Lumbalpunktion

Bei einer Lumbalpunktion wird Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit zur Diagnose entnommen. Vor allem bei Verdacht auf Hirnhautentzündung nutzt man dieses Verfahren.

Die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) umspült das Gehirn und das Rückenmark. Als Puffersubstanz schützt sie diese vor Verletzungen. Es handelt sich um eine klare sterile Flüssigkeit, die etwas Eiweiß und Zucker enthält. Wenn krankhaft vermehrte Zellen oder Eiweißsubstanzen in der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit schwimmen, wirkt sie gelblich-trübe. Eine abnorme Zusammensetzung der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit kann ein Hinweis auf bestimmte Erkrankungen sein. Die Lumbalpunktion – in der Fachsprache auch kurz als LP bezeichnet – wird durchgeführt, um eine Probe dieser Flüssigkeit zu entnehmen, den Schädelinnendruck zu messen sowie zum Einspritzen von Kontrastmitteln oder Medikamenten. Die Flüssigkeit wird untersucht auf weiße Blutkörperchen (Leukozyten), auf die Konzentration von Zucker (Glukose) und den Eiweißgehalt, der bei Entzündungen erhöht ist. Bakterielle Infektionen und Tumore ziehen häufig eine Verminderung der Zuckerkonzentration nach sich. Die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit wird auch mikroskopisch auf die Anwesenheit bestimmter Mikroorganismen oder abnormer Zellen (Krebszellen) untersucht. Manchmal müssen die in der Flüssigkeitsprobe vorhandenen Krankheitserreger zur genaueren Identifizierung auf einem Nährboden „gezüchtet“ werden.

Eine der häufigsten Krankheiten, die durch eine Lumbalpunktion diagnostiziert wird, ist die Meningitis (Hirnhautentzündung), bei der sich die Hirnhäute (Meningen) entzünden. Die Meningen überziehen innerhalb des Schädels das Gehirn. Verursacht wird Meningitis durch Bakterien (häufig Tuberkuloseund Syphiliserreger) oder Viren. Der Patient liegt mit angezogenen Beinen so auf dem Bett, dass sein Rückgrat parallel mit der Bettkante abschließt, oder er nimmt eine sitzende Stellung ein. Der Bereich, in dem punktiert werden soll – im allgemeinen zwischen dem 4. und 5. Lebenswirbel -, wird mit antiseptischer Flüssigkeit gereinigt.

Es ist möglich, ein örtliches Betäubungsmittel dicht unter die Haut zu spritzen, um den Bereich schmerzunempfindlich zu machen. Dann wird die hohle Lumbalpunktionsnadel durch verschiedene Gewebe in den Rückenmarkskanal eingeführt.

Meningitis-Symptome

Wenn ein Patient Meningitis-Symptome aufweist – starke Kopfschmerzen, Fieber und Nackensteifigkeit -, wird eine Lumbalpunktion zur Feststellung der Diagnose vorgenommen. Die Flüssigkeit kann eine bakterielle Infektion aufweisen, und wenn eine schnelle Therapie angesagt ist, wird manchmal ein Antibiotikum in die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit injiziert. Auch um Luft oder Kontrastmittel ins Rückgrat zu bringen, bedient man sich der Lumbalpunktion. So lassen sich Röntgenaufnahmen von Hohlräumen im Gehirn anfertigen oder die Umrisse von Wirbeln abbilden.

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Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)