Der falsche Priester 03

Schwule Kurzgeschichten

Seit Tagen konnte ich meinem Hobby nicht nachgehen, ein Auftrag hatte mich an den Schreibtisch gefesselt.
Nur das morgendliche und abendliche Edging hatten mir etwas Abwechslung beschert aber nach nunmehr drei Wochen ohne Erguss hatte ich das Gefühl, dass meine Eier kurz vor dem Platzen waren.

Der Tag hatte schon mit einem Gewitter begonnen und nun dampfte es draußen, schwer hing die Luftfeuchtigkeit in den Straßen.

Die Soutane klebte mir sofort am Körper, kaum dass ich sie angezogen und zugeknöpft hatte. Meine Füße zwängte ich in ein Paar schwarze Sandalen und machte mich auf zu einer der großen Kirchen.

Eigentlich war es noch viel zu früh, wir hatten nicht einmal Mittag, als ich mich in dem modernen Beichtstuhl einrichtete. Es war einer von diesen dreitürigen elektrifizierten Kleiderschränken, bei denen man über ein Kontrollpanel die Verfügbarkeit der Kabinen schalten konnte.
Das Geld für eine Klimatisierung hatte man gespart, es war brütend heiß in diesem Kasten. Wollte ich nicht kollabieren, so musste ich dringend aus der Soutane raus.
Ich hatte mir von zuhause ein weißes Chorhemd mitgebracht, schlüpfte nun da hinein und legte mir die Alba um.

Kaum hatte ich das grüne Bereitschaftslicht eingeschaltet, als auch schon die Tür sich öffnete und die schmale Silhouette eines Mannes sichtbar wurde.

„Vater vergebt mir, ich habe schwere Sünde auf mich geladen, ich bereue zutiefst und gelobe mich zu bessern!“ sprach er mit einer sehr warmen, melodiösen Baritonstimme.
„Gott der Allmächtige wird dir in seiner Güte Gnade gewähren, wenn du berichtest worin du meinst, dass diese große Schuld besteht“ munterte ich ihn auf weiter zu sprechen.

„Ich bin Priester und ich habe immer und immer wieder gegen das x. Gebot verstoßen“, seine Stimme war nun merklich leiser geworden.
„Das ist in der Tat für einen Priester, der Keuschheit gelobt hat, ein schweres Vergehen“, begann ich zu erwidern, wurde aber von ihm unterbrochen, da er sofort weiter sprach.
„Ich arbeite als Lehrer und leite auch mehrere Jugendgruppen!“
Ich ahnte schlimmes, wollte ihn aber nicht wieder unterbrechen und wartete ab, was er weiter zu berichten hatte.
„Auf der letzten Fahrt mit den vierzehnjährigen ist es passiert, da habe ich einen der Knaben verführt. Ein süßer Bengel, auf den ich schon lange ein Auge geworfen hatte. Es hat alles gepasst, die anderen waren schon unterwegs, nur er hatte verschlafen und so musste ich auf ihn warten, alleine konnte ich ihn ja nicht nachkommen lassen.“
Ich räusperte mich um ihm anzudeuten, dass ich eine Frage dazu stellen wollte, aber er ignorierte mein Räuspern und sprach weiter.

„Ich hatte ihn unter die Dusche geschickt und wartete nun schon mehr als zehn Minuten, aber er kam einfach nicht wieder. Da bin ich halt hin und da stand er, hatte die Augen geschlossen und onanierte. Beim Anblick dieses Körpers habe ich sofort eine steinharte Erektion bekommen, am liebsten hätte ich mir die Kleider vom Leib gerissen und mich auf ihn gestürzt, ich konnte mich gerade noch besinnen, als er die Augen öffnete und ein verschwörerisches Lächeln seine Lippen umspielte.“
Er geriet geradezu ins Schwärmen, ich musste jetzt doch mal dazwischen gehen.
Aber auch mein Schwanz stand knüppelhart und schmerzhaft. Anfassen durfte ich ihn jetzt unter keinen Umständen, sonst würde ich sofort in hohem Bogen und mehreren Schüben abspritzen, leise würde dies bestimmt nicht von statten gehen.

„Mein Sohn, du hast sehr schwere Schuld auf dich geladen, du weißt, wie unsere Mutter Kirche zur Homosexualität im Allgemeinen, und zum Missbrauch im Besonderen steht“, ermahnte ich ihn mit strenger Stimme.

„Verzeiht Vater, ich weiß es ja aber ich kann einfach nicht anders, ich hätte niemals Priester werden dürfen“.

Ich spürte, dass seine Beichte den zeitlichen Rahmen sprengen würde und wir das Gespräch vom Beichtstuhl in ein Beichtzimmer verlegen mussten.
Mit dieser Überlegung begann aber auch mein Dilemma. Wie sollte ich ihm beibringen, dass ich gar kein Geistlicher bin, mich lediglich an den Geschichten, die ich im Beichtstuhl zu hören bekomme, aufgeile und meinen Trieb auslebe?

„Vater, könnt ihr mir die Absolution erteilen?“ hörte ich ihn fragen.
Nun hieß es handeln.
„Mein Sohn, zu gegebener Zeit wirst du die Absolution erhalten aber nicht hier und heute. Ich habe das Gefühl, dass du noch viel mehr auf dem Herzen hast und wir dieses Gespräch an einem anderen Tag und einem anderen Ort fortsetzen sollten.“

Er zögerte einen Moment und fragte mich dann, was ich ihm vorschlagen würde.
„Wie wäre es morgen Nachmittag im Nymphenburger Schlosspark?“ fragte ich.
„Und wie erkenne ich Sie?“ wollte er wissen, sich schon von der Kniebank erhebend.
„Setzen Sie sich in die hinterste Bank rechts, vor dem Haupteingang. Ich komme in fünf Minuten zu Ihnen, dann gebe ich Ihnen meine Karte und wir sehen uns von Angesicht zu Angesicht.“

Nachdem der den Beichtstuhl verlassen hatte, ließ ich das Signal auf Besetzt stehen, richtete meine Soutane und saß kurze Zeit später neben ihm in der Bank.

Fortsetzung folgt

 

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