Der Handelsvertreter

Schwule Kurzgeschichten

Nochmals, ich bin Schweizer figgen = ficken…:-)

Es war nicht sein Tag. Er hatte sich verschlafen, das Auto wollte nicht anspringen und schliesslich telefonierte ihm seine Frau im laufe des Morgens und teilte ihm mit, dass sie am Samstag für zwei Wochen wegfahre, mit einer Freundin, nach Italien, zum Wellnessen!!! Heute war Donnerstag und er hasste es, dass sie ihn so kurzfristig über solche doch eingreifende Ereignisse und Begebenheiten informierte. Er fühlte sich in solchen Situationen oft überfordert, es war ja nicht das erste Mal, dass ihn seine Frau mit noch grösseren Entscheidungen und Ereignissen überraschte. Sie liessen sich gegenseitig sehr viel Freiraum und da musste eben auch solche kurzfristigen Entscheide Platz haben. Seine Frau war eine kurzfristig denkende Frau, er dagegen wollte alles weit voraus geplant haben. Auch er verbrachte oft alleine Ferien, doch war das weit voraus bekannt. Nun gut, er fand im Moment sowieso keine Zeit, darüber seine Gedanken zu verlieren. Die Arbeit als Kundenberater in einer grossen Verkaufsorganisation liess es nicht zu, lange über die eigenen Probleme nach zu denken. Er war unterwegs nach Chiasso und er wollte auf der Raststätte noch schnell einen Kaffee trinken. „Mensch, ist das Restaurant wieder voll“, dachte er gereizt, als er dieses betrat. Es war wieder alles unterwegs, was über Räder verfügte, dachte er schimpfend zu sich selber und suchte sich ein freies Plätzchen. Da, da sass ein jüngerer Mann, alleine an einem Zweiertisch. Maximilian fragte höflich, bevor er sicht setzte. Kaum dass er sass, packte er seine Unterlagen aus, um nochmals das wirkliche Anliegen seines Kunden zu studieren. Der junge Mann beobachtete ihn und meinte dann: „ Sie sind wohl sehr beschäftigt?“ „Wie? Was? Aäh, ja, natürlich, man muss immer dran bleiben, sonst ist man den Job los.“ „Das ist aber auch nicht gerade sehr förderlich, wenn Sie den Kaffee nicht geniessen. Kaffee ist doch ein Genussmittel, also sollten Sie diesen auch als solchen behandeln.“ Max schaute irritiert von seinen Unterlagen auf, direkt in die Augen dieses Unbekannten.

Dieser lächelte ihn freundlich, aber belustigt über die Verwirrung die er bei Maximilian angerichtet hatte, an. Verwundert stellte Max schliesslich fest: „Ja, natürlich haben sie recht, ich weiss schon lange nicht mehr, was Geniessen heisst.“ „Ja, sie wirken sehr nervös, diese Hektik ist absolut ungesund.“ Max war noch eine Spur irritierter, was ging diesen Fremden seine Gesundheit an? Er hatte schon eine scharfe Antwort auf den Lippen, als er sich besann, zurücklehnte und in dieses freundliche Gesicht vis a vis blickte und nun diesem Fremden in allen Punkten recht gab. Er trinke dieses Gebräu eigentlich nur aus Gewohnheit und nicht als Genuss. Vielleicht schlafe er dann beim Autofahren auch weniger ein. „Sie scheinen sich mit gestressten Menschen auszukennen“ lachte er dann. „Ich denke schon, ich bin Physiotherapeut und Masseur“. Max schaute sich nun sein Gegenüber etwas genauer an. Ein Mann, ca 28 – 32 Jahre alt, ein ebenmässiges Gesicht, schöne, kurz geschnittene, schwarze Haare, ein schöner, geschwungener, aber sehr männlicher Mund und unglaublich dunkle Augen. Diese reagierten leicht belustigt auf diese Musterung und er fragte: „ Zufrieden?“ Max Gesicht überzog eine leichte Rötung und er entschuldigte sich sofort für sein ungebührliches Benehmen. „Zufrieden?“ fragte sein Gegenüber nochmals.

Maximilian lächelte nun aber auch: “sehr, Sie werden jeder Musterung standhalten können und ich bin sicher, sie werden öfters gemustert. Erlauben Sie mir die Bemerkung, sie sind ein sehr schöner Mann“. Nun lachte sein Gegenüber kurz aber laut auf und meinte: „ So unverblümt hat mir das noch nie ein Mann gesagt. Ein herzliches Dankeschön für dieses sehr nette Kompliment. Übrigens, ich heisse Peter Hochreuter und arbeite in einem Wellness Hotel in der Nähe von Como.“ „Ist ja toll, ich fahre nach Como, wo ich geschäftliche Verpflichtungen habe. Sie machen mich neugierig, was ist das für ein Hotel?“ „ Eine Oase der Ruhe, der kulinarischen Höhepunkte und der Erholung pur“. „Klingt viel versprechend, aber vermutlich nicht zahlbar.“ „Es geht, ein Wochenende, d.h. von Freitagmittag bis Sonntagabend gibt es Angebote von 100.— bis 250.– € pro Person mit Halbpension.“ „Hätten sie noch etwas frei, dieses Wochenende?“ Max hatte sich aus einer plötzlichen Eingebung dafür entschlossen, so ein Wochenende zu buchen, da er sowieso am Freitagnachmittag seine Arbeit in Como erledigt hatte. Peter lachte nun nochmals laut auf und meinte, er könnte sicher etwas arrangieren. „Ok, Herr Hochreuter, hier haben sie meine Karte, sie sagen mir jetzt noch, wo ich ihr Hotel finde und ich werde am Freitag Nachmittag auf der Matte stehen. Ich werde mir dieses Wochenende leisten“. Peter kramte in seiner Tasche, brachte einen Prospekt zum Vorschein, überreichte ihn Max und meinte dann lachend: „Mein Chef wird mir nicht glauben, dass ich auf der Autobahnraststätte ein Wochenend Arrangement verkauft habe. Ich freue mich aber sicher, sie in unserem Hause begrüssen zu dürfen. Passen sie auf sich auf, damit wir ihnen unser Angebot tatsächlich bieten können.“ Max stand auf, „Es war mir ein Vergnügen, meine Laune hat sich merklich gebessert und ich freue mich jetzt sehr auf dieses Wochenende. Jetzt muss ich mich aber sputen, sonst verpasse ich noch mein grosses Geschäft“. Mit einem kräftigen Händedruck verabschiedeten sich die beiden Männer, fast wie alte Bekannte. Peter schaute Maximilian nach, wie er sich schnellen Schrittes entfernte. Er schaute sich die Karte an. Maximilian Schacher, FAV Food, Mitra SA, Zürich stand da, in modernem Design, versehen mit Telefon- Faxnummer und E-Mail Adresse.

Wie alt mochte er sein? Peter schätzte ihn auf ca 48 Jahre vielleicht noch etwas mehr. Mittelgross, mit einem ziemlichen Bauchansatz, Brillenträger, braune Augen und etwas schütterem Haar. Irgendwie aber sehr sympatisch, eine gewinnende, offene Art. Peter lächelte in sich hinein, so stellte er sich seinen Vater vor…Er mit seinen 31 Jahren träumte immer noch von einem Vater, den er nie hatte. Er wurde in Heimen gross, er kannte weder seine Mutter noch seinen Vater. Trotzdem, er fand, er hätte keine schlechte Jugend hinter sich, im Gegenteil, man attestierte ihm, dass er eine sehr hohe Sozialkompetenz auswies und sich ohne grosse Mühe durchsetzen konnte, kraft seiner Ausstrahlung und Erfahrung.

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Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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