Der falsche Priester 06

Schwule Kurzgeschichten

Das Essen war wie immer sehr lecker und Thomas langte kräftig zu.
Ich war bereits nach wenigen Bissen gesättigt und legte mein Besteck beiseite.

„Und, wie ist dein erster Eindruck von diesem Etablissement?“, wollte ich von ihm wissen.
Nachdem er den Bissen geschluckt, sich den Mund abgewischt und noch einen Schluck Wasser getrunken hatte, lächelte er mich an und sagte:
„es ist aufregend, oder richtiger ausgedrückt erregend. Irgendwie geilt mich das auf, nicht nur sexuell, auch emotional. All‘ diese Männer, die sich ihrer Nacktheit nicht schämen, ihre Begierden offen zur Schau stellen. Es ist alles so ungezwungen, wirkt so selbstverständlich.“
„Ja, hier darf jeder so sein wie er will“, antwortete ich ihm, „natürlich gibt es Spielregeln, an die man sich halten muss.“ „Bist du hier schon mal einem unserer Kollegen begegnet?“ wollte Thomas wissen.
Scheiße, ich saß in der Klemme, woher sollte ich das wissen? Bestimmt war mir hier in all den Jahren, in denen ich hier schon verkehrte, der eine oder andere Geistliche über den Weg gelaufen, aber woran hätte ich ihn erkennen sollen? In der Regel lief das hier anonym ab, es sei denn, man war sich so sympathisch, dass man nach der Nummer noch zusammen etwas trank und sich unterhielt. Aber selbst dann sprach man kaum über seinen Beruf. Sollte ich ihm jetzt reinen Wein einschenken?
Ich beschloss, es zunächst bei einer unverbindlichen Antwort zu belassen.

„Nicht das ich mich erinnern könnte. Warum fragst du? Hast du Angst, einem Kollegen über den Weg zu laufen?“

„Ich glaube es wäre mir peinlich“, sagte Thomas und sah mich mit fragendem Blick an?

„Aber warum denn? Überlege doch einmal, jeder der hier herum läuft hat die gleiche sexuelle Orientierung. Gut, die sind nicht alle schwul aber zumindest bi oder wenigstens neugierig mal den schwulen Sex auszuprobieren. Solltest du also einem Kollegen begegnen, dann wird der dich bestimmt nicht bei deinem Vorgesetzten verpetzen. Wie sollte er erklären, was er hier zu suchen hatte?“

Thomas nickte, nahm sein Glas und prostete mir zu: „auf dein Wohl, du hast mir sehr geholfen. Jetzt sehe ich einige Dinge aus einer anderen Perspektive. Ich komme mir vor, als sei mir ein Stein vom Herzen gefallen, ach was, was rede ich da, ein ganzer Felsbrock.“

„Ich bin froh, wenn ich dir helfen kann“, antwortete ich ihm, „bevor wir unsere Unterhaltung fortsetzen, würde ich aber gerne eine Runde saunieren, wenn es dir recht ist?“

„Ja klar, wir können uns ja später wieder hier treffen und uns weiter unterhalten, ich habe dir doch noch so viel zu erzählen!“, sagte er und stand auf.

Nachdem ich ebenfalls aufgestanden war, zog er mich spontan in eine Umarmung, wobei wir beide unsere Handtücher verloren und splitterfasernackt im Restaurant standen.

„Junge Liebe“ flötete es vom Nachbartisch, an dem sich in der Zwischenzeit drei kräftig gebaute Herren mittleren Alters niedergelassen hatten.
„So jung müsste man nochmal sein“ kam es von einem anderen und der Dritte setzte noch einen Spruch drauf „und so gut gebaut!“

Damit war das Eis gebrochen. Alle lachten, wir schlangen uns die Handtücher wieder um die Hüften und verließen das Restaurant.

Thomas hatte vor, erst noch einmal einen Rundgang zu machen und wollte danach entscheiden, was er machen wollte.

Mich zog es in den Dampfraum, ich brauchte jetzt Wärme und auch die lüsternen Blicke. Gegen tastende Hände, die, sobald sie fündig geworden waren, anfingen das Gehänge zu kneten und den Prügel hart zu wixen, hatte ich genauso wenig etwas einzuwenden, wie gegen geile Zungen, die mich vorne und hinten verwöhnen wollten.

Im Dampfraum war aber so wenig Betrieb, dass ich diesen schon nach kurzer Zeit wieder verließ. Ein Blick in die Trockensauna verriet mir das auch hier kein Abenteuer auf mich wartete. Den Whirlpool mied ich, dass dort planschende Publikum entsprach so gar nicht meinem Gusto.
Also beschloss ich, die Katakomben aufzusuchen, in der Hoffnung, dort zu finden, wonach mir der Sinn stand.

Als ich im Untergeschoss an der kleinen Spielwiese vorbei kam sah ich Thomas, der einen sehr jungen Mann gefunden hatte, und diesem gerade genüsslich den Arsch leckte, wohl als Vorbereitung auf einen geilen Fick.
Er war so intensiv bei der Sache, dass er mich nicht bemerkte.
Ein kleiner Anflug von Eifersucht machte sich bei mir bemerkbar und ich ging schnell weiter.

Nachdem auch in den Austragsstüberln sich nichts passendes finden ließ, setzte ich mich im Kino auf die untere Bank und knetete mir selbst den Schritt. Dem Film, den sie gerade laufen ließen, konnte ich auch nicht viel abgewinnen, drei blutjunge, fast schon magersüchtige, Burschen beim gegenseitigen Wixen und Blasen. Der unausweichliche Fick würde folgen, einfach stinklangweilig und einfallslos.
Nach einigen Minuten beschloss ich, nochmals eine Runde durch den Keller zu drehen, wohl auch in der Hoffnung, Thomas in Aktion beobachten zu können.
Ich hatte mich nicht getäuscht, der war gerade dabei den jungen Typen durchzuvögeln. Dieser lag mit dem Gesicht zum Gang und winkte mir heftig zu, dazu zu stoßen und mitzumachen.
Die Geilheit siegte, ich ließ mich nicht lange bitten und kurze Zeit später blies der mich fast zum Wahnsinn, während ich gleichzeitig mit Thomas feuchteste Küsse austauschte.

Fortsetzung folgt

 

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Über Lothar du Mont Jacques 8 Artikel
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