der Gedanke, dass vielleicht alles nur ein Traum war, von zu viel Wein und Champagner verursacht. Zugegeben, das Bett sah ziemlich verwüstet aus, aber … Doch dann bemerkte ich am Rande des Bettes ein zerknittertes weißes Etwas – das Taschentuch, mit dem er sich den Hintern ausgewischt hat, bevor er ging. Ich griff danach – und tatsächlich, es war noch ein wenig feucht. Also doch kein Traum … Ich warf es zurück auf den Boden und blieb dann lange wie erstarrt im Bett liegen, die Augen auf einen imaginären Punkt an der Decke gerichtet.

Es war gegen fünf Uhr morgens als ich schließlich erschöpft einschlief. Ich wachte am späten Vormittag auf und mein Kopf brummte wie ein Sack voller Hummeln. Ich griff nach meinem Handy und ging mit noch schlaftrunkenen Augen die neuen Messages durch. Diverse Neujahrswünsche von Freunden und Verwandten, wie erwartet. Als letztes war da noch eine Nachricht …

Das Herz hämmerte mir gegen die Rippen, und plötzlich war ich hellwach. Ich klickte auf die Nachricht und traute meinen Augen nicht.
prosit neujahr, bis zum nächsten mal. same place. same procedure.
Die Buchstaben tanzten auf dem Bildschirm wie betrunkene Partygäste.

Lois Nabakow

 

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