Aquarello

Schwule Kurzgeschichten

An das Datum, wann sich diese Geschichte zugetragen hat, kann ich mich nicht mehr, so genau erinnern, wohl aber an das Geschehen. So richtig intensiv Erlebtes kann man nicht vergessen. Sie scheinen auf unserer Festplatte eingebrannt, weder FDISK noch irgendein Delete-Programm lässt sich hierbei, und sei es noch so mächtig, einsetzen. Im Guten, wie im Schlechten. Wovon ich hier erzählen möchte, gehört zum Besten (Gutesten, sorry aber sonst wird das geflügelte Wort getreten) was mir, in Sachen Sex passiert ist.

Irgendwann im Frühling: Mein damaliger Job, lies mich fast jede Nacht in einem anderen Hotel zubringen. An diesem Tag hatte ich in Braunschweig zu tun, erreicht was ich angestrebt hatte, suchte ich für diese Nacht ein Hotel. Nach meiner Erfahrung, das Beste, du fragst einen Taxifahrer, möglichst einen Alten. An einem Taxen-Stand hielt ich an, fand auch gleich, den richtigen Droschkenkutscher und sagte zu Ihm: Guten Abend, kannst du mir weiterhelfen, ich suche ein Hotel, gute Mittelklasse, vielleicht etwas gehoben, bitte keines, wo du mit auf der Gehaltsliste stehst und drückte, ihm dabei, einen Zehner in die Hand. Seine Reaktion, erst verdutzt ärgerlich, dann machte breites Grinsen, der vorigen Mine platz. Aha, bist wohl von der Fakultät? Nein, aber ich koche auch mit Wasser, meine Antwort.

Darauf griff er schmunzelnd, zum Micro und rief über Funk, seine Zentrale: Hallo, hier Herby, Rita du olle Salatschnecke, ruf doch mal im Hirsch, im Feldschlösschen, im Gambrinus…und vielleicht im Aquarello an, ich hab hier nenn Fahrgast, der sucht ne Josche (Zimmer) für die Nacht, danke. Es krächzte im Lautsprecher, dann meldete sich die Salatschnecke. Hallo hier Zentrale, an Herby, du sollst das nicht immer über Funk sagen, mit die Salatschnecke uns so…
Herby: Nu stell dich nich so an, wie Mieschen aus der Heide, komm in die Puschen, der Fahrgast wartet.

Is ja gut: Ich mach ja schon.
Zwischenzeitlich klönte ich mit dem Taxler, dass ich während meiner Studienzeit in München, auch Taxi gefahren wäre, und durchaus wüsste, wie schwer es wäre usw.
Zentrale an Rita, nee Herby meine ich natürlich: Nu ich hab alle angerufen, alle voll, das sei so wegen der „Du und deine Welt“ Messe in Hamburg. Nur das Aquarello hat noch Platz.
Herby: Danke is gut mein Sahnehäupchen, Ende und aus.
Diese Rita macht mich noch mal wahnsinnig, mit ihrem Gesülze, brummte er in seinen Bart, aber ich mag das olle Luder leiden.

Na komm, dich mag ich auch leiden, ich lotse dich eben ins „Aqua“, ist ein wenig außerhalb,
und wenn man sich nicht auskennt….
So fuhr ich also hinter dem Fiaker her und war zehn Minuten später an meinem Hotel. So da wären wir, ich geh noch mit rein, vielleicht schnapp ich nenn Stich zurück in die Stadt, machs gut und tschüss, vielleicht sieht man sich mal wieder.
An der Rezeption checkte ich ein und bekam meinen Zimmer-Schlüssel Nr.12a, bekanntlich gibt es in keinem Hotel, Deutschlands, ein Zimmer mit der Nr. 13, aber jeder weis, was Nr. 12a bedeutet,
na wenn das kein gutes Omen ist.

Das Zimmer war nicht schlecht, ein schönes französisches Bett, separates Bad und WC, Fernseher und Telefon, was will man mehr. Erst mal runter, ins Restaurant und etwas essen.
Sehr freundliche Serviererin, ein echter Hingucker, mit Beine bis zum Hals, hübscher Pagenschnitt, auch die Bluse samt Inhalt, und dann dieses Lächeln. All das, löste ein angenehmes gribbeln aus, nicht nur in meiner Hose. Sehr gutes Abendessen, ausgesuchter Wein, alles perfekt. Als ich meinen Espresso trank, kam ein Mann im Bademantel herein, setzte sich, an einen der Fenstertische und bestellte etwas. Mein leicht konstatiertes Lächeln wurde von der aufmerksamen Kellnerin bemerkt und sie kam sogleich an meinen Tisch, legte vertraut, ihren Arm auf meine Schulter, mir lief ein wohliger Schauer über den Rücken. Mein Herr, Ich sehe, man vergaß Ihnen an der Rezeption,
zu sagen: Wir sind ein Wellness-Hotel mit Schwimmbad, Sauna und Fitnessräumen
und jedem Gast ist es gestattet, so gekleidet, wie der Herr da drüben, alle Räumlichkeiten unseres Hauses zu betreten!
Sehr ungewohnt, aber gefällt mir, gefällt mir sogar sehr. Wie komme ich denn, in den Wellness-Bereich?

Ganz einfach, welches Zimmer? 12a. Ah ja. In Ihrer Dusche, hängt ein Bademantel für Sie,
sie können sich also gleich in ihrem Zimmer aus, b.z.w. umziehen, dann gehen Sie statt rechts, links den Gang entlang, am Ende kommt eine Treppe und führt sie, in die besagten Räumlichkeiten. Ich erlaube mir, die Rechnung auf ihr Fach zu legen, diese Regel gilt im Übrigen, im ganzen Haus, wünsche guten Abend und viel Spaß. Lächelnd, ging sie Richtung Tresen.
Ein wenig später, saß ich an der Sauna-Bar und bekam, von einer rassigen, scharmanten Bar-Kipperin einen Welcom-Drink und Info, wie frei und ungezwungen, hier alles abläuft, ob hier an der Bar, beim schwimmen, in der Sauna sowieso oder gar beim Billardspiel, ohne Textilien, alles nackt!
Na gut, erstmal einige Runden schwimmen und dann in die Sauna, herrlich, dabei dachte ich, was für ein Glück das die andern Hotels voll waren, so wäre ich nie in den Genuss gekommen. Zweiter Saunagang; mit im Raum, zwei Frauen um die 40, drei Männer um die 30, wieder etwas, was die Voraussetzungen zum Hingucker hatte, und das gleich drei mal. Da wird die Tür geöffnet: Hallo ich bin der Pit. Ein hübsches, smartes Kerlchen, vielleicht 28-30 Jahre alt, nur ein sehr schmales Handtuch um die Hüften: Ich mache euch jetzt einen Orange-Zimtaufguss. Seid ihr bereit? Aber sicher doch, kam allseits die Antwort.

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Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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