Der Kellner

Schwule Kurzgeschichten

Gelangweilt saß Tim an dem riesigen, gedeckten Tisch zwischen seiner Familie, die sich an diesem ersten Samstag im Monat komplett im Anwesen der Meyer’s versammelt hatte. Jedes Mal war es das Gleiche: Frau Meyer lief nervös durch die Gegend, weil sie sich Sorgen darum machte, dass das Essen nicht schmecken könnte, Herr Meyers gab eine seiner Golf-Anekdoten zum Besten, Tims Bruder Nick war damit beschäftigt, in irgendwelchen Wirtschafts-Magazinen herumzublättern und der Rest der 30-Köpfigen Gesellschaft war darin vertieft, sich über belangloses Zeug zu unterhalten, das sie nach der Feier sowieso wieder vergessen würden.

Grinsend sah der Braunhaarige auf seinen bedeckten Arm, wohl wissend, was sich darunter befand. Das Tattoo, das seinen kompletten Arm zierte, hätte seine Mutter wohl augenblicklich in Ohnmacht fallen und seinen Vater sich an seiner Zigarre verschlucken lassen, wenn sie von der Tinte unter seiner Haut erfahren hätten. „Der Sohn einer der einflussreichsten Familien Deutschlands darf nicht aussehen, wie ein Straftäter.“ würde Frau Meyer wohl sagen, wie sie es öfter tat, wenn Tim sie um Erlaubnis gebeten hatte, aber sofort als er 18 wurde, suchte er sich jemanden, der ihn tätowieren würde und ließ sich das Kunstwerk in die Haut stechen.

Gerade setzte Tims Mutter sich an den Tisch, was bedeutete, dass das Essen wohl gleich serviert werden müsste. Auf ein weiteres, ödes Herumgesitze, zwischen langweiligen Menschen und fadem Essen. Jedenfalls dachte er das. Einen Moment später öffnete sich die Küchentür und Simon kam rein gelaufen. Der Oberkellner, mit dem er sich wenigstens immer unterhalten konnte. Normalerweise folgte ihm immer ein kleinerer, zierlicherer Junge mit blonden Haaren, aber nicht am diesem Tag. Denn nach Simon betrat ein groß gewachsener Mann mit feuerroten Haaren das riesige Esszimmer. Aber es war nicht die Haarfarbe, die Tims Aufmerksamkeit forderte, obwohl er zugeben musste, dass sie dem Kellner verdammt gut standen. Nein, es waren seine freigelegten Unterarme, die unter den zurückgeschobenen, schwarzen Ärmeln rauslugten und einige Tattoos offenbarten.

Schon lange hatte Tim keinen tätowieren Mann mehr gesehen, weshalb er seine Augen gar nicht mehr von der dunklen Tinte auf der blassen Haut abwenden konnte. Erst als ihm ein Teller vor die Nase gestellt wurde, riss es ihn aus seiner Starre. Der Rothaarige beugte sich leicht über ihn und Tim wusste nicht, ob er es sich einbildete, aber er spürte eine Hand auf seinem Rücken, die langsam auf und ab strich, während ein betörender Geruch ihm in die Nase stieg. Kaum hatte er sich an die Wärme auf seiner Rückseite gewöhnt, da entfernte sie sich auch schon wieder und der Kellner verschwand mit leeren Händen in der Küche. Allerdings nicht, ohne dem Jüngsten der Familie Meyer noch einen verstohlenen Blick zu zuwerfen. Einer Sache war Tim sich aber bewusst: Er würde die geschmacklose Suppe so schnell essen wie noch nie, um diesen anziehenden Mann schnell wiederzusehen.

Leider tat er ihm den Gefallen aber nicht und betrat den Raum erst wieder, als es Zeit für den Hauptgang wurde. Sein geschmeidiger Gang erinnerte Tim an einem Puma, der sich an seine Beute ranpirschte und nur darauf wartete, sie mit Haut und Haaren zu verschlingen. Der Unternehmer-Spross war nie jemand, der sich unterwarf, oder sich etwas sagen ließ, aber von dieser rothaarigen Schönheit würde er sich nur viel zu gern dominieren lassen. Denn dass er schwul war wurde ihm bereits klar, als ihm mit 13 auf einer Klassenfahrt das Blut in den Schwanz schoss, während er seine männlichen Klassenkameraden im Schwimmbad ohne Shirt sah.

Das Raubtier stellte ihm wieder sein Essen hin und wieder legte sich eine Hand auf seinen Rücken. Diesmal ließ Tim aber selbst eine seiner Hände neben sich gleiten und strich über den muskulösen Oberschenkel seines Kellners, der postwendend ein Schmunzeln von sich gab und seine Finger kurz in den Kragen Tims schob. Und wieder verschwand der Kellner lächelnd in der Küche, bevor er ihm mit einem Nicken signalisierte, dass er ihm folgen sollte. Sofort schob Tim, getrieben von seiner Neugier, seinen Stuhl zurück und wischte sich den Mund mit seiner Serviette ab, bevor er sich kurz mit einer fadenscheinigen Ausrede entschuldigte und schnellen Schrittes zur Küche lief. Als er den gekachelten Raum betrat, sah er den Kellner bereits mit überkreuzten Armen und triumphierend lächelnd an der Küchenzeile lehnen. „Ich wusste, dass du mir nicht widerstehen kannst, Süßer“, gab er von sich und schritt langsam auf Tim zu.

„Bilde dir nicht zu viel ein, Playboy“, entgegnete er schlagfertig und lief ebenfalls auf den Anderen zu, bis sie fast Nase an Nase voreinander standen. Das Lächeln des Rothaarigen wurde breiter und er lehnte sich zu Tim vor, bevor er ihm „Wir werden sehen, wer sich hier was einbildet, wenn ich meinen harten Schwanz in deinen süßen Arsch schiebe und dich ficke, bis du nicht mehr klar denken kannst“,  ins Ohr knurrte. Und in diesem Moment war Tim dem Kellner komplett und ohne Ausweg verfallen.

Ohne auch nur eine weitere Sekunde zu verschwenden, presste er seine Lippen verlangend auf die seines Gegenüber und drängte ihn zurück, sodass er bald wieder mit dem Rücken an die Küchenzeile stieß und sich mit seinen Händen darauf abstützte. Tims Hände schoben sich gierig über den Oberkörper seines Partners und verschwanden kurz darauf unter seinem Pullover. Zwischen den hitzigen Küssen, presste Tim ein „Wie heißt du?“, raus und sofort lösten sie sich voneinander. „Der Name, den du gleich stöhnen wirst, ist Jonas“, antwortete er und packte den Älteren an den Armen, bevor er sie beide umdrehte und Tim auf der Theke saß. Einfach so, ohne große Mühe, hatte Jonas ihn hochgehoben und ihn darauf abgesetzt, ehe er sich ohne Rücksicht zwischen seine Beine drängte.

Diese grobe, rücksichtslose Art war es, die Tim so scharf machte, dass der Platz in seiner Hose sich schon dem Ende zuneigte und er immer wieder aufkeuchen musste, als der Rothaarige seinen Hals küsste und daran saugte. Jeder würde sehen können, was er getrieben hat, aber es war ihm egal. In diesem Moment war ihm alles egal. Er wollte nur noch an Jonas denken. Ihn riechen, anfassen und verdammt nochmal in sich spüren. Genau deshalb fackelte Tim auch nicht lange, sondern legte seine Hände an den Gürtel des Kellners und öffnete ihn hastig, bevor er das Gleiche bei seiner eigenen Hose tat und Jonas lippenleckend ansah. „Spar‘ dir das Rumgemache und fick‘ mich endlich“. raunte er und drückte Jonas von sich, um von der Theke zu springen und sowohl seine, als auch dessen Hose zu Boden gleiten zu lassen.

Über Lunos 1 Artikel
Ich habe einfach Spaß am Schreiben und hoffe, dass es euch gefällt!

1 Kommentar

  1. Du bist ist echt ein homoerotischer Schriftsteller, so wie du mit wenigen Worten deinen Leser sofort in de Bann ziehst, ihn in absolute sexuelle Erregung versetzt. Jedenfalls bei mir hat es so gewirkt, dass ich nicht umhin kam meinen steinhart gewordenen Schwanz geil zu massieren und zum Schluß deiner Story hin mega abgespritzt habe.
    Wenn du so gerne schreibst hoffe ich das ich noch einige ultrageile Storys von dir lesen kann.

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