Der Zug // Teil 2

Schwule Kurzgeschichten

Jim

Natürlich hatte ich nichts zu erledigen.

Aber ich wollte ganz einfach wissen, ob er es ist. Ob Jonas wirklich mein Gegenstück war und mir das geben konnte, was ich so dringend brauchte. Ich war nicht umsonst in der Praxis meines Vaters, denn auch ich ‚litt‘ an Sexsucht. Wobei ich es eher weniger als Leiden empfand. Vielmehr war es mein Vater, der mich dazu drängte, bei einem seiner Kollegen in Therapie zu gehen, weil er befürchtete, dass ich so meinem und damit auch seinem Ruf schaden könnte.

Klar, wie hätte es auch ausgesehen, wenn einer der besten Suchttherapeuten des Landes es nicht mal schaffte, seinen Sohn zu „heilen“? Ich dagegen ging nur hin, um den Schein zu wahren und meinem Vater einen Gefallen zu tun. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich dort jemanden wie Jonas treffe. Dieser Mann war einfach so unfassbar schön, süß und heiß zugleich, dass ich einfach testen musste, ob es mit ihm was werden könnte, denn die Partner, die ich bis zu diesem Zeitpunkt hatte, waren alle ziemlich schnell genervt von meinem Verlangen.

Das Intermezzo in der Bahn war aber selbst für mich was Neues, immerhin hätten uns so viele Menschen sehen können. Ich bin bin mir zwar sicher, dass der ein oder Andere sicher etwas mitbekommen hat, aber ich war viel zu fixiert auf Jonas, als dass es mich wirklich hätte stören können. Und nun saß ich an meinem riesigen Panoramafenster und starrte auf die Stadt hinunter, während ich darauf wartete, dass dieser anziehende Mensch vor meiner Tür stand. Es wurde später und später, aber kein einziges Zeichen von ihm. 

Schade, ich dachte wirklich, er wäre es.

Gerade als ich es aufgegeben hatte und mir etwas zu essen bestellen wollte, klingelte aber mein Handy und ich sah aufs Display, erkannte die Nummer aber nicht. „Ließen?“, ging ich ran und hörte am anderen Ende der Leitung ein leises Keuchen. „Ji-Jim? Kannst du mich abholen?“, hechelte Jonas und ich spitzte alarmiert die Ohren. „Wieso, was ist los? Und wo bist du?“, fragte ich und sprang dabei schon fast auf, bevor ich mir meine Schlüssel schnappte. „I-Ich wollte zu dir und hab’ eine Abkürzung ge-genommen, a-aber hier sind so viele Betrunkene und e-ein paar von ihnen haben mich verfolgt“, flüsterte er und klang ziemlich ängstlich dabei. „Okay, schick’ mir deinen Standort und bleib’ wo du bist, ich komme dich abholen“, sagte ich noch schnell und legte auf. 

Auf dem Weg zu meinem Auto bekam ich auch die Nachricht mit Jonas‘ Standort und schüttelte grinsend den Kopf. Wie kam er denn bitte dorthin? Dieser Weg war nicht mal eine Abkürzung zu meiner Wohnung.

Ein paar Minuten später stand ich also mit meinem Auto vor dieser Gasse und nahm mein Handy in die Hand, um Jonas anzurufen. „J-Ja?“, sagte er mit zittriger Stimme und klang noch immer ziemlich ängstlich. „Ich bin da, direkt an der Straße. Schaffst du’s bis zu mir?“, fragte ich und er überlegte kurz, bevor er „Ja“ sagte und auflegte. Ganz wohl war mir bei der Sache nicht, aber immerhin hatte ich ihn ja gefragt. Zwei Minuten später flog auch schon die Beifahrertür auf und Jonas warf sich praktisch in mein Auto, landete aber so unglücklich, dass er mir seinen Ellenbogen direkt in den Schritt stieß. 

„Au Fuck! Pass’ doch auf!“, kam sofort aus mir geschossen und ich zischte schmerzerfüllt auf, denn er hatte erschreckend genau mein bestes Stück getroffen. „Ach du- Scheiße, das tut mir leid!“, entschuldigte er sich sofort und legte seine Hand völlig hemmungslos auf meinen Schwanz, ehe er sachte darüber rieb. Für einen kurzen Moment war ich sprachlos, denn noch nie hatte ich jemanden erlebt, der, was Sex angeht, so verdammt ungehemmt war wie Jonas. „Schon gut. Aber wenn du weiter reibst, darfst du dich gleich um das Ergebnis kümmern“, grinste ich, immer noch leicht schmerzverzerrt. 

Der Dunkelhaarige zuckte aber bloß mit den Schultern und schnallte sich an. „Na, dafür bin ich doch sowieso da“, sagte er, als wäre es das Normalste der Welt. Was es für ihn -und für mich- ja eigentlich auch war. Nur habe ich mir immer wieder einreden lassen, dass es etwas Schlechtes wäre, so auf Sex zu stehen und dass es in der Gesellschaft eher negativ angesehen wurde. Jonas war aber wohl erst am Anfang dieses Prozesses und am Liebsten hätte ich ihn in meine Wohnung gesperrt, damit er dieses Ungezwungene niemals verliert. „Da hast du Recht“, sagte ich nur noch und startete den Motor, um so schnell es ging zu mir nach Hause zu fahren.

Wieso ich plötzlich solche Hemmungen hatte, kann ich gar nicht mehr so genau sagen, aber als wir schließlich in meiner Wohnung standen, wusste ich nicht so recht, was ich nun tun sollte, während Jonas sich mit großen Augen umsah und meine Wohnung inspizierte. „Wo ist das Schlafzimmer?“, fragte er neugierig und öffnete einfach die Tür meines Büros, als würde er bei mir wohnen. „Zwei Türen weiter, das da ist mein Büro“, antwortete ich und wollte ihn gerade weiter ziehen, als er plötzlich anfing zu grinsen. „Ich wollte schon immer mal von meinem Chef auf seinem Schreibtisch gefickt werden“, gab er zu, ohne rot zu werden und trat auf den massiven Schreibtisch zu, bevor er sich darauf setzte und sein Hemd öffnete.

„Ich bin aber nicht dein Chef“, sagte ich gespielt ernst und ging langsam auf ihn zu, während ich jede seiner Bewegungen beobachtete. Wie er es machte weiß ich nicht, aber jede Geste von ihm hatte so eine unglaubliche Anziehungskraft auf mich, dass ich mich nicht in der Lage dazu sah, ihm zu widerstehen. „Vorstellungsgespräch“, sagte er und streifte sich das Hemd von den Schultern. „In mündlicher Vorstellung bin ich besonders gut“, schnurrte er und öffnete seinen Gürtel, ehe er aufstand und mich am Handgelenk packte. „Setzen Sie sich doch, Mr. CEO“, kam es seriös klingend aus ihm und er zog mich zu meinem Stuhl, bevor er mich an den Schultern runter drückte und ich mich schließlich hinsetzte. 

Über Lunos 3 Artikel
Ich habe einfach Spaß am Schreiben und hoffe, dass es euch gefällt!

4 Kommentare

  1. ich dacht eine Steigerung deines ersten Teils wäre nicht möglich…… wurde aber durch deinen zweiten Teil eines besseren belehrt. Megageil…… ultrascharf….. sind alles Begriffe die es nicht ganz treffen, es ist noch viel mehr. Ich bin jetzt noch beim Schreiben total erregt mein Schwanz steht noch steil von meinem Bauch ab obwohl ich schon den zweiten Orgasmus hatte….. hoffentlich hat deine Story noch weitere Fortsetzungen!!!!!

Kommentar hinterlassen