Der 2. Homo

Schwule Kurzgeschichten

Irgendwie musste ich damals schon leicht masochistisch veranlagt sein, denn nur so kann ich mir erklären, dass ich alles das über mich ergehen lies, was dieser Mann damals mit mir anstellte und ich mich dem geforderten einfach so hingab, obwohl das ganze, was dieser Mann an mir durchführte, am Anfang doch sehr Schmerzhaft für mich war. Das wichtigste war damals dem starken Geschlechtstrieb meinerseits eine Möglichkeit zur Abreaktion zu geben. Auch wollte ich das Erlebte durch meine erste homosexuelle Bekanntschaft wiederholen.

Das Interesse, was ein anderer Mensch, in diesem Fall ein Mann, auf sexuellem Gebiet mit mir alles anfangen kann, spielte dabei auch eine grosse Rolle. Die Spannung, die entsteht, wenn ein Mann dich anspricht und du bist dir bewusst, dass es um eine Bettaktion gehen könnte, ist auch heute noch faszinierend. Die Nerven sind so gespannt, dass du sogar ins zittern kommst. Auch läuft es dir kalt den Rücken hinunter, wenn du dich als Sexualpartner anbietest. Diese Gefühle zeigten sich aber erst später, einige Jahre nach der nun folgenden Geschichte.

Nun, auf dem Heimweg aus der Innerstadt, wo ich mit Kollegen ein Jazzkonzert besuchte, komme ich ab und zu bei einem alten Pissoir vor bei. Dieses Pissoir stand damals in der Nähe des Bahnhofs, leicht versteckt in einem kleinen Park. Dies war der Ort, wo ich noch meistens meine Blase entleeren konnte, damit ich zu Hause nicht die Wohnung meiner Eltern aufsuchen musste und so direkt in meine Mansarde verschwinden konnte. Es war an einem Freitag, kurz vor dreiundzwanzig Uhr, als sich meine Schritte in den Bereich dieser Entleerungsanstalt führten.

Meistens war ich allein in diesem Ort, aber diesmal war ich kaum am Wasserlösen, als sich ein Mann neben mich an die Pissoirwand stellte. Dieser Ort war so, wie damals üblich, mit einem verschlungen Eingang versehen und mit zwei schwarzen gestrichenen halbrunden Urinwänden ausgeführt. Dass dieses Pissoir auch als ein Kontakt-Ort für Homosexuelle diente, wusste ich damals noch nicht. Ich spürte irgendwie, dass der Typ mich von der Seite anschaute. Als ich meine Augen gegen ihn drehte, ohne den Kopf zu wenden, beugte er sich leicht in meine Richtung, um über den Rand, der etwa brusthohen Trennwand zu schauen. Dass er dabei mein Glied beim urinieren sehen konnte war mir sofort klar. Wie meistens in jungen Jahren, war mein Glied beim Wasserlösen leicht versteift. Ich drehte nun mein Kopf in seine Richtung und er schaute mir, nach der Begutachtung des Geschlechts ins Gesicht, mit einem scharfen Blick, der einem fast Angst machen konnte. Zur gleichen Zeit rückte er etwas von der Pissoirwand weg und drehte sein Unterleib in meine Richtung. Unweigerlich wurde ich so auf seinen Geschlechtsapparat aufmerksam. Da es erst der zweite fremde Penis war, den ich zu sehen bekam, stellte ich nichts Besonderes fest, ausser das er auch leicht erregt war und vermutlich etwas grösser als meiner sein könnte. Auch stellte ich fest, dass er kein Wasser löste und nur mit der Hand leichte masturbations Bewegengen ausführte. Warum kommt er denn in das Pissoir, wenn er nicht muss, fragte ich mich. Ich wusste damals noch nicht, dass Homosexuelle, durch das vorzeigen ihres Penis, so einen Spielpartner für die folgende Nacht animieren und im zeigen wollen, wie gross sein Apparat sei. Ich entfernte mein Blick von seinem Geschlecht wieder, weil inzwischen meine Blase entleert war. Dann versorgte ich mein Glied, schloss meinen Hosenladen und verzog mich, ohne ihm nochmals ein Blick zu würdigen, langsam nach draussen. Nun wollte ich wissen, was jetzt passiert und blieb, ein paar Meter neben dem Pissoir unter einem Gebüsch stehen. Meine Nerven waren durch das Augenspiel stark angespannt und mein Körper zitterte leicht. Der Atem ging auch nur in kurzen Stössen, als ob ich nackt neben diesem Pissoir stehen und frieren würde. Ich befand mich im Schatten einer Parkleuchte und es war fast so dunkel wie im Pissoir eben. Kurz danach kam er auch aus dem Pissoir heraus, suchte die Umgebung ab und kommt dann direkt auf mich zu, schaute mir nochmals lange ins Gesicht und sagte zu mir, „komm mit, ich wohne ganz in der Nähe.“
Woher wusste er, dass ich ihm folgen würde? Dass ich mich eventuell für ein sexuelles Spiel hergebe? Sieht man mir das an, dass ich auf Erlebnisse aus bin? Oder weis er aus Erfahrung, dass junge Menschen stark Triebgesteuert werden, so wie ich? Gab ich ihm, da ich in diesem Pissoir stand, ein Zeichen, dass ich etwas suche?

Wenn es Tag gewesen währe, hätte er mein rot anlaufendes Gesicht sehen können. Und trotzdem ging ich ihm einige Schritte später nach.
Eigentlich etwas gefährlich einfach einem fremden Mann nach zu laufen. Aber eben, der Trieb treibt dich zu allem, auch unvorsichtigen Taten. Er schaute nach etwa zwanzig Meter retour ob ich ihm auch folgen würde. Jetzt sehe ich etwas mehr von diesem Typen, denn er ist mittlerweile in eine beleuchtetere Strasse eingebogen. Grösser als ich, schlank, lockeres braunes Haar und mit einem dunklen Regenmantel läuft er vor mir her.
Soll ich umkehren oder was wird aus mir noch heute Abend?
Heute ist mir Bewusst, dass mir damals das einschneidenste Erlebnis in sexueller Hinsicht bevor stand. Ich ging dann doch weiter ihm nach.

Keine hundert Meter Fussweg, verschwindet er in einer Hausnische. Als ich an dieser Stelle eingetroffen war, öffnete er gerade die Haustüre schaute noch einmal nach mir und als er feststellte, dass ich kurz hinter ihm stand, hielt er mir diese Türe auf. An ihm vorbei trete ich in den noch dunklen Hauseingang. Durch einen Druck auf den Lichttaster erleuchtete das Treppenhaus und er wendete sich zum zweiten mal in meine Richtung mit dem Satz:
„Im ersten Stock bin ich zu Hause“ und ging dann an mir vorbei auf die Treppe zu um nach oben zu gelangen. Die Treppe war aus Steinplatten, wie es in Bürogebäuden üblich war. Oben angekommen, steuerte er auf eine der Türen zu und schloss diese auf.
Nach dem Betreten seiner Wohnung, wir waren erst im Vorraum, gab er mir, nach dem er seine Wohnungstüre verschlossen hatte, erst ein Kleiderbügel für meine Jacke.
„Ich wohne ganz alleine in diesem Haus, sonst sind alles nur noch Büros vorhanden“ bemerkte er, als ich mich der Jacke entledigte. Von ihm wurde sie mir dann abgenommen und an der Garderobe aufgehängt.
„Abends ist es sehr ruhig in diesem Haus, auch störe ich niemand, wenn ich laut Musik hören will“ war eine Andeutung von ihm.

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Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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