Bio-Lebensmittel

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Naturbelassene Vollwert- oder biologische Lebensmittel versorgen den Körper mit allen wichtigen in der Nahrung enthaltenen Nährstoffen – ohne Konservierungsstoffe und Lebensmittelzusätze.

Von Bio-Lebensmitteln erwartet der Verbraucher, dass sie alle wichtigen Nährstoffe enthalten und dabei frei sind von Zusatzstoffen und schädlichen Substanzen. Darüber hinaus sollen diese Lebensmittel ohne den Einsatz von mineralischem Dünger, chemischen Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten erzeugt werden. Da die Bezeichnung Bio-Lebensmittel jedoch nicht gesetzlich geschützt oder festgelegt ist, kann der Verbraucher nicht sicher sein, dass seine Erwartungen erfüllt werden, denn auch herkömmliche Nahrungsmittel werden oftmals mit dem Prädikat „Vollwert“ oder „Bio“ versehen und in den Handel gebracht.

Anders ist es bei bestimmten Warenzeichen. Einige Erzeugerbetriebe, die ihre Waren über Bio- und Naturkostläden, Reformhäuser und zum Teil auch über Supermärkte vertreiben, garantieren, dass ihre Produkte naturbelassen sind, ohne chemische Zusätze. Wer also sicherstellen will, ein echtes Bio-Lebensmittel zu erwerben, orientiert sich am besten an den Warenzeichen.

Gleicher Nährwert
Ernährungswissenschaftler haben durch Analysen festgestellt, dass der Nährwert dieser Nahrungsmittel sich kaum von herkömmlichen Produkten unterscheidet. Weder enthalten die Bio-Lebensmittel mehr Vitamine und Mineralstoffe, noch sind die in ihnen enthaltenen Mengen an Umweltschadstoffen wie Pflanzenschutzmittel oder Schwermetallen geringer. Denn für den Nährstoffgehalt der Nahrungsmittel ist die Wahl der optimalen Sorte und des Standorts der Nutzfläche wesentlich wichtiger als die verwendete Anbaumethode. Natürliche Anbaumethoden sollten trotzdem vermehrt eingesetzt werden. Nur so lassen sich auf Dauer die zum Teil erheblichen Konzentrationen an landwirtschaftlich bedingten Umweltschadstoffen in den Produkten verringern.

Du bekommst Bio-Lebensmittel, ob mit oder ohne Warenzeichen, in Reformhäusern, Naturkostläden, auf Wochenmärkten, in manchen Supermärkten und natürlich direkt beim Erzeuger. Sie sind fast immer teurer als herkömmliche Nahrungsmittel. Durch Verzicht auf Fleisch, Süßigkeiten und Genussmittel ist die Vollwert- Ernährung letztendlich jedoch nicht teurer als die herkömmliche. Die um etwa 50 Prozent höheren Preise begründen die Erzeuger mit den geringeren Erträgen und dem höheren Arbeitsaufwand. Beispielsweise muss durch den Verzicht auf Unkrautvernichtungsmittel das Unkraut mit der Hacke beseitigt werden.

Ursprüngliche Inhaltsstoffe
Für die Vollwert-Ernährung viel wichtiger als die Anbaumethode ist der Gehalt an Nähr- und Schadstoffen, die in der Nahrung erhalten sind. Einerseits sollen bei der Verarbeitung oder Zubereitung der Nahrungsmittel möglichst wenige der ursprünglichen Inhaltsstoffe verloren gehen, andererseits sollten keine Zusatzstoffe eingesetzt werden.

Bei der Zusammenstellung einer vollwertigen Ernährung solltest du einige Punkte beachten:

  • Schaue bei verpackten Lebensmitteln auf die Zutatenliste. Sind dort beispielsweise Zusatzstoffe aufgeführt? Diese verändern die naturgegebenen Eigenschaften des Lebensmittels. Wähle vergleichbare Nahrungsmittel ohne Zusatzstoffe.
  • Bevorzugst du beispielsweise Naturjoghurt ohne Bindemittel statt eines Joghurts mit Fruchtzubereitung und mische frisches Obst selbst unter.
  • Eventuell vorhandene Schadstoffe lassen sich beim Einkauf eines Lebensmittels nicht ohne weiteres feststellen. Ein Teil lässt sich jedoch problemlos beseitigen, indem du alles Obst und Gemüse vorsorglich kurz mit lauwarmem Wasser wäscht und, soweit möglich, dünn schälst, wobei allerdings auch ein beträchtlicher Teil der Nährwerte verloren geht.

So natürlich wie möglich!
Die Vollwertigkeit der Nahrung wird erst gewährleistet durch Verwendung von Lebensmitteln, die möglichst viele verschiedene Nährstoffe enthalten, und durch besonders schonende Verarbeitung. Der Ernährungswissenschaftler Kollath prägte 1942 den Satz: „lasst eure Nahrung so natürlich wie möglich.“ Warum muss es beispielsweise unbedingt Saft sein, statt den Apfel ganz zu essen? Das Fruchtfleisch enthält noch Ballaststoffe, Eiweiß und Vitamine, die durch Entsaften verloren gehen. Ähnliches geschieht bei vielen anderen Lebensmitteln. Diese Erkenntnis sollte jedoch nicht dazu führen, sämtliche Lebensmittel im Rohzustand zu verzehren. Zunächst zerkleinert und sanft gegart, sind zahlreiche Nahrungsmittel besser verdaulich. Und auch auf das Waschen und Schälen von Obst und Gemüse sollte man wegen der Schadstoffbelastung nicht verzichten.

Getreide
Eine der wichtigsten Lebensmittelgruppen für die Vollwert-Ernährung ist Getreide. Häufig werden bei der Verarbeitung der Körner Schalen und Keimlinge entfernt. Doch gerade in diesen Bestandteilen des ganzen Korns stecken wertvolle Inhaltsstoffe. Ballaststoffe aus den Schalen fördern die Darmperistaltik (Darmbewegung) und beugen Verstopfung vor. Die Wissenschaft geht auch davon aus, dass eine ausreichende Menge von Ballaststoffen in der Nahrung vor Krebserkrankungen des Darms schützen kann. Und Vitamin B1 (Thiamin) aus den Getreidekeimlingen hat eine positive Wirkung auf die Nerven und den Kohlenhydrat- Stoffwechsel.

Achte deshalb auf Getreideprodukte, die aus dem ganzen Korn hergestellt wurden: Getreideflocken, Vollkornmehl (Type 1050 und höher), Vollkornbrot und Vollkorn-Nudeln. Auch Naturreis ist nur von den allzu harten Spelzen befreit worden und weist noch den Keim und das mineralstoffhaltige Silberhäutchen auf. Der Reis wird, wie auch ganze Getreidekörner, vorwiegend als Beilage zubereitet. Aus den Flocken der verschiedenen Getreidesorten, die – über Nacht – eingeweicht werden, lässt sich ein wohlschmeckendes, gesundes Müsli herstellen.

Falls du direkt beim Erzeuger Bio-Getreide kaufst, um es selbst zu mahlen, solltest du daran denken, alle schwarzblau verfärbten Körner herauszulesen. Es kann sich dabei um den sehr giftigen kornähnlichen Mutterkornpilz handeln. Getreide wird luftig und trocken, aber nicht zu warm gelagert. Man sollte nicht allzu große Mengen einkaufen, damit die Keime nicht ranzig werden und das Getreide nicht von Ungeziefer befallen wird.

Obst und Gemüse
Auch Obst und Gemüse sind vollwertige Lebensmittel. Beim Einkauf sollte weniger auf Aussehen als auf die innere Qualität geachtet werden. Früchte mit glänzender, ansehnlicher Schale sind häufig in Gewächshäusern gezogen und mit chemischen Mitteln behandelt worden, damit sie bis zum Zeitpunkt des Verkaufs ihr frisches Äußeres behalten. Nach dem Einkauf sollten Obst und Gemüse luftig und kühl gelagert sowie möglichst bald weitgehend unverarbeitet verzehrt werden. Vitamine bleiben besser erhalten, wenn Obst und Gemüse erst kurz vor der Zubereitung geputzt und nur grob zerkleinert werden. Für die längerfristige Vorratshaltung wähle am besten Tiefkühlprodukte. Sie sind in der Regel recht schonend behandelt worden.

Konserven dagegen haben durch das starke Erhitzen gelitten und Vitamine verloren. Kartoffeln enthalten übrigens beträchtliche Mengen an pflanzlichem Protein, Vitamin C (Ascorbinsäure) und Mineralstoffen. Auch hier gilt wieder die Regel „so natürlich wie möglich“. Als Ofenkartoffeln zubereitet, sind sie für unsere Ernährung wertvoller als geschälte Salzkartoffeln, Pommes frites oder Püreepulver.

Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen liefern wertvolles pflanzliches Eiweiß. Kombiniert man sie mit anderen proteinhaltigen Lebensmitteln (Getreide, Milch), dann kann völlig auf Fleisch verzichtet werden. Beispielsweise ist eine Mahlzeit, bestehend aus Bohnen und Vollkornbrot, in Bezug auf den Eiweißgehalt genauso hochwertig wie ein Steak. Säfte und Trockenfrüchte Weniger empfehlenswert für die Vollwerternährung sind Trockenfrüchte, Obst- und Gemüsesäfte. Beim Trocknen gehen licht- und sauerstoffempfindliche Vitamine teilweise verloren. Außerdem werden Apfelringe, Aprikosen und Rosinen häufig geschwefelt, damit sie ihre helle Farbe behalten. Achte im Zweifelsfall auf den Hinweis “ ungeschwefelt“.

Säfte sind zwar durchaus vitamin- und mineralstoffreich, aber die ebenso wichtigen Ballaststoffe aus den ganzen Früchten und Gemüsen fehlen. Allerdings sind Säfte immer noch weitaus gesünder als Süßigkeiten oder gesüßte Limonaden. Auf Zucker (auch braunen) und mit Zucker hergestellte Speisen sollte möglichst ganz verzichtet werden. Es handelt sich dabei um reine kalorienreiche Kohlenhydrate ohne weitere Nährstoffe. Auch Honig bietet keine wesentlichen Vorteile. Ideal wäre es, den persönlichen Geschmack auf eine weniger süße Ernährung „umzuschulen“.

Fette
Zur Vollwerternährung gehören auch kalt gepresste pflanzliche Öle, frische Butter sowie ganze Nüsse und Samen (Sesam, Mohn, Leinsamen). Diese Produkte liefern die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K und die lebensnotwendigen hochungesättigten Fettsäuren. Diese fettreichen Lebensmittel sollten nur in mäßigen Mengen verwendet werden. Der gute Nährwert bringt einen hohen Kaloriengehalt mit sich.

Milch
Auch Milch und Milchprodukte sollten in einer vollwertigen Ernährung enthalten sein. Am wenigsten behandelt ist Rohmilch, verpackt Vorzugsmilch genannt. Sie stammt von besonders kontrollierten Bauernhöfen. So kann man sicher sein, dass der Keimgehalt für Erwachsene ungefährlich niedrig ist. Diese Milch wird lediglich durch Filtern gesäubert. Alle natürlichen Bestandteile bleiben erhalten. Der Fettgehalt liegt bei etwa 3,8 Prozent. Vorzugsmilch setzt schnell Rahm ab und eignet sich zur eigenen Herstellung von Dickmilch. Für Säuglinge und Kranke ist sie nicht geeignet. Der Keimgehalt ist für einen geschwächten Körper zu hoch. Die im Handel erhältliche Trink- oder Molkereimilch enthält weniger Fett, das sich nicht so schnell absetzt. Hier ist das Milchfett in der Molkerei homogenisiert worden, also in feinste Tröpfchen zerteilt. Außerdem wird Trinkmilch schonend kurz erhitzt, pasteurisiert, um Krankheitserreger weitgehend abzutöten. Die Vitamine bleiben fast vollständig erhalten, daher ist Molkereimilch durchaus vollwertig. Nicht empfehlenswert sind ultrahocherhitzte oder H-Milch und sterilisierte Milch. Durch starkes Erhitzen zur Haltbarmachung sind die Vitamine völlig zerstört. Das trifft auch auf Kondensmilch und Milchpulver zu.

Joghurt, Dickmilch, Buttermilch, Sahne und Käse zählen zu den vollwertign Lebensmitteln, sofern sie nicht zweifach erhitzt worden sind. Du erkennst zweifach erhitzte Milchprodukte daran, dass sie ohne Kühlung gelagert werden und eine auffallend lange Haltbarkeit genannt ist.

Eier
Eier enthalten Eiweiß, Fett, Vitamine und Mineralstoffe, aber auch Cholesterin. Wer an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leidet, sollte nur ein bis zwei Eier pro Woche essen (einschließlich der in Kuchen enthaltenen). Die Farbe der Schale hat keinen Einfluss auf Geschmack oder Qualität. Und auch die Art der Hühnerhaltung – ob in Legebatterien oder freilaufend – wirkt sich nicht auf den Nährstoffgehalt aus, sagt die Wissenschaft. Nur der Geschmack der Eier kann durch das vielseitigere Futter der freilaufenden Hühner besser sein.

Fisch, Fleisch und Geflügel
Laut Empfehlungen von Ernährungsfachleuten sollten Fleisch, Geflügel und Fisch innerhalb der Vollwert-Ernährung nur in Maßen verzehrt werden. Stelle deine Menüs so zusammen, dass der Beilagen- Anteil überwiegt. Oder lass das Fleisch öfter einmal ganz weg. Dasselbe gilt für Wurst und Fleischwaren. Es hat sich herausgestellt, dass die meisten Menschen in der westlichen Welt ohnehin zu viel tierisches Eiweiß aus diesen Produkten zu sich nehmen. Damit verbunden sind hohe Cholesterin- und Purinmengen (Eiweiß). Bei entsprechender Veranlagung können auf diese Weise Arteriosklerose und Gicht entstehen.

Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, sollte auf Qualität achten. Mittlerweile gibt es zahlreiche Landwirte, die ihre Tiere ökologisch halten. Das Fleisch ist dann frei von künstlichen Hormonen, Medikamenten und nicht so wasserreich wie beispielsweise das von Schnellmast-Schweinen. Es schrumpft beim Garen nicht so stark, ist saftig, leicht von Fett durchzogen, und der Geschmack ist deutlich kräftiger.

Über marvin 1201 Artikel
Hi! Ich habe im Moment nicht viel zu sagen. :-)

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