Die Verführung

Schwule Kurzgeschichten

Oliver war 17 und sparte auf ein Motorrad. Im Sommer wollte er es besitzen, aber es war erst Vorfrühling. Zumindest eine stattliche Anzahlung müsste er bis dorthin zusammen haben. Andere hatten eins und fuhren damit ins Grüne, hatten es so leichter mit Mädchen. Er aber war Azubi, hatte nur wenig Geld und musste erst noch die Hälfte davon zu Hause abgeben. Diese Sorgen beschäftigten ihn. Er sprach darüber. Auch zu Fred, einem Kollegen, 24 Jahre alt, der sich bei der Arbeit in einer Kraftfahrzeugwerkstatt besonders um ihn kümmerte, ihn anlernte, oder auch dann und wann herumkommandierte. Dreckig wurde man im Laufe des langen Arbeitstages, ganz verschmiert mit Öl und Staub und einfach Dreck. Bei Feierabend konnten sie sich in einem kleinen Duschraum sauber machen, Meistens musste Oliver warten, bis die älteren Mitarbeiter fertig waren. Fred wartete oft mit ihm. Dann standen sie zusammen nebeneinander, denn eine der drei Duschen war seit langem defekt und offenbar nicht zu reparieren.

Mehrere Wochen lang war es Oliver unangenehm gewesen, sich auszuziehen, wenn Fred dabei war. Sein Körper war zwar gut und ohne Pickel, aber er glaubte, sein Schwanz sei zu klein. Deshalb wollte er nicht, dass Fred ihn sah. Das liess sich aber nicht für die Dauer durchhalten und so fasste er sich eines Tages ein Herz und zog sich aus, stellte sich neben Fred unter die Dusche und liess es zu, dass der ihn ansah. Das war eine grosse Überwindung für Oliver, sich so einfach nackt hinzustellen und zu zeigen, aber als er sich einmal dazu durchgerungen hatte, war es eigentlich auch wieder ganz angenehm und es regte sich sogar etwas an ihm, allein von der Vorstellung her, dass er sich wieder ausziehen müsste vor Fred. Sein Schwanz reagierte schnell und war dann gar nicht mehr so klein, jedenfalls verglichen mit dem von Fred. Sie blieben dann auch meist zu zweit. Wenn einer der Älteren hereinwollte, mussten sie sich beeilen. Fred war über und über behaart, während Oliver kaum Haare am Körper hatte, unter den Achseln zwar, und unten einen dichten Busch, aber sonst nicht viel, vor allem nichts an der Brust wie bei Fred. Oliver pflegte sich. Er mochte seinen Körper.

In der Berufsschule war ihm eine Mitschülerin aufgefallen unter den wenigen Mädchen. Die wollte er ausführen und mit dem Motorrad wäre das keine grosse Schwierigkeit, dachte er sich. Leider ertappte er sie, dass sie mit einem recht groben Kerl ging, gleich alt wir er, eher ungeschlacht und ordinär; nichts für das Mädchen, meinte Oliver, aber sie wollte es wohl so. Der Kerl schien kein Motorrad zu haben. Deshalb meinte Oliver, ihn ausstechen zu können, sobald er selbst eines besässe. Er malte sich aus, dass der Kerl das Mädchen auszog und sie sich einfach nehmen würde, vielleicht sogar gegen deren Willen, wenn er nicht dazwischen trat. Der Gedanke daran machte ihn an.

Eines Abends fing Fred unter der Dusche davon an: Er wisse, wie Oliver zu Geld kommen würde.
Fred: Ich kenne da einen, du weisst schon, den S., der borgt es dir vielleicht.“
Oliver: ¬¬“Wieso sollte gerade der mir Geld leihen? Und wenn es der Chef erfährt, dann fliege ich. Nein danke.“
Fred:“ Unser Chef wird nichts davon erfahren, wenn wir es schlau anstellen. Du musst dir den S. halt irgendwie verpflichten, vielleicht schenkt er dir das Geld ja dann sogar.“
Oliver: „Weshalb sollte er?“
Fred: „Hast du noch nicht bemerkt, dass er dir nachschaut, wenn er kommt. Dass er sogar kommt, obschon gar nichts Besonderes los ist mit seinem Wagen? Ausserdem hat er sich bei mir nach dir erkundigt.“
Oliver: „Was?“
Fred: „Wo du wohnst und ob du eine Freundin hast, ob ich mit dir befreundet bin? Sogar hat er ‚mal gefragt, ob nicht ich mit dir zu ihm kommen würde für einen Abend, er habe ein grosses Haus und wohne allein.“
Oliver:“ Ist der schwul?“
Fred:“ Ich weiss nicht genau, aber es könnte sein. Was ist schon dabei?“
Oliver: „Vergiss es. Ich gehe sicher nicht mit.“
Fred: „Du bist schön blöd. Sein Haus anschauen, essen, ein bisschen schmusen mit ihm und er gibt dir vielleicht das Geld. Dann hast du dein Motorrad.“
Oliver: „Nein.“
Fred: „Ganz wie du willst. Aber jammere mir nicht mehr die Ohren voll. Ich habe mir etwas überlegt, und du schlägst es einfach aus.“

Vier Tage später standen sie wieder nebeneinander unter der Dusche. Erneut brachte Fred die Rede auf S. Er musste ihn wohl inzwischen wieder gesehen haben.
Fred: „Ein wenig vorbereiten müsste man dich ja schon dafür.“
Oliver: „Wovon sprichst du?“
Fred: „Von S. natürlich, schon vergessen? Brauchst du das Geld nicht mehr?“
Oliver: „Schon wieder dieser S.. Ich weiss jetzt, wer es ist und ich mag ihn nicht mit seinem Goldkettchen und so. Typen wie er sind mir zuwider.“
Fred: „Umso besser.“
Oliver: „Wieso ‚umso besser‘?“
Fred: „Weil du dich dann nicht dran gewöhnst, sondern es nur ein oder zweimal machst und danach ist wieder Schluss. Du gehst einfach hin, er hat seinen Spass mit dir, und fertig.“
Oliver: „Was machen?“
Fred: „Lebst du auf dem Mond? – Dich von ihm streicheln und evtl. auch ficken lassen natürlich.“
An diesem Abend liess sich Oliver von Fred dazu überreden, nach der Arbeit noch mit ihm in eine Beiz zu gehen, etwas trinken und essen, bevor er nach Hause fuhr.
Fred druckste erst etwas herum, aber dann, nach dem Essen, quetschte er Oliver aus, erfuhr, dass der noch nicht einmal ein Mädchen gefickt hatte und wurde daraufhin erst recht gesprächig, redete sich richtig in Fahrt. Es sei nicht weiter schlimm. Man müsse der Kerl ja nicht lieben, sich nur ein bisschen befingern lassen. Ihm würde das nichts weiter ausmachen. Es sei sogar ganz lustig. Am meisten Überwindung würde es kosten, sich vor dem auszuziehen, aber es wäre auch nicht anders, als in der Werkstatt mit der Türe offen und so. Oliver sei ja ein hübscher Bengel. Vielleicht müsste er den Schwanz von S. anlangen, vielleicht ihn sogar mit dem Mund berühren. Alles nicht weiter schlimm. Es würden Tausende so machen.

Über marvin 1336 Artikel
Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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