Die Kirschernte

Schwule Kurzgeschichten

1 – Die Wanderarbeiter

Jedes Jahr beginnt die Kirschernte am Fest des Heiligen Isidor von Madrid, d.h. am 15. Mai.

Wie jedes Jahr waren wieder zahlreiche marokkanische Erntearbeiter auf unserer Kirschplantage eingetroffen, darunter einige sehr gutaussehende junge Männer, die, wie auch der Rest, in den Mannschaftsunterkünften, zumeist in 4 Bettzimmern, untergebracht waren.

Ich hatte mein Abi erfolgreich bestanden und träumte von einem Literatur- und Kunststudium, was, wie ich aufgrund jahrelanger Diskussionen wusste, meinem Vater nicht gefiel. Er hatte andere, dynastische Pläne, wollte mich mit der einzigen Tochter eines anderen Kirschbauern verheiraten und so den Grundbesitz fast verdoppeln.

Mir graute vor dieser arrangierten Ehe, wir lebten doch nicht mehr im Mittelalter und außerdem wusste ich seit Beginn der Pubertät, dass ich schwul war und mit Frauen so gut wie nichts anfangen konnte. Im erzkatholischen Spanien der 60er Jahre fiel es nicht auf, wenn man mit 18 keine Freundin hatte, dies war normal. Klar hatten wir Sex, wir haben wie alle Jungs seit Beginn der Pubertät gewichst, aber mit schlechtem Gewissen, dafür sorgte schon die alleinseligmachende Kirche mit ihren Vertretern.

Bevor ich mich aber bezüglich meines Berufswunsches mit meinem Vater würde weiter auseinander setzen können, hieß es erst einmal die Ärmel hochzukrempeln und sich voll bei der Ernte einzubringen.
Das mussten alle Familienmitglieder, sowohl meine beiden älteren Schwestern, welche noch unverheiratet waren, als auch meine beiden jüngeren Brüder Pablo und Jaime, eineiige 17 jährige Zwillinge, auf denen meine Hoffnung ruhte, dass sie das Familienunternehmen weiterführen würden, mithelfen. So unzertrennlich wie sie waren, brauchten Sie wohl einen Beruf bei dem Sie Hand in Hand würden arbeiten können und wo ging dies besser als auf unserer Kirschplantage.

Mir wurde die Aufgabe übertragen, mich um die Mannschaftsunterkünfte zu kümmern, das hieß dafür zu sorgen, dass in den Waschräumen genügend Seife, Toilettenpapier und was sonst noch gebraucht wurde, vorhanden war. Darüber hinaus musste ich natürlich auf den Feldern helfen. Jetzt, da ich einen Führerschein hatte war diese Aufgabe schon etwas angenehmer, denn ich durfte die Arbeiter mit einem Kleinbus zu ihrem Einsatzort kutschieren und um die Mittagszeit zurück zum Hof fahren um das Essen, welches meine Mutter und meine Schwestern zubereitet hatte, zu holen und auf die Felder zu verteilen.

Seit Jahren kümmerte ich mich schon um die Unterkünfte und wusste es seit meiner Pubertät so einzurichten, dass ich immer dann in den Waschräumen zu tun hatte, wenn die Arbeiter unter der Dusche standen. So konnte ich ihre langen Schwänze bewundern und mir nachts beim Wichsen vorstellen, wie sie es mit mir treiben würden, wie sie mir ihre dicken Riemen in den Rachen schieben und mich lange und tief in den Mund ficken würden, bis es ihnen kam und sich ihr Sperma meinen gierigen Schlund hinunter ergoss.

„Tiago, steh‘ nicht rum und träume“, dies war die Stimme meines Vaters, gleich würde er zu einer seiner gefürchteten Predigten ansetzen, „sind die Unterkünfte in Ordnung, haben die Männer was sie brauchen?“ „Ja Vater“ antwortete ich, „ich habe gestern Abend alles kontrolliert und fehlendes aufgefüllt.“

Zum Glück bogen in diesem Augenblick die Zwillinge, lachend über einen ihrer Schalke, welche sie ständig trieben, um die Ecke und so war unser Vater damit beschäftigt ihnen Aufgaben zu übertragen. Da sie beide ja noch keinen Führerschein hatten, durften sie nur auf den ewiglangen und weiten Obstfeldern die kleinen Traktoren mit den Anhängern von Baum zu Baum bewegen, damit die Pflücker es nicht so weit hatten ihre Eimer zu lehren.

Mittlerweile hatten sich die Männer auf dem Hof versammelt und Vater teilte sie in zwei Gruppen ein. Dann hielt er ihnen eine Ansprache, in der er seine Wünsche kundtat wie gepflückt werden sollte, damit die Bäume keinen Schaden nahmen. Noch einige Verhaltensregeln und dann war es dem Marokkaner mit den besten Sprachkenntnissen überlassen alles seinen Landsleuten zu übersetzten.

„Tiago“ du bringst diese Gruppe hier zu unseren Feldern bei San Lorca, ich selbst fahre die anderen zu den näher liegenden. Danach kommst du zurück und gehst mit uns in die Messe, haben wir uns verstanden?“
„Ja Vater“, antwortete ich, nickte meiner Gruppe zu und ging zu dem kleinen Bus, in dem sich jeder von Ihnen einen Platz suchte und einer der gutaussehenden Jüngeren sich auf den Beifahrersitz setzte.

Während der etwa zwanzigminütigen Fahrt konnte ich manchen Blick auf den drahtigen Araber zu meiner Rechten riskieren, ohne dass es aufgefallen wäre. Ich schätzte ihn auf Anfang 20 aber da konnte ich mich auch täuschen, egal, ich würde es irgendwann erfahren, auf Vaters Schreibtisch lagen die Verträge und die Pässe der Arbeiter.

Am Feld angekommen, machten sich die Leute von den Rücksitzen sogleich daran, den Hänger mit den Leitern, Eimern und Obststeigen abzukoppeln, während mir mein Beifahrer kurz zunickte und dann ebenfalls aus dem Wagen stieg. Wie gerne wäre ich geblieben und hätte mitgeholfen aber ich musste zurück, wenn es um den Besuch der Messe ging verstand Vater keine Ausreden, im erzkatholischen und frankophonen Spanien kuschten sogar die roßgrundbesitzer vor dem einfachen Dorfpfarrer.
Also fuhr ich zurück, um zusammen mit der ganzen Familie den Heilige Isidor um eine gute Ernte zu bitten.

Der Pfarrer beeilte sich, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit alles in die Länge zu ziehen, offenbar hatten sich einige beschwert und nach einer knappen Stunde, in der die Figur des Heiligen dreimal um die Kirche getragen wurde und wir alle hinterher stapften, ging es zurück zum Hof, wo in Windeseile die Sonntagskleidung gegen die Arbeitskluft gewechselt wurde um dann erneut zu den Äckern zu fahren.

„Tiago, du nimmst Jaime mit, Pablo kommt mit mir“ entschied mein Vater kurz vor unserem Aufbruch. Darüber waren die Zwillinge alles andere als glücklich, sie hassten es getrennt zu werden, wagten es aber nicht sich gegen Vaters Entscheidung aufzulehnen.
„Komm‘ Jaime, hilf mir den Anhänger anzukoppeln und den Traktor zu verladen“ sagte ich und klopfte meinem Bruder aufmunternd auf die Schulter.
Kurz darauf saßen wir im Wagen und fuhren vorsichtig vom Hof, damit die wackelige Fracht nicht vom Hänger fiel.
Jaime brummelte vor sich hin, er hatte wohl absolut keine Lust die ihm übertragene Aufgabe zu erfüllen. „Was ist los?“ fragte ich.“
„Nichts“ brummte er. „Wenn nichts wäre würdest du nicht so ein mieses Gesicht machen, so kenne ich dich ja gar nicht“ versuchte ich ihn aufzumuntern
„Andere fahren in ihren Ferien ans Meer und wir?“
„Du wirst schon noch ans Meer kommen, das verspreche ich dir“.
„Wann, im Winter, wenn es stürmisch und kalt ist?“
Ich konnte ihn verstehen, unsere Ferien bestanden, solange ich zurückdenken konnte, und dies war ja nun nicht gerade lange, darin, auf den Feldern mitzuhelfen.
Wir hatten zwar die Erntehelfer aber jede Hand, die nicht bezahlt werden musste, war unserem Vater willkommen.

Kurze Zeit später bog ich von der Landstraße auf den Feldweg ab und hielt auch sogleich an. Ab hier gehörte das Land uns und somit war der Weg Privatbesitz auf dem Jaime fahren durfte, etwas was ihn ein bisschen aufheiterte. Gekonnt bugsierte er den kleinen Traktor vom Hänger und winkte mir zu, ich solle vorausfahren. Wieder hinter dem Steuer verfiel auch ich in Melancholie, wie würde das weitergehen, wenn Jaime so wenig Interesse an der Landwirtschaft hatte, dann würde es bei Pablo nicht anders sein. Somit würde sich Vater ganz darauf verlassen, dass ich den Betrieb weiterführen würde. Oh Mann, mir musste etwas einfallen und zwar bald.

Die Marokkaner waren fleißig, die ersten Bäume waren schon abgeerntet und auf dem Hänger stapelten sich bereits eine beachtliche Menge gefüllter Steigen.

Die Männer hatten sich in Gruppen aufgeteilt, jeweils zwei Mann pflückten an einem Baum. Worüber sie sich wohl so angeregt unterhielten?
Vielleicht sollte ich in der Mittagspause den Vorarbeiter fragen. Wo steckte der überhaupt? Ich würde einen Rundgang über das Feld machen und mir einen Eindruck verschaffen, wie viele Tage wir wohl brauchen würden.

Beim Anblick der zum Teil nur mit Hosen bekleideten Männer wurde ich leicht unruhig. Einige trugen weite, schlappernde lange Hosen aber die jüngeren durchweg enge, knappsitzende Sporthosen, bei denen man die Beulen deutliche sehen konnte und diese Beulen konnten sich durchaus sehen lassen, dicke Prügel. Mein Schwanz schwoll an, was den Marokkanern wohl nicht verborgen bleiben würde.

Ich wanderte, nach dem Vorarbeiter ausschauhaltend, über den Acker, wobei mein Schwengel immer größer wurde und die Erektion sich nicht mehr verbergen lies.

Fast am Ende des Feldes sah ich ihn, er stand mit dem Rücken zu mir und pisste. Schnell schlüpfte ich hinter einen Baum, von wo aus ich ihn beobachten konnte. Er trug nur eine knappe Sporthose und hatte seinen Schwanz aus dem linken Hosenbein genestelt. Dieser schlanke aber dennoch muskulöse Körper, der Apfelarsch in der engen Hose und das beachtliche Glied machten mich noch rattiger und schon wanderte meine Hand in die Hose.

Wie gerne hätte ich mir Erleichterung  verschafft, aber die Flecken in der Hose wären jedem aufgefallen, so musste mein kleiner Freund unbefriedigt bleiben.

Nachdem er mit dem Pissen fertig war verstaute er sein beachtliches Teil wieder, zündete sich eine Zigarette an und marschierte zurück.
Ich blieb noch eine Weile in meinem Versteck, und nachdem in meiner Hose der Allgemeinzustand wieder hergestellt war ging auch ich zurück und half beim Pflücken.

Bis Mittag hatten wir bereits eine ansehnliche Menge geerntet, so dass ich mit dem beladenen Hänger zunächst die Genossenschaft ansteuerte, wo die Steigen gewogen und das Ergebnis in eine Liste eingetragen wurde.
Beim Pflücken war ich endlich mit dem Vorarbeiter ins Gespräch gekommen, wusste nun, dass er Hasan hieß, 22 Jahre alt und im Besitz eines Führerscheines war.

Aus diesem Grund hatte ich ihn mitgenommen, er sollte das Prozedere kennen lernen, um in Zukunft, sobald der Hänger voll war, selbst zur Abladestelle fahren zu können.

Darüber hinaus brauchte ich dann nicht mehr ständig das Kutschieren zu übernehmen, musste nur noch beim Wechseln der Felder vorausfahren, um ihm zu zeigen wo die nächste Erntestelle gelegen war.

Nachdem wir auf dem Rückweg noch am Hof die Mittagsverpflegung für die Pflücker geholt hatten, kehrten wir aufs Feld zurück und legten eine Pause ein.

Wir saßen auf Kisten unter einem der abgeernteten Bäume und ließen uns die belegten Brote schmecken.
Jetzt hatte ich endlich Gelegenheit Hasan zu fragen, über was sich seine Landsleute so angeregt unterhielten.
„Das Übliche“ gab er mir zur Antwort, „die älteren über ihre Familien, die Zukunft der Kinder, Krankheiten, na ja worüber man halt so redet.“
„Und worüber unterhalten sich die jüngeren?“ begehrte ich zu wissen.
„Na worüber wohl?“ schmunzelte Hasan, „über die heiratsfähigen Mädchen in den Dörfern, aus denen sie kommen.“
„Sie haben doch sicher auch eine Verlobte?“ fragte er mich.
„Äh nein, noch nicht“ stammelte ich, „und das Sie lass mal weg, ich heiße Tiago.“  Ob er denn wohl auch verlobt war, grübelte ich, mochte ihn aber nicht so direkt fragen. Dies würde ich noch früh genug in Erfahrung bringen.

Das Thermometer war inzwischen sicherlich schon nahe der 30° und das Pflücken ging nicht mehr ganz so schnell voran wie am Vormittag.
Am Spätnachmittag kam dann auch mein Vater vorbei und zeigte sich erfreut über den Fortschritt der Ernte.

Ich berichtete ihm, dass Hasan im Besitz eines Führerscheines sei und ich ihn mitgenommen und in die Prozedur der Obstabgabe eingewiesen hatte.
„Gut gemacht, Tiago, ich sehe du denkst mit, dass gefällt mir.“
Selten hatte ich Vater so stolz auf mich gesehen, selbst die besten Noten hatten mir nie so viel Lob eingebracht. Anstatt darüber glücklich zu sein verfiel ich wieder in einen leicht melancholischen Zustand.

Um 18 Uhr war das Feld zu einem Drittel abgeerntet, wir alle reichlich müde und verschwitzt, jeder freute sich auf eine Dusche und auf etwas Gutes zum Essen. Pablo war bereits mit Vater zurückgefahren und ich saß nun auf dem Beifahrersitz, während Hasan vorsichtig den Kleinbus mit dem voll beladenen Hänger über den ausgefahrenen Feldweg steuerte.
Bevor wir zur Genossenschaft fuhren, ließen wir die Männer an der Zufahrt zum Hof aussteigen.

Abends war es immer sehr voll und so konnte es schon einige Zeit dauern bis man in der Schlange endlich soweit vorgerückt war um entladen zu können. Heute, am ersten Pflücktag, ging es besonders hektisch zu, und es dauerte wirklich sehr lange bis wir endlich unsere Ware los waren und den Hof ansteuerten.

Wir überbrückten die Zeit indem wir uns über unsere Zukunftspläne unter-hielten, ich erzählte von meinem Wunsch Literatur und Kunst zu studieren und erfuhr, dass Hasan davon träumte eines Tages eine eigene Obstplantage zu besitzen. Und er erzählte von Leila, der Tochter eines Nachbarn, welche seine Eltern für die geeignete Schwiegertochter hielten.

Während er von Leila erzählte hatte er die Augen geschlossen und fuhr sich mit der Hand ständig über die immer größer werdende Beule zwischen seinen Beinen. Hätte er mir mit der Faust in den Magen geschlagen, hätte es nicht schlimmer sein können. Ich fühlte mich hundeelend und hätte am liebsten gekotzt, wusste aber nicht warum.

Als wir den Hof endlich erreicht hatten saßen die meisten schon um den großen Tisch herum und warteten auf das Abendessen.
Während Hasan eiligst der Mannschaftsunterkunft zustrebte, brachte ich die Papiere zu meinem Vater, in dessen Büro. Als er mich sah unterbrach er sein Telefonat um mich zu fragen wo wir solange geblieben seien.
„Das übliche Chaos am ersten Tag“ antwortete ich, „du kennst das ja, die einen bringe halbreife Früchte, die anderen behaupten die Waage sei nicht richtig abgelesen worden… „
„Ist gut, geh‘ und wasch dich, wir wollen gleich essen“ sagte er und wandte sich dann wieder seinem Telefonpartner zu.

Das lauwarme Wasser prasselte über meine Haut. Ich hatte die Augen geschlossen und genoss die wohltuende Wirkung. Während ich so, gedankenversunken, mich einseifte merkte ich wie ich immer geiler wurde. Meine Gedanken wanderten zu Hasan und der fetten Beule in seiner Hose. Schon stand mein Schwanz wie eine eins und der Vorsaft tröpfelte bereits.
Ich wichste immer schneller, gleich würde ich abspritzen, da wurde unvermittelt die Badezimmertür aufgerissen und mein Bruder Pablo rief:
„Tiago, mach zu, wir haben Hunger, warum dauert das denn so lange?“
Dabei glotzte er mir auf meinen steifen Pimmel, wurde knallrot im Gesicht und ehe ich mich noch mit einem Handtuch bedecken konnte, hatte er die Tür auch schon hinter sich zugeknallt und entfernte sich schnellen Schrittes.

Mein kleiner Freund poche auf sein Recht aber jetzt war definitiv nicht die Zeit dazu. Schnell trocknete ich mich ab, schlang mir das Handtuch um die Hüften und schlüpfte aus dem Bad. In meinem Zimmer schlüpfte ich in eine Hose und ein Shirt, angelte mir ein Paar Latschen und schon war ich auf dem Weg zum Abendessen.

Donna Anna, meine Mutter, und meine Schwestern Dolores und Manuela hatten eine wahre Meisterleistung vollbracht, der Tisch bog sich förmlich unter all den Speisen, welche sie zubereitet hatten. Im Gegenzug zu anderen Großgrundbesitzern pflegte mein Vater einen sehr liberalen Umgang mit seinen Leiharbeitern, die Männer wurden ordentlich untergebracht und es wurde gemeinsam gegessen. Am ersten Tag gab es immer besonders reichlich und am Ende der Ernte wartete ein großes Fest auf uns alle, zu dem auch die anderen Kirschbarone mit ihren Familien und Pflückern eingeladen waren. Dieses Fest wurde schon immer gefeiert und die Familien wechselten sich bei der Ausrichtung ab. In diesem Jahr würde es bei uns auf dem Hof stattfinden.

An diesem Abend erfuhren wir mehr über die Männer, mein Vater wollte dies und jenes wissen und Hasan wurde nicht müde von Spanisch in Arabisch und retour zu übersetzen. Sie würden, nachdem bei uns die Ernte eingebracht war, weiter ziehen Richtung Malaga und dort Tomaten ernten, bevor sie nach der Orangenernte im November zu ihren Familien nach Marokko zurückkehrten.

Schnell ging der Abend vorbei und der große Zeiger der Uhr rückte bedenklich auf die 11 zu, als die Tafel aufgehoben wurde und alle in Richtung ihrer Schlafstätten verschwanden. Bevor ich mich aber zurück ziehen konnte, musste ich erst noch meinen Inspektionsgang durch die Mannschaftsunterkunft machen um zu sehen, ob die Marokkaner auch mit allem versorgt waren, was sie brauchten.

Beim Inspizieren der Waschräume gelang mir der Blick auf einen schönen Schwanz, dessen Besitzer am Urinal stand und genüsslich pisste, wobei er die Augen geschlossen hatte und den Schwengel etwas anwichste. Schon regte sich mein kleiner Freund und erinnerte mich daran, dass er auch noch zu seinem Recht kommen wollte. Also beeilte ich mich und lag kurze Zeit später im Bett.

In dieser Nacht träumte ich von Hasan, träumte davon wie er mich in die Arme nahm, endlos lange küsste und dabei mit seinen Händen meinen Körper erforschte, wie er mich langsam auszog und jeden Zentimeter meiner Haut mit seinen Küssen bedeckte, wie er schlussendlich meinen erigierten Schwanz in den Mund nahm und saugte und leckte bis ich fast wahnsinnig wurde. Als er merkte, dass ich kurz vor dem Abspritzen war entließ er ihn aus seinem gierigen Mund, drehte mich auf den Bauch und begann sogleich, mit seiner Zunge an meinen Arschloch zu spielen.
Langsam ließ er sie darüber kreiseln, dann immer fordernder, um schließlich ganz in mein Loch einzudringen und meinen Schließmuskel geschmeidig zu machen.  Gerade als er mit seinem enormen Lustbolzen in mich eindringen wollte, klingelte mein Wecker und riss mich unsanft aus diesem schönen Traum.

Die Tage in den kommenden Wochen verliefen fast immer gleich, frühes Aufstehen, kurzes Frühstück und dann auf die Felder um die nicht endend wollene Allee von Kirschbäumen von ihren reifen Früchten zu befreien.
Abends dann rechtschaffen müde nach Hause zurück, gemeinsames Abendbrot mit den Fremdarbeitern und nach der Inspektion der Mannschaftsunterkünfte zeitig ins Bett.

Des öfteren gelang es mir, in den Duschräumen der Unterkünfte, die Männer dabei zu beobachten, wie sie sich wuschen. Durch die Bank hatten sie alle recht große, beschnittene Schwänze und vor allem bei den jüngeren konnte ich auch die eine oder andere Erektion bewundern. Wenn sie sich unbeobachtet fühlten, dann wichsten sie, sobald sie merkten, dass einer ihrer Landsleute die Waschräume betrat, drehten sie sich sofort zur Wand und bedeckten mit den Händen ihr Geschlecht.

Ich hatte mir, in dem an die beiden Duschräume angrenzenden kleinen Raum, welcher als Lager für Toilettenpapier, Seife, Handtücher und die ganzen anderen Utensilien diente, zwei kleine Gucklöcher geschaffen und durch diese konnte ich, sofern die knappe Zeit es mir zuließ, die Marokkaner beobachten und mir gleichzeitig Erleichterung verschaffen.
Auch hoffte ich darauf endlich mal Hasan nackt unter der Dusch zu sehen aber es sollte noch recht lange dauern, bis dieser Wunsch in Erfüllung ging.
In der Zwischenzeit hatte ich auch alle anderen namentlich kennen gelernt und wusste von vielen so einiges über sie, ihre Familien, Herkunft, Träume, eben alles, was man so von sich erzählt.

Mich interessierten natürlich vor allem die Geschichten der jüngeren Männer, und so kam es, dass ich bald mit einigen von ihnen auf gutem Fuß stand, von Freundschaft zu sprechen wäre vermessen gewesen.
Es war mehr ein kumpelhaftes Auskommen aber es stand immer eine gewisse Distanz dazwischen, wie ein unsichtbarer Graben.
Und dann kam der Tag, an dem meine Spionagetätigkeit entdeckt wurde.
Ich war früher als sonst auf dem Hof und hatte meine Inspektionsarbeit bereits getätigt als die ersten Marokkaner von der Feldarbeit zurück kamen.

Schnell verkroch ich mich in meiner Kammer um, sie bei der Dusche zu beobachten. Was war das, das Guckloch, welches ich mühsam in die dünne Wand gebohrt hatte, war von der anderen Seite verschlossen?
Ich grübelte noch darüber nach, wer mich wohl entdeckt haben könnte, als auch schon die Tür zu meiner Kammer geöffnet wurde und Yussuf hereinstürzte.

Ein arabischer Redeschwall, von dem ich kein Wort verstand, prasselte auf mich nieder und schon hatte Yussuff mich gepackt, mir die Hose r
untergerissen und versohlte mir den Arsch, das mir Hören und Sehen verging. Schreien konnte ich nicht, denn er hatte mir den erstbesten Lappen, den er erwischen konnte als Knebel in den Mund gesteckt. Seine kräftige Hand klatschte immer und immer wieder auf meinen kleinen Hintern und allmählich ging der Schmerz in ein Gefühl der Lust über und ich merkte, wie ich immer steifer wurde.

Auch Yussuf entging diese Reaktion nicht und auch er hatte inzwischen eine gewaltige Erektion. Unmittelbar hörten seine Schläge auf, dafür riss er meinen Kopf zurück und gleichzeitig seine Hose runter, und ehe ich mich versehen konnte, hatte er den Knebel raus enommen und seinen Schwanz in meinem Mund versenkt um mich gleich tief und unerbittlich zu ficken.
Ich glaubte zu ersticken, versuchte verzweifelt Luft zu bekommen und irgendwie gelang es mir auch, trotz des unerbittlichen Maulficks zu überleben. Gleichzeitig befingerte er meinen wunden Arsch, drang erst mit einem, dann mit zwei und am Schluss mit drei Fingern in mich ein, weitete mein ohnehin geiles Loch und bereitete mich so auf meinen ersten Arschfick vor.

Abrupt zog er seinen Schwanz aus meinem Mund, dreht mich um, legte mich über den kleinen Tisch und drang auch schon in meine vorbereitete Arschfotze ein. Ein Höllenschmerz durchfuhr mich, ich wollte schreien aber der Knebel, der er mir wohl wissend wieder in den Mund geschoben hatte, verhinderte dies.

Ich zappelte und versuchte ihn abzuwerfen, hatte aber nicht die geringste Chance, dafür war er viel zu , und ich viel  zu schwach.
Immer schneller und dabei auch immer tiefer stieß er seinen Kolben in meinen Arsch und mittlerweile hatte sich der Schmerz in ein lustvolles Gefühl gewandelt und ich konnte nicht genug davon bekommen.
Plötzlich merkte ich, wie sein Schwanz noch härter wurde, sein lustvolles Stöhnen einem Röcheln wich und er unversehens aus meinem Arsch glitt und im selben Moment mir seine gesamte Ladung auf Arsch und Rücken spritzte. Ohne jeglichen Kommentar war er genau so schnell verschwunden wie er in meiner Kammer erschienen war.

Beschmutzt und gedemütigt ließ er mich zurück, das geile Gefühl in meinem Hintern war einem brennenden Schmerz gewichen, ich war verwirrt und hätte am liebsten geheult. So animalisch hatte ich mir meine Entjungferung in meinen Träumen nicht vorgestellt. Notdürftig säuberte ich mich mit einem Lappen und schlich dann in mein Zimmer, wo ich kurze Zeit später in einen unruhigen Schlaf fiel, aus dem mich mein Wecker schon nach nur wenigen Stunden aus einem brutalen Alptraum reißen sollte.

In den nächsten Tagen machte ich einen großen Bogen um Yussuf und beeilte mich abends bei der Inspektion der Mannschaftsunterkünfte.
Eine große Melancholie hatte mich heimgesucht, eine Traurigkeit, die ich nicht einzuordnen wusste. Das Schlimmste war, dass ich mich niemanden anvertrauen konnte. Selbst die Lust am Wichsen war mir vergangen, ich schlich nur noch wie der Schatten meiner selbst durch die Gegend, alles was ich tat, tat ich mechanisch.

Dies war auch meinem Vater nicht verborgen geblieben und eines Morgens teilte er mich dazu ein, ihn auf seinen Kontrollfahrten zu begleiten.
Kaum saßen wir im Wagen, fing er auch schon an, mich mit seinen Fragen zu bedrängen.

„Tiago, was ist los mit dir?“
Was sollte ich ihm dazu antworten? Ich konnte ihm ja schlecht beichten, was und vor allem warum mir dies passiert war. Folglich schwieg ich, was natürlich nur mehr weitere Fragen nach sich zog.
„Es muss doch irgendetwas vorgefallen sein! Seit Tagen schleichst du wie ein geprügelter Hund durch die Gegend!“
„Nichts, nichts ist passiert“ antwortete ich und hoffte, dass er nicht weiter in mich eindringen würde.
„Das glaube ich dir nicht, du verschweigst mir doch etwas“ bohrte er weiter. Vieleicht, überlegte ich, sollte ich die Gelegenheit nutzen und ihn dazu bewegen mich Kunst und Literatur studieren zu lassen, so wie ich es mir ja schon seit langem wünschte.
„Du kennst doch meine Zukunftspläne“, begann ich, „und je näher der Semesterbeginn rückt, je trauriger werde ich.“
„Das schlage dir ein für alle Mal aus dem Kopf, ich habe dich auf der Handelsfachschule angemeldet, du wirst dort eine zweijährige Ausbildung zum Exportkaufmann machen, ich habe noch große Pläne mit dir und deinen Brüdern vor“.
Ich war den Tränen nah, kam mir vor, als ob man mir in den Magen geboxt und gleichzeitig einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf gegossen hätte.
Vater bemerkte nicht einmal, dass ich ihm eine Antwort darauf schuldig geblieben war.

Die Kirschernte näherte sich ihrem Ende und die Frauen hatten bereits mit den Vorbereitungen für das Fest begonnen, buken wie die Weltmeister und schleppten Berge an Würsten und anderen Delikatessen herbei.
Alle freuten sich und es wurde über nichts anderes mehr gesprochen als über die Fiesta und die damit verbundenen Tänze.

Nachdem mich Yussuf so unsanft, um nicht zu sagen grob, meiner Jungfernschaft beraubt hatte und ich später, bereits wieder aufgegeilt war, hatte ich wieder damit begonnen, so oft es ging, die Marokkaner beim Duschen zu beobachten. Aber es war mir bis auf den Tag nicht vergönnt gewesen, Hasan einmal nackt zu sehen.

Nach wie vor träumte ich von ihm, von heißem Sex, leidenschaftlichen Küssen auf meinem Körper, während seine Finger immer weiter nach unten wanderten, mein steifes Glied streichelten, während gleichzeitig sein stahlharter Hammer an meiner Lustgrotte pochte. Fast jede Nacht hatte ich solche Träume und wenn mich morgens der Wecker aus diesen Träumen riss, hatte ich eine schmerzhafte Erektion, die unter der Dusche mit schnellen Griffen ihre Erlösung fand.

Der Großteil der Arbeiter war schon von den Feldern zurück und hatte auch schon geduscht, die Männer saßen nun im Hof und warteten auf das gemeinsame Abendessen. Nur Hassan und seine Mannschaft fehlte noch immer.

Ich wollte gerade meinen Inspektionsgang beginnen als mein Vater zu mir trat. „Tjago, nimm den Wagen und sieh mal nach wo die bleiben“ trug er mir auf. „Am besten du siehst zuerst mal bei der Genossenschaft nach, vielleicht gibt es dort ja Probleme, wenn nicht musst du halt auf das obere Feld fahren“.

In diesem Moment trat Pablo aus dem Haus und ich winkte ihn zu mir.
„Komm mit, ich muss Hasan und seine Gruppe einfangen, und ich muss mit dir reden, unter vier Augen!“
Pablo sagte nichts, nickte nur und ging mit mir zum Wagen. Kaum waren wir auf die Straße eingebogen wollte er auch schon wissen, was ich mit ihm zu bereden hätte.
„Hast du dir schon überlegt, was du nach dem Abi machen willst?“ wollte ich von ihm wissen.
„Warum willst du das wissen?“  kam die Gegenfrage.
Nun saß ich in der Patsche, musste ihm wohl oder übel gestehen, dass ich noch verzweifelt nach einer Lösung für mein Dilemma mit der Ausbildung zum Exportkaufmann suchte.
Also packte ich den Stier bei den Hörnern.
„Du weißt doch, das ich am liebsten Kunst und Literatur studieren möchte!“
„Ja das weiß ich, ich weiß aber auch, dass Vater dich in der Handelsschule angemeldet hat.“
Nun war ich verblüfft, woher wusste Pablo davon?
Ich brauchte nicht lange zu rätseln, er klärte mich auf, erzählte mir, dass er vor einigen Wochen von sich aus, ein Gespräch mit Vater geführt habe um ihn zu bitten, dass er, zusammen mit Jaime, den Hof übernehmen dürfe.
„Aber Jaime mag die Arbeit auf den Feldern doch nicht“ entfuhr es mir.
„Tjago, du weißt, dass wir unzertrennlich sind, wo der eine ist, ist auch der andere. Mit der Zeit wird ihm die Arbeit schon gefallen!“
Mittlerweile hatten wir die Genossenschaft erreicht, weit und breit kein Blick von Hasan.
Also hieß es zum Feld zu fahren, dem Feld was am weitesten vom Hof entfernt war, eine halbe Stunde hin und eine halbe Stunde zurück, es sei denn wir trafen sie unterwegs.

Während wir uns langsam über die Feldwege quälten versuchte ich weiter in Pablo einzudringen, mehr noch von seinem Vorhaben zu erfahren.
Zunächst schien es für mich schon einmal von Vorteil zu sein, dass zumindest er auf dem Hof bleiben wollte. Vielleicht konnte ich ja doch noch meinen Vater dazu bewegen seine Meinung zu ändern.
Wir brauchten nicht die ganze Strecke bis zu dem oberen Feld zu fahren, nach etwa zwei Drittel der Strecke fanden wir Hassan und seine Truppe hinter einer Kurve. Von Hassan war nur der, über die geöffnete Motorhaube gebeugte, Rücken zu sehen.

Die anderen redeten auf ihn ein aber von ihm kamen nur Knurrlaute zurück, offenbar waren die Ratschläge alles andere als hilfreich.
„Was ist passiert?“  fragte ich ihn.
„Keine Ahnung, der Motor stotterte und ging schließlich ganz aus“ antwortete Hassan, ohne aufzusehen und fummelte weiter im Motorraum rum.
„Die Kabel sind alle fest, der Verteilerkopf ist auch ok, das habe ich geprüft!“  Scheiße, ein kaputter Wagen, dazu einen Hänger voller Kirschen, die längst in der Annahmestelle hätten sein sollen und ein Trupp Arbeiter, die auch nach Hause wollten.
„Wir werden zurückfahren und den Traktor holen müssen“ sagte ich zu Pablo, „zwei Jungs können wir mittnehmen, die anderen müssen warten bis wir zurück sind“.
„Hast du mal nachgesehen, ob Benzin im Tank ist?“ wollte er von Hassan wissen, wartete aber die Antwort erst gar nicht ab, stieg in den Wagen, betätigte den Anlasser und schüttelte den Kopf.

Nichts, der Wagen gab keinen Mucks von sich. Frustriert stieg Pablo aus dem Auto und kam wieder zu uns.
„Es hilft nichts, wir müssen zurück, wir brauchen den Trecker“ sagte ich.
Pablo nickte und wies auf die Marokkaner, „nimm schon mal drei von denen mit, dann sind die zumindest schon mal auf dem Hof“.
„Und was machst du?“ wollte ich von ihm wissen.
„Ich koppele mit dem Rest den Hänger ab und dann schieben wir das Auto dort unter die Bäume oder wie wolltest du den Wagen an den Trecker ankoppeln?“
Er schüttelte den Kopf und lächelte dabei aber amüsiert.

Zwei Stunden später hatten wir die Ernte und die verbliebenen Helfer endlich auf dem Hof. Ich war groggy und wollte nur noch eines, duschen und dann ins Bett. Aber daran war zunächst einmal nicht zu denken.
Kaum hatten die Marokkaner Hassan entdeckt, stützte auch schon einer von ihnen auf ihn zu und begann sogleich lebhaft auf ihn einzureden.
Mit einer knappen Geste brachte dieser ihn zum Schweigen und wand sich dann an mich. „Tjago, die Männer möchten duschen aber es sind weder Seife noch Handtücher da!“
„Scheiße, verdammt, ich wollte gerade nachsehen ob alles da ist als mein Vater mir auftrug euch zu suchen. Ich kümmere mich sofort darum“  gab ich ihm zur Antwort und war auch schon in Richtung der Mannschaftsunterkünfte verschwunden.

Als ich, mit Seife und Handtüchern bewaffnet, die Duschräume betrat, warteten schon einige der Pflücker unter den Duschen auf mich, unter anderem auch Yussuf, der anzüglich grinste und sich in den Schritt fasste, ganz unverhohlen anfing sich einen zu wichsen.
Die anderen taten so als merkten sie nicht was da vor sich ging aber es konnte ihnen nicht entgangen sein, da sein Pimmel bereits halbsteif war. Ich deponierte Seife und Handtücher auf einem Schemel und suchte das Weite. Keine halbe Stunde später lag ich im Bett und fiel sofort in einen tiefen Schlaf aus dem ich einige Stunden später aus einem hocherotischen Traum wieder erwachte.

Ich hatte davon geträumt mit Hassan zusammen in einer kleinen Wohnung in Paris zu wohnen. Während ich an der Sorbonne Kunst und Literatur studierte, verdiente er sein Geld in Les Halles, dem Pariser Großmarkt. Seine Arbeitszeit begann kurz nach Mitternacht und endete in den frühen Vormittagsstunden. Wann immer ich es einrichten konnte, wartete ich morgens seine Rückkehr ab und stieg dann zu ihm unter die Dusche.
Diese war so eng, dass man alleine darin schon klaustrophobische Zu-stände bekommen konnte, zu zweit ging das nur, wenn man eng aneinandergeschmiegt und ohne sich groß zu bewegen, versuchte nicht irgendwo anzuecken. Bei solchen Duschsessions küssten wir uns eingehend, während unsere Hände über den Rücken und Po des anderen strichen und unsere steifen Schwänze sich gleichzeitig aneinander rieben.
Es endete dann oft damit, dass wir, kaum aus der Dusche, nicht mehr den Weg ins Schlafzimmer fanden, sondern noch im Bad unsere Geilheit befriedigten.

Als ich am nächsten Morgen die Mannschaftsunterkunft aufsuchte, waren außer Hassan schon alle auf dem letzten Feld. Seine Aufgabe war es, die Weiterreise zu dem nächsten Patron in der Region Malaga zu organisieren.
Er war aber in keinem der Schlafräume zu finden. Stattdessen fand ich ihn unter der Dusche. Heute, an seinem letzten Tag auf unserer Hazienda hatte ich endlich die Gelegenheit seinen Körper zu bewundern.

Mit geschlossenen Augen stand er unter der Dusche und lies das lauwarme Wasser über seinen Körper prasseln, während er mit beiden Händen Seife verteilte. Sein Schwanz war leicht erigiert, was bei mir nicht ohne Folgen blieb. Auch in meiner Hose wurde es zusehends enger. Gerade überlegte ich noch, ob ich es wagen könne zu ihm unter die Dusche zu steigen, als er die Augen öffnete, meinen Zustand bemerkte und sanft lächelnd den Kopf schüttelte.
„Tjago, sosehr ich es auch möchte, wir dürfen das nicht tun. Du musst die Frau heiraten, die dein Vater für dich ausgesucht hat und ich muss auch den Wunsch meiner Eltern befolgen. Es hätte keine Zukunft, wir würden beide darunter leiden, weil wir wüssten, was wir miteinander geteilt hätten“.
Ich drehte mich wortlos um und floh aus dem Duschraum.

Heute würde das Fest steigen, und es gab noch so viel zu tun, so dass ich keine Zeit hatte, weiter über seine Zurückweisung nachzudenken.
Am frühen Nachmittag waren die letzten Kirschen geerntet, die Arbeiter geduscht und die anderen Kirschbauern mit ihren Familien eingetroffen.
Im Garten waren lange Tisch- und Bankreihen aufgestellt und es herrschte eine gelöste Atmosphäre.

Sogar einen Tanzboden hatte mein Vater errichten lassen und die Musiker stimmten bereits ihre Instrumente. Jetzt erst wurde mit bewusst, welche Bedeutung Hassans Worte hatten. Sollten wir, wider besseres Wissen, eine konventionelle Verbindung eingehen, unsere wahren Begierden unterdrücken, konnte das überhaupt gut gehen?

Nein, nein und nochmals nein, das wollte ich nicht und so konnte ich nicht leben, ich würde nie ein glücklicher Mensch werden.
Ich saß zusammen mit meiner Familie am Tisch, an der Seite meiner Schwestern und gegenüber den Zwillingen, die bestimmt wieder einen ihrer Streiche ausheckten, so wie sie die Köpfe zusammensteckten und tuschelten.

„Tjago“ drang die Stimme meines Vaters an mein Ohr, „du kennst meine Pläne was deine und damit auch die Zukunft dieser Plantage anbelangt, also reiße dich zusammen und gib dir etwas Mühe mit der Tochter von Don Esteban. Man erzählt sich, sie tanze gerne!“.
Welch grausame Vorstellung. Ich sollte die Tochter eines Großgrundbesitzers zum Tanz führen und dies wäre nur der erste Schritt. Als nächstes würde ich sie sonntags zur Messe begleiten und im Anschluss bei ihren oder meinen Eltern unter Aufsicht den Nachmittag verbringen und bis zum Abendessen sinnlose Konversation betreiben.

Es wurde gegessen und getrunken, die Stimmung war ausgelassen, wir hatten eine gute Ernte und sowohl mein Vater als auch Don Esteban sowie die anderen Kirschbauern waren mit den Erträgen zufrieden.
Die Estebans saßen ebenfalls an unserer Tafel und je weiter der Abend fort schritt und je ausgelassener die Stimmung wurde, umso häufiger warf mir mein Vater aufmunternde Blicke zu.

Die Musiker spielten eine Weise nach der anderen und längst war alles auf der Tanzfläche, nur ich saß wie festgenagelt auf meinem Platz und hing meinen Gedanken nach. Gracia, mit der ich verheiratet werden sollte, wurde von jedem zum Tanz aufgefordert, nur ich hatte mich bislang nicht dazu aufraffen können, sie zum Tanzboden zu führen. Ich wusste, es würde zu einem fürchterlichen Streit kommen, wenn ich Gracia nicht wenigstens einmal zum Tanz auffordern würde. Als sie von ihrem Galan an den Tisch zurückgebracht worden war und sich erfrischt hatte, erhob ich mich, trat zu ihr und bat sie um den nächsten Tanz. Sie lächelte und nickte.

Glücklicherweise spielte die Musik gerade einen schnellen Tanz, so dass es mir erspart blieb große Konversation mit ihr zu machen. Nachdem das Stück zu Ende war, brachte ich sie zurück an ihren Platz, bedankte mich und verzog mich wieder auf meinen Platz. Das Lächeln war aus ihrem Gesicht verschwunden, ihr Antlitz glich einer versteinerten Maske, aus der alles Leben verschwunden war. Sie war gekränkt, das wusste ich, aber was sollte ich machen? Über was hätte ich mich mit ihr unterhalten können, ich kannte sie nicht und sie kannte mich nicht, ich wusste nichts von ihren Interessen und sie nichts von meinen Hobbies.  Für sie wurde ein passender Ehemann gesucht und die Väter waren sich einig. Mehr brauchte es nicht. Ich wartete das Ende des Festes nicht ab, verzog mich in mein Zimmer, nicht ohne vorher nochmals in den Mannschaftsräumen nach Hassan gesucht zu haben. Aber auch ihn fand ich nicht.

Am nächsten Tag waren sie fort und es sollte eine ganze Weile dauern bis ich wieder etwas von Hassan hören würde. Aber vorerst musste ich mir die väterliche Standpauke anhören, was mir einfallen würde nicht nur Gracia und die Estebans, sondern auch unsere eigene Familie derart mit meinem Verhalten zu brüskieren. Ich wusste nichts dazu zu sagen, blickte betreten vor mich hin und wartete, bis der Redeschwall vorüber war.

Danach stand es unwiderruflich fest, dass ich ab September die zweijährige Handelsschule besuchen würde um den Beruf des Exportkaufmanns zu erlernen. Aus und vorbei mit dem Traum vom Kunst und Literaturstudium.
Und ich wurde dazu verdonnert Gracia den Hof zu machen, dass hieß, sie sonntags nach der Messer zum obligatorischen Spaziergang einzuladen und danach den Rest des Nachmittags bei ihrer oder meiner Familie zu verbringen, bis sich der Tag nach einem opulenten Abendessen dem Ende entgegen neigte.

Zu dieser Zeit wurde ich immer depressiver, zog mich tagsüber in mein Zimmer zurück, lag stundenlang nur auf meinem Bett und glaubte an meiner Situation verzweifeln zu müssen. Hinzu kam, dass ich unter Appetitlosigkeit litt und immer mehr an Gewicht verlor. Ich war buchstäblich nur noch ein Schatten meiner selbst, was der Familie und insbesondere meinem Vater nicht verborgen blieb.

Eines Morgens nahm er mich zur Seite.
„Auf ein Wort Tiago. Ich weiß nicht ob du das mit Absicht machst oder ob es dir wirklich nicht gut geht, auf alle Fälle liegt mir deine Mutter in den Ohren endlich etwas zu unternehmen. Wir fahren morgen zu Doktor Farrell, er wird dich untersuchen und wissen was zu tun ist. Das ändert aber nichts daran, dass du die Ausbildung machen und Gracia heiraten wirst.“
Damit ließ er mich stehen.

Am nächsten Morgen fuhren wir schweigend die gut zwanzig Kilometer bis zur nächsten Kleinstadt, in der Doktor Farrell seine Ordination hatte.
Im Wartezimmer saßen einige alte Frauen und eine jüngere Frau, deren Schwangerschaft schon weit fortgeschritten schien.
Da wir uns telefonisch angekündigt hatten, wurden wir vor den Wartenden in das Behandlungszimmer gebeten.

Nach einigen einleitenden Worten und Fragen nach meinem allgemeinen Zustand bat der Arzt meinen Vater in einem angrenzenden Raum Platz zu nehmen während er mich untersuchen würde. Sobald sich die Tür hinter meinem Vater geschlossen hatte begann Doktor Farrell mich in ein Gespräch zu verwickeln während er mir gleichzeitig den Blutdruck maß und den Puls fühlte.

„Schlägt Ihnen etwas aufs Gemüt, Don Tjago? Seit wann haben Sie die Beschwerden schon?“
Ich kam gar nicht dazu seine Fragen zu beantworten, so schnell stellte er sie, wollte wissen was ich glaube, was mir fehlen und wie meine Zukunftspläne aussehen würden.

Als er die Ergebnisse in meine Akte eintrug konnte ich endlich auf seine vielen Fragen antworten, ansatzweise wenigstens. Bis ich ihn aber davon überzeugt hatte, dass er mich doch einfach nur Tjago nennen und duzen solle, schließlich hatte er mich von klein auf bei sämtlichen Kinderkrankheiten behandelt, war er auch schon mit seinen Notizen fertig und bat mich, mich bis auf die Unterhose zu entkleiden und mich anschließend auf die Waage zu stellen.

„Fünfundfünfzig Kilo bei einer Größe von einhundertfünfundsiebzig Zentimetern, das ist viel zu wenig, du bestehst ja nur noch aus Haut und Knochen.“
Dann musste ich mich auf die Liege legen wo er mir die Herz- und Lungentöne abhörte, dann den Bauchraum abtastete und zuletzt kurz die Hose runterzog, einen Blick auf die Genitalien warf und meine Testikel abtastete.

„Organisch kann ich nichts feststellen aber bei meinen bescheidenen Möglichkeiten hat dies nichts zu bedeuten. Du musst für einige Tage in eine Klinik, dort wird man dein Blut untersuchen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchführen. Ich werde mit deinem Vater reden, du kannst dich derweil wieder anziehen“.
Eine Klinik hieß eine weitere Reise, da genügte es nicht in die nächste Kleinstadt zu fahren, da musste man schon nach Murcia wenn nicht Valencia, womöglich sogar nach Madrid fahren.

Bis ich mich wieder angezogen hatte und das benachbarte Zimmer betrat, hatte der Doktor meinen Vater schon über seine Ergebnisse informiert und eine Klinik empfohlen.

Meinem Vater gefiel nicht, was Doktor Farrell ihm zu meinem Zustand mitteilte, noch weniger, dass weitere Untersuchungen in einer Klinik nötig seien. Er hatte dafür eine Klinik in Valencia empfohlen, obwohl es auch mehrere Kliniken im viel näherliegenden Murcia gab.
„Tjago, du wirst alleine in diese Klinik fahren müssen“ beschied mir mein Vater auf der Rückfahrt, „ich habe wichtige und unaufschiebbare Termine in den nächsten Tagen zu erledigen und deine Mutter ist an das Haus gebunden“.
Ich nickte nur, was sollte ich dazu auch sagen, wusste ich doch, dass auch dort die Ärzte nichts finden würden, in meine Seele konnten sie nicht hineinsehen, glaubte ich.

Zwei Tage später, nach einer mehr als zehnstündigen Fahrt in einem wenig komfortablen Bus, müde und mit verspannten Muskeln, betrat ich, nur mit einem kleinen Koffer, der das nötigste enthielt, die Eingangshalle dieser riesigen Klinik in der noch größeren Hafenstadt, nervös und ängstlich zugleich.

Nachdem die Anmeldeformalitäten erledigt waren wurde ich zu einer Station geschickt, wo man mir ein Zimmer zuwies, indem bereits drei andere Männer, teils schlafend, teils apathisch in ihren Betten lagen.
Ich setzte mich auf das Bett und blickte mich erst einmal um.
Die Schwester, welche mich zu dem Zimmer gebracht hatte, hatte mich den anderen zwar namentlich vorgestellt und mir auch ihre jeweiligen Namen gesagt aber ich war viel zu aufgeregt, um mir auch nur einen zu merken.
Da saß ich nun also, wusste nicht recht was ich machen sollte und wie es weitergehen würde. Es war bereits früher Abend und die Besuchszeit längst vorüber, Hunger hatte ich auch.

Mein Bettnachbar zur rechten hatte wohl Mitleid mir, zeigte mir meinen Spind und half meine wenigen Habseligkeiten einzuräumen.
Er stellte sich mir als Martin vor und wollte wissen, was mir fehle und ob ich lange bleiben müsse. Ich schätzte ihn auf etwa dreißig Jahre und fasste sofort Vertrauen. Die Anderen nahmen keinerlei Notiz von mir, schienen aber auch nicht darüber erstaunt zu sein, dass Martin mich unter seine Fittiche genommen hatte.

Irgendwann gab es dann auch etwas zu essen und um 9 Uhr drehte die Nachtschwester bereits ihre Runde, fragte nach ob noch jemand etwas brauche und schloss die Vorhänge zwischen den einzelnen Betten.
Nach der anstrengenden Fahrt, all den neuen Eindrücken und trotz meiner leichten Nervosität schlief ich schnell ein und erwachte erst einige Stunden später durch ein leicht schabendes Geräusch.

Ich brauchte etwas, bis ich lokalisierte, dass das Geräusch aus Martins Richtung kam. Der Vorhang zwischen unseren beiden Betten war zurückgezogen und mattes Licht, dass von draußen eindrang, erhellte den Raum gerade soweit, dass man mehr erahnen als sehen konnte. Seine Bettdecke bewegte sich im Rhythmus einer auf- und ab bewegenden Hand, sein Atem ging schnell und auf seiner Oberlippe sammelten sich Schweißperlen. Die Augen waren geschlossen und ich betete stumm, dass er sie geschlossen hielt.  Mein Blut pochte in den Lenden und ich hoffte darauf, dass seine Bettdecke verrutschen und mir den Blick auf seinen steifen Schwanz ermöglichen würde.

Plötzlich drehte er den Kopf zu mir, öffnete die Augen und lächelte. Gleichzeitig nahm er die Decke beiseite und präsentierte mir seinen steinharten Riemen, den er weiterhin unablässig bearbeitete.
Mit einer Geste gab er mir zur verstehen, dass ich zu ihm kommen solle.
Ich schüttelte den Kopf, so sehr mich dieses Szenarium erhitzte, hatte ich doch gleichwohl ebenso viel Angst die Nachtschwester könne das Zimmer betreten oder aber einer der beiden anderen erwachen.

Ich hatte gut daran getan in meinem Bett  zu bleiben denn kurze Zeit später öffnete sich tatsächlich die Tür und die Nachtschwester sah nach dem Rechten. Martin hatte sich blitzschnell auf die andere Seite gedreht und sich wieder bedeckt. Auch ich drehte mich in die entgegengesetzte Richtung und stellte mich schlafend.

Kaum hatte sie den Raum verlassen, als Martin sich auch schon wieder auf den Rücken drehte und mir wild gestikulierend zu verstehen gab, dass ich zu ihm unter die Decke schlüpfen solle.
Ich war immer noch zaghaft aber das Schnarchen aus den beiden anderen Betten und seine Zeichensprache, mit der er mir deutlich machte, dass wir zwei Stunden Ruhe hätten, taten ihr Übriges. Eine ganze Weile später schliefen wir, von der Handarbeit überwältigt und völlig ermattet, jeder in seinem Bett wieder ein.

Liebe Leser, die Geschichte endet an dieser Stelle. Ich habe sie vor einigen Jahren geschrieben und lange zur Seite gelegt. Die Rahmenhandlung und was ich erzählen möchte geistert aber immer noch in meinem Hinterkopf.
Daher werde ich die Geschichte umschreiben, aus der Kirschernte, von der ich, leidgeprüft, vieles verstehe, eine Weinlese machen, von der ich auch etwas verstehe, wenngleich ich dies freiwillig und nicht, wie bei den Kirschen gezwungener Maßen getan habe. Außerdem werden die Personen eingedeutscht und die Handlung nach Ockenheim, einer kleinen Gemeinde in Rheinland-Pfalz verlegt.

Dort bin ich geboren und aufgewachsen, kenne sowohl die Marotten der Ureinwohner als auch der Zugezogenen und tue mich einfach leichter.
Das erspart mir viel Zeit, die ich sonst für Recherche aufwenden müsste und einfach nicht habe.

Vielen Dank allen Leserinnen und Lesern für Ihre / eure Kritik und den Zuspruch, der mich beflügelt weiter zu schreiben.

München, 13. Januar 2020

Lothar du Mont Jacques

 

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